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Anna M. Rose, Homo Bulla

Anna Rose: The Dunes

Am 5. September um 19 Uhr wird die Ausstellung Homo Bulla der amerikanischen Künstlerin Anna M. Rose als dritter und letzter Termin der Ausstellungsreihe von Lottozero im Atelierhaus des Museion eröffnet.

2019 präsentiert das von den Boznerinnen Arianna und Tessa Moroderin Prato gegründete Zentrum für Kunst, Design und Textilkultur Lottozerodort drei von Alessandra Tempesti kuratierte ortsspezifische Projekte. Am Tag nach der Eröffnung (Freitag, 7. September) lädt Lottozero um 17 Uhr zu einem vertiefenden Gespräch über das künstlerische Werk von Anna M. Rose ein. Dabei wird Rose im Dialog mit Alessandra Tempestiüber ihreVideoarbeiten sprechen.

Mit einem Geflecht aus synthetischen Haaren umwickelte Kugelnbilden die Installation von Anna M. Rose im Atelierhaus. Die unterschiedlich großen Kugeln sind beweglich– die Besucherinnen und Besucher können diese daher berühren und verstellen: siewerden damit zum Teil einer spielerischen Erfahrung, ein „lebendes Bild“, in dem die visuelle zurhaptischen Dimension wird. Eine Einladung zu einem Spiel, das sich allerdings nicht in infantiler Leichtigkeit erschöpft: Der Kontakt mit dem Material der Kugeln – ein formloses, faseriges und hypertrophes Gewirr aus synthetischen Haaren– erzeugt einen verstörenden, vielleicht sogar abstoßenden Effekt.

Homo Bullarückt die Mehrdeutigkeit von Gesten und Materialien, die aus ihrem ursprünglichen Kontext herausgelöst sind, in den Focus des Betrachters. Damit dekonstruiert diese Arbeit die mit der Haartracht – als Merkmal von Weiblichkeit, Schönheit und Vergänglichkeit– sich verbindende Vorstellungswelt. Gleichzeitig inszeniert die Künstlerineine Reflexion über die Zeit und das menschliche Leben.Wie schon der AusstellungstitelHomo Bulla(der Mensch ist eine Blase) andeutet, der sich auf den Philosophen Erasmus von Rotterdam (1467 – 1536)bezieht, ist dasLeben zerbrechlich und endlich. Die von der Künstlerin heraufbeschworenen Bilder schlagen eine Verbindung zum Spiel mitSeifenblasen – ein in alten Gemälden sowie in Darstellungen der Vanitasmit Stillleben, die zur Allegorie für die Flüchtigkeit und Ungreifbarkeit des Lebens werden, häufig vorkommendes Element.

Die Installation von Anna M. Rose ergänzt eine neue Video-Serie der Künstlerin. In diesen Arbeiten isoliert das Kameraauge einen Spielablauf (mit Ball, Schnur und Stock),der so oft obsessiv wiederholt wird, bis aus dem Vergnügen eine gefährliche Bedrohungwird.

Indem sie Skulptur, Video und Performance verbindet, entwickelt Anne Rose eine essentielle und einschneidende visuelle Sprache, die aus der perzeptiven Verfremdung ein Instrument der Reflexion und Subversion macht: Ihre verstörenden Bilder mit ihrer manchmal subtilen und manchmal zur Schau stellenden Widersprüchlichkeit zersetzen von innen heraus Stereotypen, soziale Hierarchien und Spielregeln“– so die Kuratorin Alessandra Tempesti.

Die im Werk von Anne M. Rose praktizierte Demystifizierung vonStereotypen der Weiblichkeit verbindet sie mit einigen Positionen der Ausstellung Doing Deculturalization. Diese Themenausstellung der Gastkuratorin Ilse Lafer, die sich auf das Denken der italienischen Kunsthistorikerin und Theoretikerin Carla Lonzi stützt, präsentiert mehr als 40 Positionen von Künstlerinnen und Archivmaterialien (im Museion bis zum 3. November 2019).

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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