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Mozart in Brixen

Das Bartholdyquintett

Heuer jährt sich zum 250. Mal der erste Aufenthalt W. A. Mozarts in Brixen. Das ist der Anlass, sich etwas mehr mit dem Salzburger Genie und seinem Bezug zu Brixen zu beschäftigen.

Am Samstag 7. September spielt das Bartholdy Quintett im Kaisersaal der Brixner Hofburg Werke von Mozart und Joseph Eybler. Am Sonntag 8. September führen Domchor und Domorchester bei der Messe mit Bischof Ivo Muser im Dom Mozarts Spaur-Messe KV 257 auf. Das originale Stimmenmaterial aus dem Diözesanarchiv präsentiert Hildegard Herrmann-Schneider anschließend in der Hofburg bei ihrem Kurzvortrag.
Wolfgang Amadé Mozart, Joseph Eybler und Brixen stehen miteinander in unterschiedlicher Weise in Beziehung: Für Mozart war in jungen Jahren Brixen Durchreisestation auf dem dreimaligen Weg nach bzw. von Italien, in Begleitung seines Vaters. Dies hatte auf der Rückkehr von der zweiten Italienreise einen Aufenthalt der beiden Mozarts samt Musizieren in der Hofburg zur Folge; sie verweilten hier am 11. und 12. Dezember 1771 als Gäste bei ihrem Gönner und Freund Graf Ignaz von Spaur, der seit 1755 Domherr zu Salzburg und gleichzeitig seit 1763 Kanonikus in Brixen war. Was die Verknüpfung von Mozart mit Brixen untrennbar und welt- weit einmalig macht, ist die Geschichte von Mozarts Spaur-Messe KV 257 bzw. deren Identifizierung im Jahr 2007 durch Hildegard Herrmann-Schneider. Im Gegensatz zu Mozart machte Joseph Eybler mit Brixen nie persönlich Bekanntschaft; er war hier jedoch um 1820/30, in bereits fortgeschrittenem Alter, mit ca. 20 repräsentativen seiner in Summe über 130 Sakralkompositionen im Repertoire des Domchors vertreten. Das zugehörige Notenmate- rial wird noch heute im Diözesanarchiv Brixen (Bestand Domka- pitelarchiv) verwahrt und ist über Förderung der Brixner Initiative Musik und Kirche wissenschaftlich erschlossen (siehe www.rism. info). Eybler besaß Mozarts Hochachtung und Vertrauen als Komponist, Musiker und schließlich persönlicher Freund. Die genannten Fakten ließen die Grundidee für das Konzept des heutigen Konzertprogramms aufkommen: Zu einem Jubiläum erklingt höchst vollendete Kammermusik Mozarts an der Stätte seines einstigen Auftretens, in Kombination mit einem passenden Werk aus der Feder seines engen Verbündeten Joseph Eybler. Die Stadt Brixen gedenkt 2019 des ersten Verbleibs von Wolfgang Amadé und Leopold Mozart in Brixen. Dieser beschränkte sich, im Rahmen der ersten Italienreise, auf eine Übernachtung vom 20. auf den 21. Dezember 1769, in Richtung Süden. Details zu dieser Kurzvisite sind unbekannt.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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