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Grödner in Not

Foto: 123rf

Ein Grödner Geschäftsmann, der die Salzburger Festspiele besuchen wollte, erlebte bei einer Kontrolle durch die Grenzpolizei eine böse Überraschung.

 von Artur Oberhofer

Er wollte sich ein bisschen Kultur geben. Und landete fast im Knast.

Ein Grödner Geschäftsmann war am vergangenen Dienstag auf dem Weg nach Salzburg, zu den Festspielen, wo er sich die Neuinszenierung von Wolfgang Amadeus Mozarts Oper Idomeneo ansehen wollte.

Doch eine Streife der Grenzpolizei im bayerischen Piding durchkreuzte die Pläne des Mann aus St. Ulrich.

Auf der A 8, kurz vor der Grenze zu Salzburg, wurde der Grödner Geschäftsmann von bayerischen Grenzpolizisten kontrolliert. Und diese mussten dem Fahrer nach Rücksprache mit der Zentrale mitteilen, dass sein Auto – ein potenter Audi – leider von den italienischen Behörden zur Sicherstellung ausgeschrieben ist. Wegen Unterschlagung, so wurde dem völlig verdutzten Mann aus Südtirol beschieden.

Der Grödner fiel aus allen Wolken. Keine Festspiele! Keine Oper! Und das Auto zur Beschlagnahme ausgeschrieben …

Der Geschäftsmann beteuerte gegenüber den Beamten, er habe sämtliche Raten für seinen Audi im Wert von 50.000 Euro termingerecht und vollständig bezahlt. 

Da seine Angaben für die Polizisten sehr glaubhaft erschienen, begann der Vernehmungsbeamte der Grenzpolizei Piding sofort damit, die Hintergründe für die Ausschreibung aus Südtirol zu ermitteln. 

Letztendlich konnte ein Telefonat mit der zuständigen Sachbearbeiterin der Carabinieri in St. Ulrich schnell Licht ins Dunkel bringen.

Was war geschehen?

Ein junger Carabiniere hatte offenbar Mist gebaut!

Der Grödner Geschäftsmann hatte nämlich wenige Tage zuvor lediglich seinen Autoschlüssel bei den Carabinieri als verloren gemeldet. 

Wie die Grenzpolizei Piding nun mitteilt, habe – Zitat – „der mit der Anzeigenaufnahme betraute frischgebackene Carabinieri-Beamte vor lauter Aufregung über seinen ersten Fall versehentlich gleich das ganze Auto zur Sicherstellung ausgeschrieben. 

Die Grenzpolizei Piding schreibt süffisant in einer Aussendung:

„Während die Beamten noch mit den Ermittlungen beschäftigt waren, schlüpfte der Geschäftsmann schon auf der Dienststelle in sein Festspiel-Outfit, um im Falle seines erhofften ,Freispruchssein Ziel in Salzburg noch rechtzeitig zu erreichen. 

Überglücklich über die Entwarnung konnte der Grödner kurz darauf die Dienststelle samt seinem Auto verlassen.

Wie er tags darauf telefonisch mitteilte, erreichte er die Festspiele rechtzeitig und konnte eine grandiose Aufführung genießen. Auch nach der Aufführung ließ er seinen aufregenden Tag im Kreise seiner Freunde noch einmal Revue passieren – und war froh über die effiziente Ermittlungsarbeit der Schleierfahnder aus Piding.“

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (5)

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  • malwasneues

    Na dann sind wir ja froh für den Grödner Geschäftsmann und auch für den Herrn Oberhofer, dass er wieder etwas zum Berichten gefunden hat 🙂

    Wäre es auch so „liscio“ ausgegangen, wenn es einen – sagen wir süffisant – etwas weniger wichtigen Zeitgenossen getroffen hätte, und wäre über den dann auch berichtet worden?

  • wollpertinger

    Ich finde den Bericht interessant. Es geht hier nach nicht darum, ob der Grödner Geschäftsmann wichtig war, sondern um den Fall als solchen und dass die Polizei von Piding (nicht gerade eine Metropole) den Fehler eines Carabiniere in Windeseile herausgefunden und korrigiert hat. Auf die Richtigstellung durch die Carabinieri wird der Grödner wohl noch etwas warten müssen.

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