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„Tragende Säule“

Der Grenzgemeindenfonds soll zur Aufwertung des Stilfser Jochs und der Realisierung und Anpassung der Bob- und Rodelbahn in Cortina genutzt werden. 

Um die zukünftigen Projekte zur Aufwertung und wirtschaftlichen Entwicklung der Grenzgebiete zwischen Lombardei, Veneto und dem Südtirol ging es am Montag bei einem Treffen von Landeshauptmann Arno Kompatscher mit dem Präsidenten des Grenzgemeindenfonds Roger De Menech. Im Mittelpunkt standen dabei die Vorbereitungen zu den Olympischen Winterspielen 2026 und das Stilfser Joch.

Mit Blick auf die Olympiade könnten die Mittel des Grenzgemeindenfonds zur Realisierung und Anpassung der Bob- und Rodelbahn „Eugenio Monti“ in Cortina genutzt werden. Für dessen Nutzung nach den Spielen hat das Land Südtirol bereits ein zehnjähriges Abkommen mit der Gemeinde Cortina und Region Venetien unterzeichnet. Das ist laut Landeshauptmann Kompatscher wichtig: „Wir wollen keine Kathedralen in der Wüste! Wir sind überzeugt, dass die Olympischen Winterspiele zu einer großen Chance für das Dolomitengebiet werden können, wenn sie – auch bei den Infrastrukturen und der Mobilität – im Geist der Nachhaltigkeit geplant und verwaltet werden.“ Kompatscher und De Menech waren sich einig, dass der Grenzgemeindenfonds eine „tragende Säule“ in der Verwirklichung und Führung der Infrastrukturen bilden kann.

Nicht nur im äußersten Osten, auch am Stilfser Joch im äußersten Westen Südtirols sehen die beiden Gesprächspartner wertvolle Einsatzmöglichkeiten für den Grenzgemeindenfonds: Um ein gemeinsames Projekt des Landes Südtirol und der Region Lombardei umzusetzen, ist die Gründung einer Gesellschaft geplant. Sie soll das ganze Gebiet mit Initiativen und Diensten für Einheimische und Touristen aufwerten. Der Grenzgemeindenfonds soll mit seinen Finanzmittel direkt zur Gründung und dem Aufbau der Gesellschaft.

Der Grenzgemeindenfonds wird jährlich von den Ländern Südtirol und Trentino mit einer Gesamtsumme von 80 Millionen Euro finanziert und soll die Gebietskörperschaften in den Grenzgebieten Südtirols und des Trentino zu unterstützen: Insgesamt sind 48 Gemeinden betroffen, 42 davon grenzen an das Trentino an, sechs an Südtirol. Das entsprechende Abkommen hatten die Länder Südtirol und Trentino mit dem Finanzministerium sowie den Regionen Lombardei und Veneto im Jahr 2010 unterzeichnet. Seit der Gründung haben die Länder Südtirol und Trentino insgesamt 720 Millionen Euro in den Fonds einbezahlt.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (3)

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  • drago

    Was bedeutet „aufwerten“ beim Stilfserjoch? Maßnahmen setzen, damit mehr Verkehr über den Paß fließt?

  • flixoflex

    Genau so ist es „drago“. Mit Steuermillionen will man die Stilfser Joch Straße ausbauen, um noch mehr Verkehr auf den Paß zu bringen. Schon heute ist die Situation eine reine Katastrophe, eine Rennpiste für lärmende und stinkende Motoren. Und das im Nationalpark. Von Klimaschutz, Nationalpark und Rücksicht auf die Natur und die an der Straße lebenden Menschen keine Spur. Von den Politikern und den Vertretern des Nationalparks wird man nur an der Nase herumgeführt. Bis heute hat man keine Ideen für ein ökologisches Mobilitätskonzept. Die angebliche „Aufwertung“ bedeutet eine bedrohliche Abwertung für die Lebensqualität der Anrainer. Doch nicht nur entlang der Stilfser Joch Straße wird der Verkehr stark zunehmen. Auch im gesamten Vinschgau wird sich diese Entwicklung als hausgemachte Verkehrszunahme auswirken. Es ist unglaublich wie man die Bevölkerung mit einer angeblichen Aufwertung täuscht und eigentlich eine Abwertung entlang der Straße in Kauf nimmt. Wie können unsere Politiker und die Vertreter des Nationalparks Stilfserjoch nur so naiv sein und den Bürgern vorgaukeln, der Verkehr würde nicht zunehmen? Man will mehrere Millionen Euro in Bauvorhaben investieren, hat aber kein Kleingeld für Radarkontrollen, für Lärmmessgeräte, für Fahrbahnteiler, für verkehrssichere Zebrastreifen, für Geschwindigkeitsmessanzeigen, usw…….. Eine armseelige Aufwertung ist das.

  • wollpertinger

    Zweck des Grenzgemeindenfonds wäre eigentlich, dass damit strukturschwache, arme und von Abwanderung bedrohte Gemeinden unterstützt werden. Stattdessen will der Kompatscher das Geld für den Neubau der Bobbahn in Cortina verpulvern, zum Hohn für jene Gemeinden, die das Geld und unsere Solidarität dringend brauchen würden. Dafür sollte er sich schämen, was er aber sicher nicht tun wird.

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