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„Am längeren Hebel“

Renate Gebhard

Premier Giuseppe Conte hat die Arbeiten zur Regierungsbildung aufgenommen. Derzeit sei kein Platz für autonomiepolitische Zugeständnisse, meint SVP-Sprecherin Renate Gebhard.

Tageszeitung: Frau Gebhard, die Volkspartei wird sich laut Vorgaben des Parteiobmanns bei der Vertrauensabstimmung über Ministerpräsident Giuseppe Conte der Stimme enthalten. War es nicht voreilig, das Abstimmungsverhalten festzulegen, ohne zu wissen, was im Regierungsprogramm steht?

Renate Gebhard: Die Entscheidung ist aufgrund unserer negativen Erfahrungen mit den Grillini in den letzten Monaten nachvollziehbar und kohärent. In den Sachthemen werden wir, so wie wir es in der Vergangenheit auch gemacht haben, von Fall zu Fall entscheiden. Im Übrigen denke ich, dass aufgrund der derzeitigen Konstellation und Rahmenbedingungen nicht viel Platz für konkrete autonomiepolitische Zugeständnisse sein wird. Der Fokus liegt auf den Staatsfinanzen, dem Haushalt und dem Wirtschaftswachstum. Es ist positiv, dass Europa bereits Entgegenkommen signalisiert hat.

Welche Erfahrungen haben Sie als Abgeordnete mit den Grillini gemacht? Sind sie wirklich so schlimm, wie der Obmann sie beschreibt?

Leider haben sich die Grillini in der Vergangenheit oft als realitätsfremd erwiesen. Auch ihr vielfach mangelndes Gespür für unsere Autonomie und unsere Sondersituation als sprachliche Minderheit hat eine Zusammenarbeit erschwert. Stichwort Giulia Grillo – Facharztausbildung und Danilo Toninelli – A22.

Die SVP hatte immer ein privilegiertes Verhältnis zum PD, mit dem sie in der letzten Legislaturperiode Dutzende Durchführungsbestimmungen unter Dach und Fach gebracht hat. Was erwarten Sie sich von einer neuen Regierungsbeteiligung des PD?

Ich denke, dass wir mit dem PD auch in Zukunft auf einer sachlichen Ebene in autonomiepolitischen Themen gut zusammen arbeiten können. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass der PD in dieser neuen Regierungsmehrheit nur der Juniorpartner ist und somit die Grillini am längeren Hebel sitzen werden. Es bleibt auch zu hoffen, dass sich der PD in nächster Zeit nicht spaltet.

Welche Beziehungen pflegen Sie zur PD-Abgeordneten Maria Elena Boschi, die in Bozen gewählt wurde?

Ich habe ein freundschaftlich-kollegiales Verhältnis zu Maria Elena, so wie ich es auch mit anderen Kolleginnen und Kollegen im Parlament habe.

Welche Auswirkungen hat die Koalition in Rom auf die Landesregierung?

Keine unmittelbaren. Aber natürlich ist uns nun mit der Lega der direkte Ansprechpartner in der Regierung weggefallen.

Interview: Matthias Kofler

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (9)

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  • leser

    Es ist schon der hammer in einem atemzug zu behaupten dass die lega als partner weggefallen ist und noch dazu eine partei mit dem grundsatz noi italiani per prima als autonomiefreunde zu nennen due gebhard scheint wohl extrem vom weinbergweg gesteuert zu sein
    Im übrigen ist dich die svp diejenige gewesen die PD und 5stelle in den rücken gefallen sind nur um im landtag die pfkegeleichte regierungsmehrheit der lega zu geniesen
    Aber letztendlich ist es egal wer in rom von den svp fritzen sitzt und wue sie entscheiden ihre rolle und einfluss ist sowieso nicht vorhanden das sind nur märchen die unsere schafe schlucken

  • pingoballino1955

    Vor lauter SVP Arroganz,entscheiden sie etwas,obwohl sie nichteinmal das Programm kennen! Was hat das mit den Grillini zu tun?? Für euch nur eine billige Alibifunktion um eure politische Dummheit zu rechtfertigen!

    • andreas

      Ruhig Blut, sonst bekommst noch einen Herzinfarkt bei deinen fundierten Analysen.

      • pingoballino1955

        andreas-Mir geht es gut,bin auf der Alm-juchuuu. Zum Glück kann ich dort trotzdem Rai 24 schauen und analysieren!!! Aber erst am Abend! Zwecks Herzinfarkt wäre ich mir bei dir nicht so sicher,ob es dich nicht mal erwischen könnte,vor allem wenn es um Kompatscher geht!Schönes herzinfarktfreies Wochenede!

  • andreas

    Achammer und Durnwalder sind das Problem der SVP.

  • kleinlaut

    Der Achammer, neuerdings mit “ Pavarotti“ Bart ( aufgeklebt? ), heute in der erzkatholischen ( bis zum Erbrechen )“ Dolomiten“ werbewirksam neben Conte abgelichtet! Dafür darf das Bubi wieder einmal den Ebners die Schuhe putzen.

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