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„Katastrophenjahr“ für Imker

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Das heurige Jahr war für viele Imker ein Nulljahr. Imkereibetriebe haben große finanzielle Verluste gemacht. Wie die Imker den Ausfall dennoch kompensieren wollen.

Tageszeitung: Herr Pohl, dass das heurige Jahr für die Imker kein ertragreiches sein wird, war bereits absehbar. Der Honig wurde bereits eingesammelt…

Engelbert Pohl (Obmann Imkerbund): Ja, genau, die Bienen werden bereits für den Winter vorbereitet, der Honig wurde auch schon eingesammelt. Unsere Befürchtungen haben sich bestätigt. Schätzungsweise sind 80 Prozent der Imker heuer ohne Honig geblieben. Nur in den höheren Lagen gab es ein zufriedenstellendes Jahr. Allerdings haben nur sehr wenige Imker auch Völker auf den Bergen. Sowohl Waldhonig als auch dunklen Honig gibt es aber heuer nur sehr wenig. Ich persönlich erinnere mich an kein Jahr, das landesweit so schlimm war, wie das heurige. Es ist ein Katastrophenjahr.

Es gibt also landesweit Ausfälle von 100 Prozent?

In meiner Imkerei gibt es tatsächlich Stände, in denen überhaupt kein Honig produziert wurde. Mancherorts konnte man um jenen Kilo Honig froh sein, aber das ist natürlich viel zu wenig. Es gibt also vielleicht schon einige Imkereibetriebe, die ein klein wenig Honig produzieren konnten, aber nur im Hochgebirge lief das Jahr wirklich zufriedenstellend. Die anderen bleiben auf den Kosten sitzen.

Wie hoch fallen diese Kosten aus?

Das hängt natürlich vom Imker selbst ab. Tatsache ist, dass ein Bienenvolk Honigtau braucht, um zu wachsen. Wenn es diesen Honigtau nicht gibt, gibt es auch kein Volk. Der Honigtau wird von Blattläusen oder Lachniden ausgeschieden.

Warum gab es keinen Honigtau?

Für uns Imker ist vor allem der Monat Mai wichtig. Dann fliegen die Bienen nämlich aus, um den Honigtau einzusammeln. Soweit ich mich erinnere, gab es im Mai nur zwei bis drei Tage in denen sie Honigtau einsammeln konnte. Die gesammelte Menge war aber deutlich zu wenig. Eigentlich bräuchten die Bienen einen Kilo Honigtau täglich.

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