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„Nur nicht für Südtiroler“

Die Süd-Tiroler Freiheit wirft dem italienischen Staat vor, in Sachen Zweitstaatsbürgerschaft mit zweierlei Maß zu messen.

Die italienische Regierung plant das italienische Staatsbürgerschaftsgesetz abzuändern und das sogenannte „Ius culturae“ einzuführen, mit dem jeder Ausländer, der in Italien eine Schule besucht oder an einer italienischen Universität studiert hat, ein Anrecht auf die italienische Staatsbürgerschaft erhalten soll. Über eine Million Ausländer würde damit in Italien zu Doppelstaatsbürgern gemacht.

„Vor diesem Hintergrund offenbart sich die Widersprüchlichkeit und Unangemessenheit der von Italien entbrannten Polemik um den Doppelpass für die Südtiroler. Die italienische Devise scheint nämlich zu lauten: Doppelte Staatsbürgerschaft für alle, nur nicht für die Südtiroler“, kritisiert Sven Knoll.

Der Landtagsabgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit schreibt in einer Aussendung:

„Italien vergibt seit Jahren in der ganzen Welt die italienische Staatsbürgerschaft (als Zweitstaatsbürgerschaft) an Personen, die nachweisen können, dass ihre Vorfahren italienische Staatsbürger waren. Nutznießer dieser Regelung sind nicht nur die autochthonen italienischen Minderheiten in Slowenien und Kroatien, sondern auch die Nachkommen von Italienern, die im 19. Jahrhundert nach Amerika ausgewandert sind. Viele dieser Personen haben keinerlei Bindung mehr zu Italien und sprechen oftmals sogar nicht mehr die italienische Sprache. Dennoch gewährt ihnen Italien die italienische Staatsbürgerschaft.

Mit der Einführung des „Ius culturae“ würde Italien nun auch noch Millionen von Ausländer zu italienischen Doppelstaatsbürgern machen, ohne irgend einen anderen Staat um Erlaubnis zu fragen.

Angesichts der Tatsache, dass die Südtiroler eine international anerkannte österreichische Minderheit im italienischen Staatsgebiet sind, die nach wie vor enge familiäre, politische, wirtschaftliche und kulturelle Bindungen zu Österreich haben und gerade die Südtiroler Studenten größtenteils an den österreichischen Universitäten studieren, ist es nicht nachzuvollziehen, warum Italien glaubt für sich selbst das Recht in Anspruch nehmen zu dürfen, in der ganzen Welt die italienische Doppelstaatsbürgerschaft zu verteilen, den Südtirolern aber dasselbe Recht auf die österreichische Doppelstaatsbürgerschaft verwehren möchte, so der Landtagsabgeordnete Sven Knoll.

Es ist daher gut, dass sich der österreichische Nationalrat nun endlich deutlich für die doppelte Staatsbürgerschaft für die Südtiroler ausgesprochen hat. Italien soll in gut nachbarschaftlicher Beziehung informiert und in alle Gespräche eingebunden werden. Die Entscheidung liegt letztlich aber nur bei Österreich, weshalb es auch wichtig ist, dass der Nationalrat deutlich gemacht hat, dass es nicht der Zustimmung Italiens bedarf, sondern dass mit Italien lediglich Gespräche geführt werden, im Anschluss daran aber jedenfalls ein Gesetzentwurf im Parlament eingereicht wird.“

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (30)

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  • esmeralda

    Mit zweierlei Maß sollte hier tatsächlich nicht gemessen werden. Also wenn Italien wirklich so gern Doppelstaatsbürgerschaften verteilt, dann sollte es nicht dagegen sein, dass eigene Staatsbürger, das selbe Recht entsprechend dem „Ius culturae“ erhalten.

  • flizzer

    ma bitte wayne interessiert denn der österreichische pass?? für wos denn? konn mir jemand 1 (sinnvollen) vorteil nennen???? et irgendwos mit blablablavaterlandblablablapatriontenblablabla

    • unglaublich

      @flizzer
      Wenn Sie der österreichische Pass nicht interessiert, dann passt das. Kein Problem, niemand muss. Aber der Doppelpass kann gerade für Menschen, die an der Grenze wohnen, sehr sinnvoll sein.

      • flizzer

        @unglaublich: Wie gesagt, welchen Vorteil bringt denn so ein Pass? International gesehen hat der Ösi-Pass weniger Ansehen als der Italienische (z.B. Work & Travel Australien und NZ) – in Europa sind die Grenzen offen..

