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Die gelben Säcke

Am 9. November sammelt die Caritas dank der Mithilfe von rund 3.000 Freiwilligen in allen Südtiroler Pfarreien gebrauchte Kleider, Schuhe, Taschen und Haushaltswäsche ein.

Sie passen nicht mehr und sind doch zu schade für den Müll: Wer den aussortierten Stücken aus seinem Kleiderschrank einen neuen Sinn geben möchte, hat in einem Monat, am 9. November, Gelegenheit dazu.

An diesem Tag sammelt die Caritas dank der Mithilfe von rund 3.000 Freiwilligen in allen Südtiroler Pfarreien gebrauchte Kleider, Schuhe, Taschen und Haushaltswäsche ein. Obwohl dabei in der Regel ein Vielfaches mehr abgegeben wird, als in Südtirol gebraucht wird, bringen die Kleiderspenden viel Gutes: Mit dem Erlös aus dem Verkauf der Kleider kann die Caritas bedürftigen Menschen hierzulande beistehen. Außerdem werden durch die Weiterverwertung der Textilien wertvolle Ressourcen geschont und weltweit Arbeitsplätze geschaffen. Die gelben Gebrauchtkleidersäcke liegen in allen Pfarreien, in manchen Geschäften und in den Caritas-Diensten auf.

Die Vorbereitungen für die große Gebrauchtkleidersammlung sind bereits angelaufen. Die gelben Säcke wurden bereits im ganzen Land verteilt und sind in allen Pfarreien sowie in den Caritas-Diensten erhältlich. In manchen Ortschaften liegen sie auch in Bäckereien und anderen Geschäften auf.

Die Sammlung selbst findet im November statt – mancherorts bereits in der Woche vor dem eigentlichen Stichtag am 9. November. In einigen Ortschaften werden Sammelstellen eingerichtet, wo die gelben Säcke vor Nässe geschützt sind und nicht aufgerissen werden können. Andernorts werden die Kleider zu vorgegebenen Zeiten von der Straße weg gesammelt. Informationen über die jeweiligen Sammeltermine und -orte werden von den Pfarrern und den Verantwortlichen in den einzelnen Pfarreien unter anderem über Pfarrblätter und Plakate bekannt gegeben.

Damit die Kleider, Schuhe, Taschen und Haushaltstextilien sinnvoll weiterverwendet werden können, bittet die Caritas, nur gut erhaltene Stücke abzugeben, die noch getragen werden können. Sie sind für den weltweiten Gebrauchtkleidermarkt bestimmt, denn die Menge der abgegebenen Kleider übersteigt den Bedarf in Südtirol jedes Jahr um ein Vielfaches. „Dennoch erhalten die Kleider, die Sie spenden einen neuen Sinn und bringen viel Gutes: Mit dem Erlös aus dem Verkauf können wir hier im Land Menschen beistehen, die dringend Hilfe brauchen. Auch werden die Stücke weiterverwertet, was nicht nur wertvolle natürliche Ressourcen schont, sondern auch Arbeitsplätze schafft, die besonders den Menschen in ärmeren Ländern ein Einkommen ermöglichen“, bedankt sich Caritas-Direktor Paolo Valente bei allen Kleiderspendern. Ein Ethikvertrag mit der Abnehmerfirma FWS aus Bremen garantiert, dass ökologische und soziale Richtlinien bei der Weiterverwertung der Gebrauchtkleider eingehalten werden.

Der gemeinnützige Zweck der Sammlung motiviert jedes Jahr nicht nur die zahlreichen Kleiderspender im Land, sondern auch rund 3.000 freiwillige Helferinnen und Helfer jeden Alters, die bei der Organisation und Durchführung der Sammlung kräftig mit anpacken. „Dafür brauchen wir jede helfende Hand. Sonst wäre es nicht möglich, mehrere hundert Tonnen gebrauchte Kleider in ganz Südtirol einzusammeln und an einem Tag zu verladen“, bedankt sich Brigitte Hofmann für die tatkräftige Unterstützung.

Für die Verladestellen in Bozen, Vahrn, Bruneck und – neu – Algund/Forst sucht die Caritas noch Freiwillige, die am Samstag, 9. November mithelfen, die gelben Säcke aus den Pfarreien für den Weitertransport zu verladen. Wer mithelfen möchte oder Fragen zur Organisation der Sammlung hat, ist eingeladen sich bei der Caritas unter Tel. 0471 304 330 oder [email protected] zu melden.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (2)

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  • gruanzl

    Diese Spenden ruinieren die Textilindustrie in Afrika. Außerdem verdienen verschiedene Organisation dabei kräftig mit.

    „Die Altkleider werden in Afrika nämlich nicht gratis abgegeben, sondern verkauft. Weil die Zwischenhändler die Ware fast gratis erhalten, können sie sie günstig feilbieten. Die heimische Produktion hat gegen solche Dumpingpreise keine Chance. In fast allen afrikanischen Grossstädten gibt es diese Märkte, wo man beispielsweise Markenjeans für ein paar Franken erstehen kann. Parallel zur Ausbreitung dieser importierten Billigware ging es mit der heimischen Textilindustrie bergab.“

    https://www.nzz.ch/wirtschaft/wie-spenden-und-schmuggel-die-textilindustrie-in-afrika-ruinieren-ld.1359083

  • markp.

    Bis vor letzter Woche waren die ganzen Caritastonnen in Bozen hoffnungslos überfüllt, dass sogar nebe den Tonnen sich die vollen Kleisersäcke stapelten. Wohin geht nur das ganze Zeugs??

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