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„Komplexes Thema“

Landesrätin Waltraud Deeg will gemeinsam mit der Elterninitiative die neuen Urlaubs- und Krankheitsregelungen in den Kindertagesstätten noch einmal beleuchten und evaluieren.

von Lisi Lang

Auf Einladung von Familienlandesrätin Waltraud Deeg schilderten Vertreterinnen der Elterninitiative im Familienbeirat ihre Erfahrungen mit der Kleinkindbetreuung in Südtirol. „Es gibt nach wie vor unterschiedliche Gesichtspunkte was Organisation und Kosten betrifft“, fasst Landesrätin Waltraud Deeg die Situation nach der Aussprache zusammen.

Anfang des Jahres wurde die Urlaubs- und Krankheitsregelungen in den Kindertagesstätten abgeändert, sehr zum Missfallen vieler Eltern. Aber auch die Anpassungen und Verbesserungen, die von der Landesregierung Ende Juli vorgenommen wurden, seien noch nicht die optimale Lösung.

Nach der gemeinsamen Aussprache zeigen sich die Vertreterinnen der Elterninitiative aber positiv. „Es handelt sich um ein sehr komplexes Thema, aber es war uns einfach auch wichtig, allen Beteiligten die Problematiken der Eltern genau zu erläutern“, so die Vertreterinnen der Elterninitiative nach dem Treffen.

Dem schließt sich auch die Landesrätin an, die betont, dass man aber auch in Zukunft bereit sein müsse, Kompromisse einzugehen, um so in erster Linie die Qualität des Dienstes gewährleisten zu können. „Ich kann die Probleme der Eltern durchaus nachvollziehen, aber leider sehen viele nur die Kostenseite“, erklärt die Landesrätin und rechnet vor: Wenn eine Familie beispielsweise 20 Stunden pro Woche eine Kindertagesstätte besucht und aufgrund eines niedrigen Einkommens 90 Cent pro Betreuungsstunde bezahlt, sind das 18 Euro pro Woche und 72 Euro pro Monat. Die Differenz zu den effektiven Kosten der Betreuungsstunde von 10,20 Euro wird von den Gemeinden und dem Land getragen. „Aber auch hier muss man sagen, dass 94 Prozent der Eltern in Südtirol das Landesfamiliengeld von 200 Euro bekommen“, erklärt Deeg. Und diese Summe sei entweder als Unterstützungsbeitrag vorgesehen, sollte eine Mutter oder ein Vater die Kinder zuhause betreuen oder eben für die verschiedenen Betreuungsangebote. „Zudem gibt es ja auch noch weitere finanzielle Unterstützungen für Familien“, so Deeg.

Konkrete Schritte wurden am Mittwoch noch nicht vereinbart, allerdings soll dies im Rahmen der nächsten Treffen gemeinsam mit allen Beteiligten, also auch mit den Vertreterinnen der Elterninitiative, geschehen. „Dann können wir die einzelnen Punkte genau diskutieren und gleichzeitig evaluieren, wie die Neuerungen in der Praxis angekommen sind“, erläutert die Landesrätin. „Wir sind den Eltern bereits sehr entgegengekommen, aber mehr als diese zusätzliche Woche ist laut dem Gemeindenverband nicht möglich.“ Die Elterninitiative aber unterstreicht: „Dieser Dienst wird für die Familien angeboten und daher ist es schon auch wichtig, dass er funktioniert und mit den Eltern abgestimmt wird“, so Doris Albenberger von der Elterninitiative Südtirol.

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