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Graun im Netflix-Fieber

Wird Graun im Vinschgau zum zweiten Prags? Etwa 120 Filmleute drehen derzeit im Auftrag der Streaming-Plattform Netflix die Serie „Curon“. Bereits jetzt ist ein erster touristischer Aufwind zu spüren.

von Karin Gamper

Ausnahmezustand in Graun im Vinschgau, wo seit einer Woche über 120 Filmleute die neue Netflix-Serie „Curon“ drehen. Mittelpunkt ist der historische Kirchturm von Alt-Graun, der aus dem Reschensee ragt. Die Streaming-Plattform mit weltweit 139 Millionen Abonnenten hat das 1950 geflutete Dorf für sich entdeckt. Entstehen wird eine Serie mit tragisch-mystischem Hintergrund (siehe dazu auch eigenen Info-Kasten). 

Einer, der vor Ort den Überblick bewahrt, ist Gerald Burger. Der Geschäftsführer der Ferienregion Reschenpass hilft derzeit hinter den Kulissen tatkräftig mit: er organisiert Unterkünfte, Straßensperren, berät die Crew bei der Auswahl von Drehorten. „Der Dreh kostet uns nichts, dafür sind wir im Hintergrund behilflich“, sagt Burger, der die Netflix-Präsenz absolut positiv bewertet: „Bereits jetzt hat die Serie touristische Auswirkungen, weil die gesamte Crew im Ort wohnt und hier Hotelzimmer belegt“, freut er sich. Zudem sei bereits jetzt absehbar, dass „Curon“ viele Zuseher nach Graun und zum gefluteten Turm locken wird. „Einige Grauner fürchten bereits jetzt, dass es zu viel werden könnte und dass der Ort zum zweiten Prags wird“, sagt Burger. Dort hat bekanntlich die TV-Serie „Un passo dal cielo“ einen wahren Run ausgelöst. Der Touristiker glaubt jedoch nicht daran: „Wir sind eine Durchzugsregion und haben zudem ausreichend Parkplätze selbst für große Besuchermengen parat“. Außerdem sei Graun im Gegensatz zu den Dolomiten-Regionen touristisch unterentwickelt. „Wir haben durchaus noch Kapazitäten frei“, betont er. 

Wann die Serie auf Netflix zu sehen sein wird, ist noch nicht ganz sicher. Im November wird die Crew mit etwa 60 Filmleuten jedenfalls noch einmal vor Ort drehen.

Allzu lange wird der Serienstart allerdings wohl nicht mehr auf sich warten lassen. Vor wenigen Tagen hat der US-Gigant bereits den neuen Teaser veröffentlicht. „Er hat schon voll eingeschlagen“, weiß Gerald Burger. Netflix spielt mit dem düsteren-schraurigen Hintergrund und mit der Legende, dass die Glocken des Turms im Reschensee an bestimmten Tagen noch heute zu hören seien. Und dies, obschon sie 1950 vor der Flutung von Alt-Graun entfernt wurden. Daher wird auch vor allem in der Dämmerung und in der Nacht gedreht. 

Die Befürchtung, dass Graun durch die düster-dramatische Inszenierung negativ dargestellt werden könnte, hat Gerald Burger nicht: „Die Verantwortlichen der Serie haben uns versichert, dass dies nicht der Fall sein wird“.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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