Du befindest dich hier: Home » Gesellschaft » Unsichtbare Gefahr

Unsichtbare Gefahr

Kaminkehrer und Hafner im lvh starten gemeinsam mit dem Landesverband der Freiwilligen Feuerwehren und der Berufsfeuerwehr die Sensibilisierungskampagne „KO durch CO“, um auf die Gefahren von Kohlenmonoxid hinzuweisen.

 

Es ist geruchs- und geschmacklos und schon wenige Atemzüge können zum Tod führen.

Die Rede ist vom gefährlichen Kohlenmonoxid, das bei einem unvollständigen Verbrennungsvorgang entsteht. „Die Fälle von Kohlenmonoxid-Vergiftungen haben sich in den letzten Jahren gehäuft. Dies hat uns dazu bewogen, eine Aufklärungskampagne ins Leben zu rufen“, erklärte lvh-Vizepräsident Giorgio Bergamo bei der  Pressekonferenz am Freitag.

Welche Notfallanrufe am häufigsten bei der Feuerwehr eingehen und wie die Notfallmaßnahmen bei Kohlenmonoxid-Vergiftungen aussehen, erläuterten Christoph Oberhollenzer, Direktor des Landesverbandes der Freiwilligen Feuerwehren und Hansjörg Elsler, Hauptbrandinspektor der Berufsfeuerwehr. Ein sicheres Erkennen und Feststellen der Konzentration und der Gefährlichkeit von Kohlenmonoxid ist nur mit geeigneten Messgeräten möglich. Durchschnittlich gibt es pro Jahr zwischen fünf und zehn Einsatzfälle in Südtirol, bei der jeweils zwischen zehn und 20 Personen involviert sind.

„Letzthin sind CO-Vergiftungen besonders in Zusammenhang mit Haussanierungen aufgetreten“, berichtete Christian Resch, Obmann der Kaminkehrer im lvh, „da bei Sanierungsmaßnahmen oft der Aspekt der Verbrennungsluftzufuhr vernachlässigt wird. Das Haus wird dichter und die Sauerstoffversorgung der bestehenden Feuerungsanlagen über die Raumluft ist nicht mehr gewährleistet. Die Menschen denken oft nicht daran, nach Sanierungen die Frischluftzufuhr von Feuerungsanlagen kontrollieren zu lassen.“
Weitere Ursachen für eine reduzierte Sauerstoffzufuhr können allerdings auch technische Defekte sein, bedingt durch eine mangelnde Wartung der Feuerstätte. Ebenso können blockierte Abgasanlagen z.B. durch Vogelnester, unsachgemäß genutzte Kamine oder ein Grill im Haus eine erhöhte Kohlenmonoxid-Konzentration bewirken.

„Feuerstätten müssen regelmäßig überprüft und gewartet werden. Wer eine Haussanierung plant, sollte bereits in der Planungsphase den Installateur für Heizungs- und sanitäre Anlagen, den Kaminkehrer, den Feuerungstechniker und den Hafner zu Rate ziehen, um präventiv alle Aspekte zu analysieren“, unterstrich Christian Gross, Obmann der Hafner im lvh.

Gemeinsam mit dem Landesverband der Freiwilligen Feuerwehren und der Berufsfeuerwehr initiieren die zwei Berufsgemeinschaften Kaminkehrer und Hafner die Kampagne „KO durch CO – Die unsichtbare Gefahr“, mit welcher sie auf die Gefahren des Kohlenmonoxids aufmerksam machen. Geplant sind Informationsveranstaltungen, Informationstexte und Beratungsmaßnahmen, um die Sicherheit der Südtiroler Bevölkerung in den Mittelpunkt zu rücken.

INFORMATIONEN ZUM KOHLENMONOXID

Was ist Kohlenmonoxid (CO)

Kohlenmonoxid (CO) ist ein brennbares, farb-, geruch- und geschmackloses Gas. Es entsteht bei unvollständiger Verbrennung, wenn der Sauerstoffgehalt der Luft zu stark absinkt und somit der für die Verbrennung notwendige Sauerstoff nicht mehr ausreichend zur Verfügung steht. Kohlenmonoxid ist leichter als Luft, steigt im Raum auf und kann über undichte Mauern oder Decken und über Lüftungskanäle in angrenzende Räume oder Geschosse gelangen: Beispielsweise vom Heizraum in die Wohnräume. Kohlenmonoxid gilt als Atemgift. Atmet der Mensch eine erhöhte Kohlenmonoxid-Konzentration ein, bindet sich das CO direkt an die roten Blutkörperchen (Hämoglobin) und blockiert damit die Aufnahme von Sauerstoff im Blut. Infolgedessen kommt es schnell zu einem Sauerstoffmangel und den damit verbundenen Gesundheitsgefährdungen. Erste Anzeichen sind: Kopfschmerzen, Unwohlsein, Müdigkeit.

Wie entsteht Kohlenmonoxid?

Kohlenmonoxid (CO) entsteht bei einer unvollständigen Verbrennung von Holz, Kohle, Erdöl, Erdgas, Ethanol, Diesel oder Benzin. Zu einer unvollständigen Verbrennung kommt es, wenn nicht genügend Sauerstoff (= Verbrennungsluft) zuströmen kann. Bei Sanierungsmaßnahmen wird oft der Aspekt der Verbrennungsluftzufuhr vernachlässigt. Das Haus wird dichter und die Sauerstoffversorgung der bestehenden Feuerungsanlagen über die Raumluft ist nicht mehr gewährleistet.

Bei folgenden Sanierungen wird der Aspekt der Frischluftzufuhr oft vernachlässigt:

  • Erneuerung der Fenster (Dichtung)
  • Austausch der Türen
  • Austausch der Abzugshaube (Ersetzen durch ein stärkeres Modell/Motor)
  • Küchenneubau (B-Gastherme wird eingebaut)
  • Dachsanierung
  • Austausch Feuerstätte (Aktualität/Funktionalität)
  • Kaminsanierung
  • Staubsauganlage
  • Mobile Klimaanlage

Die Sicherheit des Kunden steht an oberster Stelle, somit muss eine Frischluftzufuhr ausreichend vorhanden sein, um mögliche Risikofaktoren einer CO–Vergiftung vermeiden zu können.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (1)

Lesen Sie die Nutzerbedingungen

Kommentar abgeben

Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

2018 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl - Alle Rechte vorbehalten. Impressum | DATENSCHUTZ & AGB | Cookie Hinweis

Nach oben scrollen