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Verstoßenes Schaf

Die aktuellen Tätigkeiten in den Bereichen Sucht, Essstörungen, Gewaltprävention, Frühe Hilfen und Jugendarbeitstanden standen im Mittelpunkt des Gesprächs zwischen LH Arno Kompatscher und Peter Koler.

Die aktuellen Tätigkeiten in den Bereichen Sucht, Essstörungen, Gewaltprävention, Frühe Hilfen und Jugendarbeitstanden kürzlich im Mittelpunkt des Gesprächs zwischen Landeshauptmann Arno Kompatscher und Peter Koler, dem Direktor des Forums Prävention im Palais Widmann in Bozen.

Koler berichtete, dass viele Initiativen gut angenommen werden und Erfolge zeigen: „Mittlerweile gibt es eine große Mehrheit unter den Südtirolern, die strikt auf Alkohol verzichten, wenn sie mit dem Auto unterwegs sind“. Auch sei die Sensibilität bei Mobbingsituationen und bei Essstörungen gestiegen, so Koler.

Bereiche mit Aufholbedarf – Menschen Perspektiven geben

Auch die Fachstelle Jugend sei mit ihren Projekten Afzack und youkando.it sehr erfolgreich und die Fachstelle Familieentwickle insbesondere für Eltern von kleinen Kindern innovative Projekte, informierte er den Landeshauptmann. „Trotzdem haben wir Bereiche, wo es Aufholbedarf gibt, etwa bei den illegalisierten Drogen, wo es eine aktualisierte Strategie braucht.“ Auch die fortschreitende Digitalisierung stellt alle Fachstellen vor neue Herausforderungen. „Als Forum Prävention wollen wir alles unternehmen, Menschen in ihren Kompetenzen zu fördern, Ausgrenzungen zu vermeiden und positive gesellschaftliche Perspektiven zu eröffnen“, unterstrich Koler.

Symbolisch dafür überreichte er dem Landeshauptmann als Geschenk einen Keramik-Schafskopf, der als Teil einer Kunst-Serie mit weißen Köpfen geplant gewesen war. Als „misslungener“ Kopf mit grün-grauer Farbe und fehlendem Ohr war er aussortiert worden.

Den Schwächsten unter die Arme greifen

Kompatscher verstand und nahm das „verstoßene“ Schaf gerne an: „In einer immer schnelleren Welt, in der sich Dinge von heute auf morgen schlagartig verändern können und die Leistung des Einzelnen im Vordergrund steht, bleiben einige Menschen zwangsläufig auf der Strecke“, kommentierte Kompatscher. „Als Landeshauptmann sehe ich dies mit Sorge und fühle gleichzeitig die Verantwortung, Initiativen und Organisationen tatkräftig zu unterstützen, welche den Schwächsten unserer Gesellschaft unter die Arme greifen und ihnen neue Perspektiven öffnen“, betonte Kompatscher.

Koler zeigte sich erfreut über das Interesse und die Unterstützung: „Wir schaffen es mittlerweile relativ gut, Menschen frühzeitig abzuholen und schon in einem frühen Stadium die Weichen zu stellen, dass sie unterstützt werden“, erklärte Koler. Vor allem bei den Jugendlichen sei es wichtig, den Puls der Zeit zu fühlen und durch auf sie zugeschnittene Angebote Fälle schwerer Abhängigkeiten und Hilflosigkeit zu vermeiden.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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