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Die Sado-Maso-Beziehung

Wie die Grüne Brigitte Foppa der neuen Landesregierung den Kopf gewaschen hat. Und warum sie glaubt, dass niemand wisse, wo Massimo Bessone arbeitet.

von Matthias Kofler

Brigitte Foppa hat in ihre Rede zum Nachtragshaushalt einige Breitseiten gegen die neue Mehrheit aus SVP und Lega gepackt. Die Leghisti und der Landeshauptmann, das verriet deren ernster Gesichtsausdruck, waren vom Beitrag der Grünen wenig angetan. Die Tageszeitung dokumentiert die wichtigsten Passagen der Foppa-Rede anlässlich von sechs Monaten neuer Landtag.

Mattei & die Migranten

Man sieht die Lega im Präsidium: Vizepräsidentin Rita Mattei hat etwa bei einem internationalen Treffen für den gesamten Landtag gesprochen und auf Nachfrage, wie es mit der Migration aussehe, gesagt: Während unsere Leute nicht bis ans Monatsende kommen, plündern die Migranten die öffentlichen Kassen. Sie hat damit nicht für die Institution Landtag gesprochen und ich möchte das hier sehr kritisch angemerkt haben.

Fleißige Opposition

Im Landtag arbeitet hauptsächölich die Opposition: Im ersten Halbjahr hat die Minderheit – die, wie schon der Name sagt, kleiner ist als die Mehrheit – 18 Gesetzentwürfe und 126 Beschlussanträge eingereicht, die Mehrheit – samt Landesregierung und dem gesamten Verwaltungsapparat – neun Gesetze und 13 Beschlussanträge! Auch wenn wir am Ende des ersten Halbjahres im Sommerloch gelandet sind, samt Schlappengate, möchten wir doch anmerken, dass wir seriös arbeiten und den Landtag ernst nehmen.

Die entmannte Lega

Beeindruckend, wie es die SVP geschafft hat, wieder einmal ihren Partner zu entmannen. Das hatte sie schon mit dem PD gemacht. Jetzt ist die Lega der harm- und zahnlose Präsenz. Wer weiß schon, was Bessone für ein Ressort hat? Dass Vettorato der Umweltlandesrat ist und nicht Maria Hochgruber Kuenzer? Es ist eine Art Sado-Maso-Beziehung. Während man im Lande die Lega verdrängt und klein hält, wird die SVP von oben her ständig gedemütigt: siehe Regierungsvereinbarung, siehe 6erkommission, siehe Autonomie… Das sind keine kleinen Fische, sondern große Raubtiere, die Lega-Bosse! Man sieht das daran, wie sie die Regierungskollegen der 5* in Rom wie Püppchen aussehen lassen. Also aufgepasst! Wenn es das Projekt ist, 2020 in vielen Gemeinden Südtirols mit der Lega zu regieren, dann hat die SVP hier eine große Verantwortung. Die Lega kapillar zu verankern, das ist ein historischer Schritt, vor dem ich mich hüten würde!

6 Monate LH Kompatscher II

Eines ist fix: Die Rechnung, alles richtig machen zu wollen, geht nicht auf. Noch nie war der Magnagoplatz so oft voller Menschen, die das Gefühl haben, dass sie vergessen worden sind. Der öffentliche Dienst, die jungen Leute für das Klima, die Impfgegner und die Wolfsgegner, sie alle hatten ihre Probleme mit der Landesregierung.

