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„Leute werden vorsichtiger buchen“

Thomas Cook-Flieger auf Teneriffa (Foto: 123rf)

Martin Pichler, Präsident der Reisebüros im hds, über die Folgen der Thomas Cook–Insolvenz und die Auswirkungen auf künftige Buchungen.

Tageszeitung: Herr Pichler, wird sich die Insolvenz des Reiseriesen Thomas Cook auf die Urlaubslandschaft auswirken?

Martin Pichler: Für kurze Zeit wahrscheinlich schon. Es ist zwar skurril zu sagen, aber genauso wie die Kunden sich jetzt an Terroranschläge gewöhnen, genauso werden sie auch diese Insolvenz vergessen. Nach einer gewissen Zeit, wird sich die Urlaubslandschaft wieder stabilisiert haben. Die Reisen, die noch stattfinden sollen, wurden von den Reisebüros noch nicht an die Thomas Cook-Gruppe bezahlt. Deshalb haben wir jetzt auch Möglichkeiten die Zahlungen zu stoppen. Wir schreiben die jeweiligen Hotels an und lassen uns eine Bestätigung geben, dass das Geld von der Thomas Cook-Gruppe noch nicht eingegangen ist – dazu gehören fast alle. Dann können wir die Kunden entweder direkt in dem Hotel einbuchen, oder an einen anderen Veranstalter vermitteln.

Hat man bei der Konkurrenz von ähnlichen Problemen gehört?

Bei Thomas Cook wusste man ja schon seit längerem, dass sie finanziell nicht bestens dastehen. Man wusste von dem chinesischen Investor der Anteile an der Thomas Cook-Gruppe besitzt. Das es so große Probleme gibt, und vor allem dass es so plötzlich kommt, damit hat keiner gerechnet. Dass es diese Probleme auch bei anderen Reiseveranstaltern gibt, haben wir noch nicht gehört. Das hängt natürlich auch vom einzelnen Büro ab, und mit welchen Partnern es zusammenarbeitet.

Glauben Sie, dass viele Leute von nun an vorsichtiger buchen werden?

Das denke ich schon. Ich hoffe es zumindest. Prinzipiell soll ja jeder machen, was er für richtig hält. Ich wundere mich aber manchmal schon, wie fahrlässig die Leute sich im Internet verhalten. Da wird über Portale gebucht, die die Leute gar nicht kennen und nur, weil der Preis dort am niedrigsten ist. Über solche Sachen sollte man sich schon Gedanken machen.

Interview: Maximilian Steffen

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (3)

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  • tiroler

    Thomas Cook hat es immerhin geschafft, seinerseits ein Südtiroler Reise Bus unternehmen im die Insolvenz zu schicken

  • drago

    Diejenigen, die eine Thomas-Cook-Pauschalreise bei einem Reisebüro gebucht haben, sind jetzt in der gleichen Lage wie jene, die die Buchung über Internet vorgenommen haben.
    Die Warnung vor Internetbuchungen ist in diesem Zusammenhang sinnlos und soll wohl nur das Wasser auf die eigenen Mühlen lenken.
    Ich selbst habe aufgehört bei einem Reisebüro zu buchen, als das Reisebüro nicht in der Lage war über sein System einen Flug zu einem bestimmten Flugziel (zugegebenermaßen etwas abgelegen) und die Buchung, genau wie ich selbst auch tun hätte können, über die Website einer Fluggesellschaft vornehmen musste.
    Wenn ich etwas über Internet buche oder bestelle, weiß ich welche Risiken ich eingehe und dass ich dabei auch draufzahlen könnte. Und ich weiß, warum ich es tue.

    • yannis

      @drago
      Richtig, und die Beratung, um nicht zu sagen den Dummschwatz kann man getrost verzichten,
      Ich buche grundsätzlich über die bekannten Portale bzw. auf den Portalen der Airlines selbst und kassiere den sog Cashback der sonst die Provision des Reisebüro’s darstellt selbst.

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