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Gefilterte Patienten

Foto: Ivo Corrà/lpa

Gehören lange Wartezeiten in der Bozner Notaufnahme der Vergangenheit an? Eine „Filter“-Ambulanz soll es richten. Jetzt steht der Koordinator fest. Und noch vor Inbetriebnahme wurde der Dienst umbenannt.

von Heinrich Schwarz

Der Widmann-Plan nimmt Form an. Nach und nach werden Schritte gesetzt, um das Ziel von Sanitätslandesrat Thomas Widmann zu erreichen: die Wartezeiten in der Notaufnahme des Bozner Krankenhauses bis Ende 2020 nahezu halbieren – von durchschnittlich drei Stunden und 50 Minuten auf zwei Stunden.

Seit April gibt es im Krankenhaus einen ärztlichen Bereitschaftsdienst zur hausärztlichen Betreuung in der Nacht sowie an Wochenenden und Feiertagen, um die Notaufnahme zu entlasten. Für Dezember ist die Einführung einer Kostenbeteiligung für unangemessene Zugänge in der Erste-Hilfe-Abteilung geplant. Und um auch untertags einen Patienten-Filter zu haben, startet ein Pilotprojekt: eine „Ambulanz für die Grundversorgung“ direkt in der Notaufnahme. Es soll sieben Tage in der Woche von 08.00 bis 20.00 Uhr geöffnet haben.

Laut Sanitätsbetrieb ist dieses Ambulatorium „für all jene Patienten angedacht, deren gesundheitliche Probleme in die Kompetenz des Arztes für Allgemeinmedizin fallen und die sich unangemessen an die Notaufnahme wenden, wobei diese in der Triage mit dem Kodex ‚geringfügig/nicht dringend‘ eingestuft werden.“

Noch vor Inbetriebnahme wurde das Ambulatorium vom Sanitätsbetrieb nun umbenannt. Weil es auch Tätigkeiten der Betreuungskontinuität an Wochenenden und Feiertagen gewährleiste, hat es nun den sperrigen Namen „Ambulanz der Grundversorgung und der Betreuungskontinuität“.

Weiters hat der Sanitätsbetrieb jetzt den Koordinator und dessen Stellvertreterin für das Pilotprojekt ernannt. Der (angenommene) Vorschlag kam von den Hausärzte-Gewerkschaften und lautete: Gianni Pontarelli als Koordinator und Susanna Hofmann als Stellvertreterin.

MEHR DAZU IN DER SAMSTAG-AUSGABE DER TAGESZEITUNG.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (2)

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  • camborio

    Außerhalb von Südtirol ist im deutschen Sprachraum nirgendwo von einem „Kodex“ die Rede, wenn es darum geht, die Dringlichkeitsstufe für die Behandlung der Notfallpatienten im Krankenhaus zu bestimmen. Wem ist es wohl eingefallen, diese unsinnige Übersetzung aus dem Italienischen des Begriffes „codice“ für den allgemeinen Gebrauch freizugeben?

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