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Der neue Agrar-Kommissar

Nach der zweiten Anhörung hat Janusz Wojciechowski das Vertrauen als EU-Agrarkommissar gewonnen. Auch jenes von Herbert Dorfmann.

Der Wackelkandidat wackelt nicht mehr:

Janusz Wojciechowski stellte sich am Dienstag der zweiten Anhörung im Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung des Europäischen Parlaments und gewann dessen Vertrauen. Bei der Anhörung in der vergangenen Woche war der designierte EU-Agrarkommissar zu viele Antworten schuldig geblieben.

Herbert Dorfmann, Sprecher der EVP-Fraktion im Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung betonte:

„Insgesamt war der Kandidat bei der heutigen Anhörung viel besser als bei der ersten.“

Dieses Mal habe Janusz Wojciechowski die Fragen beantwortet, sei engagierter und vorbereiteter gewesen. Obwohl in der Fraktion der Europäischen Volkspartei noch einige Zweifel bestehen blieben, sei die heutige Leistung des designierten polnischen Agrarkommissars eine ganz andere gewesen als vergangene Woche.

Die europäische Landwirtschaft müsse wettbewerbsfähig sein, betonte Janusz Wojciechowski mehrfach.

Er versicherte, dass europäische Landwirte im Zuge des Handelsstreits mit den Vereinigten Staaten mit EU-Hilfen rechnen könnten. Allerdings hoffe er in dem transatlantischen Handelsstreit noch auf eine politische Lösung. Die Arbeitsplätze und würdige Lebensbedingungen in der Landwirtschaft müssten gesichert bleiben, sagte er.

Landwirte dürften nicht von Bürokratie erdrückt werden. Es brauche eine ökologische und faire Landwirtschaft, unterstrich Janusz Wojciechowski. Die Bauern in der EU seien gefordert, täglich 500 Millionen Menschen mit gesunden und hochwertigen Agrarerzeugnissen zu versorgen.

Nach dem zehnminütigen Einstiegsstatement von Janusz Wojciechowski wollte Herbert Dorfmann als erster Redner vom designierten EU-Agrarkommissar wissen, wie lange die Übergangszeit bis nur neuen GAP (Gemeinsame Agrarpolitik) dauern würde. Rund ein Jahr lang werde die Arbeit weitergeführt wie bisher, antwortete Janusz Wojciechowski, die Strategiepläne für die neue GAP würden bereits erarbeitet. Bei der GAP geht es unter anderem darum, einen fairen Ausgleich zwischen Umweltmaßnahmen und ökonomischen Aspekten hinzubekommen. Landwirte sollen künftig verstärkt Anreize für mehr Agrar-Umweltmaßnahmen bekommen.

Die neue EU-Kommission unter der Führung der Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sollte am 1. November ihre Arbeit aufnehmen. Ende Oktober stimmen die Abgeordneten noch über das Personalpaket als Ganzes ab. Bis dahin müssen aber alle Kandidaten die Anhörung im Parlament bestehen. Ob der Zeitplan eingehalten werden kann ist derzeit fraglich.

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