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Zu viele Ausrutscher

Vier Jahre lang hat der HGV in Prags direkt am See einen Weihnachtsmarkt organisiert. Aber weil Besucher auf dem Eis ausrutschen und danach Schadenersatz einfordern, wird die Bergweihnacht gestrichen.

von Silke Hinterwaldner

Eduard Jesacher mag nicht mehr. Und dafür hat er gute Gründe. „Ich will nicht länger meinen Kopf für alles und jeden hinhalten müssen“, sagt der HGV-Obmann von Prags. Was er damit meint: Insgesamt 14 Anzeigen oder Forderungen um Schadensersatz hat er bisher bekommen. Vor allem deshalb, weil die Leute auf dem Eis ausgerutscht, hingefallen und sich dabei mehr oder weniger schwer verletzt haben.

Aber der Reihe nach: 2015 haben die Hoteliers und Gastwirte in Prags beschlossen, gemeinsam mit dem Hotel am Pragser Wildsee und eben direkt am See einen kleinen Weihnachtsmarkt zu organisieren. Im Zentrum der Aufmerksamkeit stand anfangs das idyllische Flair der Vorweihnachtszeit.  Man wollte etwas Besonderes schaffen, das mehr besinnlich als turbulent sein sollte.

Im ersten Jahr fand die Pragser Bergweihnacht nur an vier Tagen Anfang Dezember statt, später dann weitete man die Veranstaltung auf mehrere Tage bis vor Weihnachten aus. Es dauerte nicht lange bis sich vor allem unter den italienischen Gästen herumsprach, dass der Pragser Wildsee mit der Bergweihnacht auch im Winter einen Abstecher Wert sei. Die Folge: Es kamen so viele Besucher, dass der Rahmen gesprengt wurde. Dazu kam, dass manch unvernünftiger Besucher rotz aller Warnschilder, Zäune und Verbote sich weit auf den zugefrorenen See hinaus wagte. Im Normalfall ist die Eisschicht zwar dick, aber eben nicht immer und überall, weshalb ein solcher Ausflug sehr gefährlich werden kann.

„Der Pragser Wildsee weckt mittlerweile immer Begehrlichkeiten“, sagt HGV-Obmann Thomas Walch, „unabhängig von der Jahreszeit. Aber man muss auch sehen, dass eine solche Veranstaltung ihren Flair verliert, sobald sie überlaufen ist. Wohl auch deshalb hat man sich in Prags heuer eine Auszeit genommen.“

„Ich habe dafür Verständnis“, sagt er, „aber es ist freilich schon sehr schade.“ Auch für die sozialen Vereine wie die Schmetterlingskinder, die sich bisher jedes Jahr nach der Bergweihnacht über eine große Spende freuen konnten.

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