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„Arbeit ist mehr als ein Job“

Foto: Diözese Bz/Bx

Seit 2008 halten die im Internationalen Gewerkschaftsbund zusammengeschlossenen Organisationen am 7. Oktober einen Aktionstag für menschenwürdige Arbeit ab. Auch die Kirche unterstützt diese Initiative.  

Die Stellungnahme von Bischof Ivo Muser, Sepp Kusstatscher (diözesane Kommission für Arbeit und soziale Gerechtigkeit), Karl Brunner (KVW) und Kitty De Guelmi (ACLI) im Wortlaut:

„Der Mensch arbeitet, um besser zu leben, und nicht umgekehrt: der Mensch lebt nicht, um zu arbeiten. Arbeit ist viel mehr als nur ein Job.

Wer den Wert und den Sinn der eigenen Arbeit erkennen und sich mit ihr identifizieren kann und wer davon gut leben kann, ist glücklich und zufrieden. Arbeit macht aber nicht nur glücklich, sie kann auch krank machen. Politische Rahmenbedingungen und arbeitsrechtliche Absicherungen müssen Freiheit, Gleichheit und Solidarität in der Arbeitswelt garantieren. Jeder Mensch hat ein Recht auf ein Leben in Würde im Sinne der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen und der Grundrechtecharta der Europäischen Union. Dieses Recht wird aber oft mit Füßen getreten: moderne Sklaverei, Ausbeutung durch unterschiedlichste Formen prekärer Arbeit, Kinderarbeit, Benachteiligung von Frauen usw.

Wir dürfen unseren Blick nicht nur auf Südtirol richten. Wachstumsversessenheit, Konsumsucht und Ressourcenverschleuderung führen in eine ökologische Sackgasse. Weit verbreitete Arbeitslosigkeit und prekäre Beschäftigungen sowie ungerechte Entlohnungen sind Ursachen für Not und Elend. Gerechtigkeit ist Voraussetzung für Frieden. Und Frieden ist Voraussetzung für Wohlstand. 

Wenn durch Profitgier die Reichen immer reicher werden und die Armut zunimmt und wenn dabei der Mensch oft nur als Produktionsfaktor, Konsument oder User gesehen wird, dann müssen wir als Christen unsere Stimme zum Protest erheben.

Was Papst Franziskus in seiner Enzyklika zur Schöpfungsverantwortung und zum Klimaschutz geschrieben hat, gilt auch für die Sozialpolitik: „Die Haltungen, welche – selbst unter Gläubigen – die Lösungswege blockieren, reichen von der Leugnung des Problems bis zu Gleichgültigkeit, zur bequemen Resignation oder zum blinden Vertrauen auf technische Lösungen. Wir brauchen eine neue universale Solidarität.“ (Laudato Si‘, 14)“

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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