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Risiko Schlaganfall

Foto: Uni Innsbruck

Wenn die Blutgefäße altern, steigt das Schlaganfall-Risiko. Das neue Forschungszentrum VASCage der Uni Innsbruck nimmt daher Gefäßalterung und Schlaganfall gemeinsam unter die Lupe und ist in dieser Kombination weltweit einzigartig.

Die Menschen werden immer älter, doch die gewonnenen Lebensjahre gehen häufig mit Behinderung einher, sehr oft als Folge eines Schlaganfalls. „Die Wahrscheinlichkeit, irgendwann im Leben einen Schlaganfall zu erleiden, liegt in Mitteleuropa heute bereits bei 25%“, weiß Stefan Kiechl.

Kiechl ist wissenschaftlicher Leiter von VASCage, Direktor der Universitätsklinik für Neurologie der Medizinischen Universität Innsbruck und international anerkannter Schlaganfall-Experte.

Der Schlaganfall wird meist durch alters- und lebensstilbedingte Veränderungen der Blutgefäße ausgelöst. Daher werden in VASCage sowohl die Ursachen der Gefäßalterung erforscht als auch Möglichkeiten der Prävention. Veränderungen der Blutgefäße frühzeitig zu erkennen und aufzuhalten, bevor es zum Schlaganfall kommt, ist genauso Thema wie eine verbesserte Behandlung des Schlaganfalls selbst. Auch die langfristige Rehabilitation, die Bewältigung des Alltags und die Verhinderung eines erneuten Schlaganfalls stehen auf der Forschungsagenda.

Schnelle Umsetzung in die Praxis

Die Teilnehmer der Pressekonferenz

„VASCage betreibt angewandte Forschung. Das heißt, unsere interdisziplinären Teams haben von Anfang an die praktische Umsetzung als Ziel, damit unsere Entwicklungen möglichst schnell den Betroffenen zu Gute kommen“, so Kiechl auf einer Pressekonferenz. Derzeit sind rund 45 Partner (Unternehmen und wissenschaftliche Partner) aus Europa und den USA an Bord. „Wir starten mit rund 15 konkreten Projekten und bauen breites, projektübergreifendes Knowhow im Zentrum auf. Wir sehen uns als dynamische Entwicklungs- und Ideenwerkstätte, sind offen für neue Partner und neue Projekte,“ erklärt Geschäftsführer Matthias Ullrich.

Als COMET-Zentrum der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG ist VASCage zunächst auf acht Jahre angelegt. In den ersten vier Jahren stehen insgesamt 17 Millionen Euro zur Verfügung. Die Hälfte der Gesamtsumme kommt als Förderung von der öffentlichen Hand, die andere Hälfte übernehmen großteils die Industriepartner. Einen kleinen Teil steuern die wissenschaftlichen Partner bei.

Die öffentlichen Fördergelder wiederum verteilen sich auf Bund und Länder. Zwei Drittel davon steuern die Bundesministerien für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW), sowie für Verkehr, Technologie und Innovation (BMVIT) bei. Das verbleibende Drittel wird von den Ländern Tirol, Salzburg und Wien finanziert. Tirol hat mit 2,2 Millionen Euro den größten Länderanteil.

VASCage ist eine ForschungsGmbH mit den beiden Innsbrucker Universitäten als Gesellschafter und Sitz in Innsbruck. Längerfristig sollen rund 50 Beschäftigte angestellt werden. Forschungsbeispiele sind künstliche Blutgefäße aus Stammzellen als Testsystem, der Einfluss der Ernährung in der frühesten Kindheit auf die Blutgefäßalterung, automatisierte Auswertung von Gefäßsystem-Bildaufnahmen zur individuellen Risikoabschätzung, Gerinnsel-Auflösung mit reduziertem Blutungsrisiko, eine österreichweite Clinical Trial Plattform oder interaktive computergesteuerte Bewegungsprogramme für die Langzeit-Reha.

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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