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„Mir würde das Herz bluten“

Die Progress Group möchte ihren Sitz in Brixen erweitern. Dafür soll ein Auwald im Industriegebiet weichen. Nun formt sich Protest gegen das Unterfangen.

von Markus Rufin

Die Progress Group zählt zu den wichtigsten und größten Unternehmen in Brixen. Die Firma, die in den Geschäftsfeldern Maschinen- und Anlagenbau, Bauindustrie sowie Baustoffe tätig ist, wächst seit Jahren.

Der Sitz der Firma platzt aus allen Nähten. Seit Jahren ist bekannt, dass die Firma gerne erweitern würde. Zwar liegt in der Gemeinde Brixen derzeit ein Antrag auf einer Änderung im Bauleitplan auf, dieser ist aber nicht vollständig.

Die Progress Group hätte mit dem nahegelegenen Auwald einen idealen Standort für die Erweiterung. Doch bereits jetzt formen sich Proteste gegen das Vorhaben.

Franz Pattis von der Initiative für ein lebenswertes Brixen macht auf das Vorhaben aufmerksam: „Mittlerweile hat die Firma Progress dem Institut Vinzentinum ein circa drei Hektar großes Areal abgekauft und ist natürlich bestrebt, dieses auch baldigst für den Betrieb zu nutzen.“

Das heißt im Klartext: Das Unternehmen möchte drei Hektar Wald roden, um seinen sitz zu erweitern. Für Pattis ist dieses Vorhaben nicht: „In diesem Waldstück wurden von Fachleuten insgesamt 64 teils vom Aussterben bedrohte Vogelarten beobachtet. Unter anderem gibt es dort noch die einzige Brutkolonie des Graureihers am Eisack. In den Abendstunden kann man am Rande des Auwaldes den vielen Vogelstimmen zuhören und glaubt an einem Urwald zu stehen.“

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Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (2)

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  • asterix

    Das Herz würde blute? Wegen dem zugemüllten letzten Rest eines ehemaligen Auwaldes, wo links und rechts täglich hunderte Autos vorbeirauschen und im Winter der dreckige Schnee abgeladen wird? Mir blutet das Herz eher wegen dem Hellergarten, der um 8 Millionen für den Tourismus mitten in Brixen gebaut werden soll.

    • wollpertinger

      Im Jahr 1912 (!) hat sich die damalige Zeitung „Brixener Chronik“ dafür stark gemacht, das gesamte riesige Auwaldgebiet im Süden von Brixen unter Naturschutz zu stellen. Statt dessen hat man Teile des Gebietes später als Mülldeponie verwendet und den größten Teil mit Abraummaterial des Kraftwerksbaues aufgefüllt, um dort die Industriezone zu errichten. Wahrscheinlich will man den winzigen übriggebliebenen Rest jetzt auch noch verschwinden lassen, um nicht dauernd daran erinnert zu werden, wie es dort einmal war.

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