Du befindest dich hier: Home » Politik » Warten auf die Abfertigung

Warten auf die Abfertigung

Maria Rieder

Die öffentlichen Bediensteten warten derzeit bis zu 27 Monate auf die Auszahlung ihrer Abfertigung. Das Team Köllensperger fordert das Land auf, die Abfertigung vorzustrecken.

Durch das Dekret “Salva Italia 2011” wurden die Zeiträume für die Auszahlung der Abfertigung für öffentliche Bedienstete bei Arbeitsunfähigkeit, Ableben oder freiwilliger Kündigung bedeutend verlängert.

Im Jahr 2014 wurde durch das Stabilitätsgesetz ergänzt, dass die Auszahlung der Abfertigung bei Pensionierung in bis zu drei Raten erfolgt. Die Bürger/innen erhalten die Abfertigung in einer einzigen Rate, falls der Betrag € 50.000 nicht überschreitet. Vor der „Legge di Stabilità 2014“ betrug diese Grenze € 90.000. Die Auszahlung erfolgt hingegen in zwei Raten, wenn der Betrag der Abfertigung zwischen 50.000 und 100.000 € liegt und in drei Raten, falls der Betrag über € 100.000 liegt.

“Abgesehen davon, dass es nicht zumutbar ist, so lange auf  das verdiente und selbst eingezahlte Geld zu warten, liegt hier eine Ungleichbehandlung des öffentlichen und privaten Sektors vor”, erklärt Maria Elisabeth Rieder.

Im Privatsektor wird die Abfertigung mit Ende des Arbeitsverhältnisses – etwa mit dem letzten Gehalt – ausbezahlt. Derzeit prüft der Verfassungsgerichtshof, ob diese Ungleichbehandlung verfassungswidrig oder laut Artikel 81 der Verfassung zulässig ist.

Das Team Köllensperger fordert in einem Beschlussantrag, dass die Landesverwaltung die Abfertigung der öffentlichen Angestellten bei Dienstaustritt vorstreckt. Dies ist nämlich in der Personalordnung des Landes vorgesehen.

“Wer in den Ruhestand tritt, soll auch seine Abfertigung erhalten”, sind sich Rieder und Fraktionssprecher Paul Köllensperger einig, vor allem da das Pensionsalter im Steigen begriffen ist.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (8)

Lesen Sie die Nutzerbedingungen

  • jennewein

    Liebe maria
    Bin gleicher meinung dass man alle gleich behandeln soll, öffentlich + privat.
    Sind ja auch sonst gleichgestellt.
    zB Bei ferien,mutterschaft,104 gesetz,löhne,auszeiten,arbeitsleistung und,und,und

    • leser

      Das find ich auch
      Und dass jetzt die privatangestellten noch bevorteilt sind ist eine echte sauerei

    • asterix

      @jennewein, du hast vielleicht überlesen dass es sich um selbst eingezahltes Geld handelt. Um die Abfertigung eben. Die bekommen ja auch die Privaten. Warum sollte der Landesangestellte über 2 Jahre auf sein eigenes Geld warten? Das wäre wie wenn du Geld von deinem Bankkonto haben willst und die Bank vertröstet dich 2 Jahre lang.

      • intilt

        genau, und 14. Monatsgehalt erhalten die öffentlichen Angestellten auch keines!

      • noando

        @asterix … selbst eingezahltes geld – es ist ein lohnelement. teil eines arbeitsvertrages, der sich im bezug zur auszahlung vom arbeitsvertrages eines privaten unterscheidet. und wie @jennewein sagt, gibt es auch weitere unterschiede – nicht immer zu ungunsten des öffentlich bediensteten, oder? ich persönlich finde das thema mutterschaft die größte frechheit: ist eine mutter des privaten sektors eine mutter zweiter klasse?

        zum thema: ja, von mir aus sollen auch öffentliche bedienstete alle ihre lohnelemente mit beendigung des arbeitsverhältnisses erhalten. dass jetzt aber das land einspringen soll anstelle der inps, finde ich keine gute idee. ich würde mir aber auch wünschen, dass der öffentliche sektor im bezug zur mutterschaft, an den privaten sektor angepasst wird oder umgekehrt.

        • asterix

          @noando, ja es ist ein Lohnelement das erst verdient werden muss. Also das Geld vom Arbeitnehmer. Oder glaubt man er wird einem geschenkt? Was Mutterschaft mit Abfertigung zu tum hat verstehe isch jetzt zwar nicht, aber natürlich sollen die Privaten den Öffentlichen angepasst werden und nicht umgekehrt.

  • asterix

    Diese salva l’Italia Regelung auf dem Rücken der Angestellten ist eine reine Sauerei. Ein Armutszeugnis für jeden Staat. Die Arbeitgeber werden sozusagen als Kreditgeber vom Staat missbraucht, denn die Abfertigung wird ja nicht geschenkt, die wird ja vom Angestellten selbst eingezahlt. Abgesehen davon dass der Vorwand, eben die Wirtschaftskriese, ja lange schon als beendet erklärt wurde (LH Kompatscher). Und natürlich könnte die Provinz hier eingreifen und den Landesangestellten ihre Abfertigungen auszahlen und anschl. vom INPS zurükhkassieren. Aber nein, dass geht anscheinend überhaupt nicht. Nur bei den Politikern selbst war die Rentenvorauszahlung überhaupt kein Problem, da hat man Mittel und Wege gefunden, Gesetzte geschrieben und Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt. Saubande

Kommentar abgeben

Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

2020 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl - Alle Rechte vorbehalten. Impressum | Datenschutz & AGB | Cookie Hinweis

Nach oben scrollen