        Ich wohne auch in Grenznähe, die Sinnhaftigkeit hinter dem zweiten Pass erschließt sich mir aber nicht….

        • yannis

          Na dann flizzer, versuch mal mit Deinen einzigen Pass der mit einen Sichtvermerk Israel´s verziert ist, in einen Arabischen Staat einzureisen, wette spätestens dann erkennt´s Du die Vorteile…….

          • stefan1

            Dass ihr überhaupt in islamische Länder reist ?
            Ich dachte ihr Rechtsaußenheinis hasst den menschenfeindlichen Islam ?
            Oder auch nur wenn es euch bequem ist ?

  • stefan1

    Das wäre doch ein Ansatz: schau mer ob die rechten Tölpel der FPÖ mit Kultur was anfangen können, das beinhaltet dann aber leider nicht nur OE24 und FPÖTV…

  • silverdarkline

    Ach Knoll…schau Fußball, dann siehst du hin und wieder einen schönen „Doppelpass“…

  • guenter

    Doppelstaatsbürgerschaft ja, als Bedingung 18 Monate Grundwehrdienst in Österreich für alle

  • iceman

    wer heute noch auf die verdrehten Aussagen und Hirngespinste dieses halbstudierten Gebissmechanikers hereinfällt, dem ist nicht mehr zu helfen.

  • alexbozen

    …mich als als bozner und halben südtiroler/halb venetianer interessiert der Doppelpass, und wie. Schon lustig wieviele südtiroler gegen allem was ihren Erachtens irgendwie und nur ein bisschen deutsch-patriotisch ist, sind. …vor allem die waschechten südtirolern…(den dörflern und „tölderern“)
    Meine Frau kommt aus einer über 10 Mio. Einwohner Metropole und sagt dazu passend: „the human can go out from the village, but you do not can bring out the village from human“.
    af südtiolerisch: a tscheggl bleib olm a tscheggl.

    • silverdarkline

      „You do not can bring…“, ich glaub da ist wohl auch noch das Dorf irgendwo in der 10 Mio. Metropole versteckt..grammatikalisch auf jeden Fall..

      • alexbozen

        …nein, sie ignorieren dass nicht überall auf der Welt (auch in Mentropolen nicht), englisch in Universitäten gelehrt wird, weil man in solchen Regionen anscheinend oft auch andere Fächer bevorzugt… …aber sie wissen ja alles besser, typisch tscheggl. 😀

        • silverdarkline

          Na was sind denn das wohl für Regionen, wo kein Englisch (schreibt man übrigens groß) gelehrt wird und wo anscheinend auch die Groß- und Kleinschreibung keine Rolle spielt? Man kann also kein Englisch, wirft aber mit grammatikalisch fragwürdigen Zitaten um sich, Groß- und Kleinschreibung ist relativ…in Tschegglhausen vielleicht?

        • silverdarkline

          Ach je..lesen Sie doch bitte mal Ihren ersten sog. „Post“ durch…der trieft doch nur von Grammatikfehlern und unverständlichem Kauderwelsch. Also bitte, Herr Alex aus Bozen! Tschegglhafter geht’s wohl nicht! Meine Güte. Noch ein kleiner Hinweis, bauen Sie doch in Ihrem Lebenslauf noch 1/4 Irisch ein, das kommt immer gut. Unglaublich.

          • alexbozen

            …im Gegensatz zu Ihnen hab ich noch nie einen Lebenslauf schreiben müssen. Bin Unternehmer, und das auch außerhalb Südtirols und der EU. Kümmern sie sich nicht um mich.
            Ich mag den Doppelpass, den rest haben sie sich nur eingebildet, weil sie sich gern als Opfer fühlen.

          • yannis

            @silverdarkline,
            jetzt mit „alexbozen“ zufrieden ???

            Uuuund warum manchmal ein weiterer Pass recht gut herzunehmen ist habe ich den „flizzer“ weiter oben schon erklärt.

