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Arno am Lehrerpult

LH Arno Kompatscher und die Landesräte haben am Donnerstag in neun Schulen mit den Schülerinnen und Schülern über die Autonomie diskutiert.

Gleich drei Meilensteine der Südtirolgeschichte bilden heuer den besonderen Rahmen für den Tag der Autonomie. Er wird jedes Jahr am 5. September begangen, jenem Tag an dem im Jahr 1946 der Pariser Vertrag unterzeichnet wurde und mit dem die Grundsteine für den Schutz der deutschen und ladinischen Kultur, Sprache und Identität gelegt wurden.

Heuer erinnert das Land Südtirol aber nicht nur an diesen Tag, denn drei weitere für unser Land historisch bedeutende Ereignisse feiern Jubiläum: Vor 100 Jahren hat der Friedensvertrag von Saint-Germain besiegelt, dass Südtirol Teil Italiens wird. Vor 80 Jahren haben das Deutsche Reich und Italien in einem Vertrag die Option für die deutsche und ladinische Sprachminderheit aus Südtirol beschlossen und vor 50 Jahren haben die Parlamente in Österreich und Italien das sogenannte Paket genehmigt.

Autonomie-Dialog mit den Jugendlichen

Um den Jugendlichen von der Auotomie-Geschichte zu berichten und einen Blick auf die zukünftige Entwicklung Südtirols zu werfen, hat die Landesregierung entschieden, sich am ersten Schultag mit den Schülerinnen und Schülern an neun Oberschulen – verteilt auf alle Landesteile – zu treffen, wie Landeshauptmann Arno Kompatscher berichtet: „Gerade weil sich heuer diese drei besonders einschneidenden Ereignisse der Südtirol-Geschichte jähren, haben wir bewusst den Kontakt zu Oberschülerinnen und -schülern gesucht. Der Blick auf die Vergangenheit kann besonders jungen Menschen helfen, aktuelle Ereignisse besser einzuordnen. Andererseits brauchen wir als Verantwortungsträger das kritische Hintefragen unserer Jugend.“

Die Landesregierung in den Schulen

So war Landeshauptmann Kompatscher am Oberschulzentrum Sterzing, während sich seine drei Stellvertreter Arnold Schuler, Giuliano Vettorato und Daniel Alfreider mit den Jugendlichen am Oberschulzentrum von Mals, am Gymnasium Carducci in Bozen beziehungsweise am Oberschulzentrum von St. Ulrich diskutierten. Landesrätin Maria Hochgruber Kuenzer besuchte die Fachoberschule Zuegg in Meran. In Bozen haben sich Thomas Widmann und Massimo Bessone mit den Jugendlichen der Fachoberschulen Max Valier bzw. Galileo Galilei getroffen. Philipp Achammer dagegen war bei der Fachoberschule Durst in Brixen. Eine gleich zweisprachige Begegnung hatte schließlich Landesrätin Waltraud Deeg in Bruneck: Dort diskutierte sie sei es mit den deutschsprachigen Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Cusanus als auch mit den italienischsprachigen vom Gymnasium Antonio Cantore.

Zweisprachiger Austausch in Bruneck

Insgesamt beteiligten sich rund 200 Maturanten an diesem zweisprachigen Treffen in Bruneck und warfen im Dialog mit Landesrätin Deeg verschiedenste Themen auf: „Wie kann die Mehrsprachigkeit besser gelebt werden?“, fragte sich eine Schülerin, die im Pustertal wegen ihrer italienischen Muttersprache noch immer auf Vorurteile trifft. Oder: Welchen Herausforderungen muss sich die Autonomie stellen? Auch die politisch heikle Flüchtlingsthematik und diedoppelte Staatsbürgeschaft wurden angesprochen. Gleichzeitig sind sich die Jugendlichen durchaus auch der Vergangenheit bewusst. So fragten sich einige, was aus Südtirol geworden wäre, wenn die Paketabstimmung anders ausgegangen wäre, oder ob gegen Ende der 50er Jahre tatsächlich die Gefahr eines Bürgerkrieges bestand.

Die Schulsprecher der beiden Oberschulen betonten, dass „Autonomie unsere Zukunft ist!“ Es sei gut, darüber zu diskutieren, ja man müsse noch mehr darüber hören.

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