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Neue Sportlehrer?

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Das Parlament will mehr Sport und Bewegung an den Schulen und die Qualität des Sportunterrichts verbessern. Werden künftig auch an Grundschulen ausgebildete Sportlehrer unterrichten?

von Lisi Lang

Es ist eine bekannte Forderung der Sportlehrer in Südtirol: Auch an Grundschulen sollen ausgebildete Sportlehrer die Schüler unterrichten. „Heute ist es noch einmal wichtiger, dass junge Schüler guten und ausgewogenen Sportunterricht erhalten, da die motorischen Fähigkeiten der Kinder eindeutig abgenommen haben“, sagt Patrizia Gozzi, Vorsitzende der Interessensvertretung der Südtiroler Sportlehrer.

Die Südtiroler Sportlehrer beobachten daher genau die aktuellen Entwicklungen in Rom. Dort hat das Parlament nämlich ein Ermächtigungsgesetz verabschiedet, welches die Regierung ermächtigt, verschiedene Maßnahmen zu ergreifen, mit dem Ziel, den Sport- und Bewegungsunterricht aufzuwerten und der Änderung, dass Sport und Bewegung in sämtlichen Schulstufen von ausgebildeten Sportfachkräften vermittelt werden soll.

„Grundidee dieses Gesetzes ist es Bewegung zu fördern und vor allem die Qualität des Sportunterrichts zu verbessern“, erklärt die SVP-Kammerabgeordnete Renate Gebhard. Dadurch will das Parlament ein stärkeres Bewusstsein für mehr Bewegung und einen gesünderen Lebensstil schaffen, auch weil es in Italien immer mehr übergewichtige Kinder gibt.

Das Ermächtigungsgesetz wurde bislang von der Kammer genehmigt und an den Senat weitergeleitet. Dort müsste es nach der Sommerpause behandelt werden, sofern sich die politische Situation in Rom nicht weiter zuspitzt. „Sobald das Gesetz auch vom Senat ohne weitere Änderungen genehmigt wurde, hat die Regierung ein Jahr lang Zeit, Maßnahmen umzusetzen“, erläutert Renate Gebhard. Wie diese Maßnahmen im Detail aussehen sollen, muss erst noch definiert werden.

Südtirol hat in den letzten Jahren im Bezug auf die Aufwertung des Sportunterrichts einiges getan. Unter anderem wurde das Maßnahmenpaket „Sport macht Schule“, welches eine Erhöhung der Sportstunden an den Südtiroler Grund- und Mittelschulen vorsah, umgesetzt. Diesbezüglich ist man in Südtirol also bereits einen Schritt weiter.

Was Sportlehrer an den Grundschulen angeht, so gibt es hierzulande immer noch Diskussionen. „Was die Einführung der Fachlehrpersonen für den Bereich Bewegung und Sport in der Grundschule betrifft, so setzt Südtirol schon seit Jahren in der Grundschule auf das „Mehrlehrersystem“, was bedeutet, dass nicht der „insegnante unico“ in der Grundschule alle Fächer unterrichtet, sondern dass die Fächer zwischen mehreren Lehrpersonen aufgeteilt werden“, erklärt Landesschuldirektorin Sigrun Falkensteiner. Oberstes Prinzip sei dabei immer ein ganzheitlicher Ansatz und nicht ein fachspezifischer wie in der Mittelschule und Oberschule, betont Falkensteiner.

In diesem Lichte will das Schulamt die Entwicklungen auf Staatsebene zwar inhaltlich verfolgen, eine Pilotierung wird derzeit aber noch nicht angestrebt. „Nicht zuletzt auch, weil die Besonderheiten der deutschen Schulen auf Grund der territorialen Streuung berücksichtigt und bedacht werden müssen“, unterstreicht die Landesschuldirektorin.

Die Vertreter von ISSL und AIEFAA hoffen, dass künftig auch an Grundschulen eigene Sportlehrer eingestellt werden und so ein Anreiz für die vielen Sportstudenten geschaffen wird, die aktuell aufgrund der begrenzten Stellen fürSportlehrer nach dem Studium in andere Bereiche wechseln. „Es ist noch ein langer Weg, aber die Politik geht ganz eindeutig in die richtige Richtung“, freut sich Patrizia Gozzi.

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