  • mannik

    So wie Knoll das Vorhaben des „Ius Culturae“ darstellt, um den Doppelpass für Südtiroler zu rechtfertigen, stimmt es nicht im Geringsten. Es ist befremdend, wie Knoll unverfroren Falschmeldungen verbreitet. Er erweist der Angelegenheit einen Bärendienst mit solchen getürkten Aussagen.
    Das Ius Culturae gilt, grob gesagt, für Kinder ausländischer Eltern (von denen mindestens ein Teil eine Langzeitaufenthaltsgenehmigung zumindest eine EU-Staates besitzen muss), die in Italien geboren, aufgewachsen oder vor dem 12. Lebensjahr nach Italien gekommen sind und hier zur Schule gegangen sind. Die Gewährung der Staatsbürgerschaft ist nicht automatisch, sondern muss beantragt werden und wird ab dem 18. Lebensjahr gewährt.
    Also der große Unterschied ist, dass sich das betreffende Kind in Italien aufenthalten muss, nicht so wie beim Doppelpass.
    Angesichts der Verdrehung der Tatsachen durch Knoll, muss man sich fragen: Ist er im Landtag wirklich tragbar?

  • silverdarkline

    @Alex aus Bozen, oh nun habe ich aber Respekt! Allerdings würde mich schon interessieren, was Sie so alles „unternehmen“? Denn Ihre unverständlichen Aussagen weisen eher auf eine Unternehmung in einer Anstalt hin. Welchen Rest bitte sollte ich mir nur einbilden? Und als ach so gebildeter Bozner Unternehmer sollten Sie doch wissen, dass es einen „Doppelpass“ beim Fußball gibt. Was Sie meinen, Herr Unternehmer, ist die „doppelte Staatsbürgerschaft“. Hiermit wünsche ich Ihnen noch gute Unternehmungen, wo und wie auch immer, und hoffentlich müssen Sie niemals verständliche Sätze schreiben oder sogar mit jemandem mal auf Englisch sprechen. Denn dann werden Sie nicht mehr viel „unternehmen“. Ach ich vergaß, Sie studierten ja in einer Region, wo man das Englische nicht kennt.

  • silverdarkline

    @yannis, ach du meine Güte. Noch so ein Halbschlauer! Inwiefern sollte ich mit diesem Schaumschläger nun zufrieden sein? Und Ihre Ausführungen von wegen Israel und Arabische Länder…na ja, in Ihrer Welt wird man’s verstehen. Also bitte, unterhalten Sie sich mit dem Unternehmer „Alex aus Bozen“, ich glaube Sie beide kommen gut zurecht.

  • alexbozen

    @silverdarkline: Sie haben wohl sehr viel Freizeit, und nichts besseres zu tun, als hier unendliche Geschichten zu erzählen…die Zeit fehlt mir leider…habe zum Glück auch was besseres zu tun. …bilden sie sich gerne weiterhin was ein.

    • silverdarkline

      Ach ja, der „Unternehmer“ hat Besseres zu tun. Kommt mir nicht vor, denn Sie schreiben doch auch sehr gerne. Also schon wieder eine Aussage, die Sie disqualifiziert. Unserem Land geht’s wirklich gut, bei solch cleveren „Unternehmern“. Ohne Worte.

    • silverdarkline

      Und weil wir schon dabei sind, etwas „Besseres“ zu tun, ja genau Herr Unternehmer, auch das schreibt man „Groß“, bitte. Es wäre wohl besser, Sie würden in diese 10 Mio. Metropole auswandern, dort würde Ihre Schlauheit nicht weiter auffallen. In Bozen und Umgebung (bei den Tscheggln) ist ihre intellektuelle Überlegenheit doch reine Verschwendung, nicht wahr?

  • alexbozen

    @silverdarkline: hoffe, sie haben sich mittlerweile ausgeweint, und ihr rechter Zeigefinger blutet nicht, vor lauter „die Seite neu laden“ drucken.
    Nur weil gar einige südtiroler eine Zweitstaatsbürgerschaft anfordern würden, könnten sie trotzdem beruhigt eine Pizza beim napolitaner bestellen. 😉

    • silverdarkline

      Na sieh mal einer an, wieder eine unverständliche Aussage von wegen „drucken, laden“, bitte? „Ausweinen“? Weil ich Ihnen den Spiegel vorhalte und Sie als ungebildeten Heini entlarve? Typische beleidigte Südtiroler Trotzreaktion wenn man nicht mehr weiter weiß. Wenigstens haben Sie nun den richtigen Ausdruck für Ihr wertloses Papier gelernt, allerdings meine Pizza esse ich weiterhin beim Neapolitaner, nicht wie Sie ihn fälschlicherweise (wen wundert’s) als „Napolitaner“ bezeichnen. Kein Wunder, dass es mit dem Englischen arg hapert, wenn man die eigene Muttersprache nur vom Hören-Sagen kennt.

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