Zum Flughafen

Aber der schlimmste Protest wird erst noch kommen. Denn das Unterland ist so was von enttäuscht von seinem Landeshauptmann in diesen Tagen und Wochen. Es nutzt nichts, jetzt verärgert zu sein mit den Grünen und ständig den Leuten erklären zu wollen, dass sie falsch abgestimmt haben. Das ist eine demokratische Verzerrung. (LH protestiert, es gibt einen Schlagabtausch, A.d.R.). Ich vergleiche das mit seinen Aussagen zur Kaufkraft: Die öffenltich Bediensteten sagen, sie kommen nicht ans Monatsende, sie haben an Kaufkraft verloren. Da haben Sie Ihnen vorgerechnet, dass sie die falsche Statistik gelesen haben. Und jetzt machen Sie das gleiche mit dem Flughafen. Sie können natürlich sagen, Zehntausende denken falsch. Oder aber Sie verstehen sie nicht. Und das wird nicht auf die Grünen zurück fallen, sondern auf Sie.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (28)

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  • kurt

    Ich bin sicher kein Freund von Frau Foppas Ansichten aber da hat sie sowas von Recht speziell was den Herrn Landeshauptmann betrifft denn der Herr hat scheinbar vergessen dass es das Volk auch noch gibt nicht nur die Lobbys !!!.

  • andreas

    Frau Foppas Urlaubsort Georgien liegt ca. 3.5600 km von Bozen entfernt.
    Wie genau und mit welcher CO2 Bilanz legt Frau Foppa diese Strecke zurück?
    Warum nimmt sie an, andere belehren zu können, wie sie zu leben haben, selbst unternimmt sie aber solche umweltschädliche Reisen?

    Mattei spricht gewiss nicht für das ganze Land, warum nimmt aber Frau Foppa an, für das ganze Unterland sprechen zu können?

    Das Problem der Politik ist, dass sie permanent im Wahlkampfmodus ist und sich deshalb scheut, notwendige aber unpolpuläre Entscheidungen zu treffen. Deshalb sind Proteste der Bevölkerung schon mal grundsätzlich nicht negativ.
    Die Proteste auf dem Magnagoplatz sind gelebte Demokratie.
    Wenn ein paar Bauern meinen, ihren neuen 200.000 Euro Traktor mal ausführen zu können und deshalb nach BZ kommen, was soll´s.

    Und wenn die Notwendigkeit besteht sie darauf hinzuweisen, dass sie im Landtag sitzt und sie sich dementsprechend kleiden soll, liegt der Fehler wohl weniger bei den anderen. Sich darüber lustig zu machen, ändert nichts an den Tatsachen.

    Die Grünen haben bei der Abstimmung zum Flughafen bewusst nur die Finanzierung betont und die Verlängerung, welche jetzt anscheinend so wichtig ist, nicht mal erwähnt.
    Nebenbei frage ich mich immer noch was genau es einen Vinschger oder Pusterer angeht, wenn ihn BZ Private den Flughafen betreiben.
    Die können darüber abstimmen, ob der neue Dorfbrunnen bei ihnen in der Mitte oder am linken Rand gebaut wird, sollten sich aber bei BZ draus halten, da es sie nichts angeht.
    Es gibt auch in BZ und Umgebung Gegner, doch viele sehen das viel nüchterner, da die Hubschrauber, welche jetzt schon fliegen, viel lästiger als die Flugzeuge sind. Und Hubschrauber fliegen mittags teilweise 3 in 20 Minuten.

    • kurt

      @andreas
      Ja die Frau Foppa hat dich heute mal in Schwung gebracht ,nur hast du viel geschrieben und nichts gesagt hast außer auf andere los gepoltert wie halt üblich ,was nicht zu verzeihen ist das du nicht deinen Chef verteidigst .
      Laut deiner Anschauung scheinen Pusterer und Vinschger keine Südtiroler Bürger zu sein ,nur das ohne sie ihr gscheiden Hauptstädter längst schon bei den Italienern untergegangen wärt samt SVP und Lega und PD und wie sie alle heißen .
      Wach auf Anderele ,wir wissen schon bei welchen Lobbys du zuhause bist!!!.

      • mannik

        @kurt – Unter diesem Link können Sie die Contra-Argumente in der im Vorfeld zum Referendum veröffentlichten Broschüre selbst nachlesen und erkennen, was der Inhalt des Referendums war und welche Folgen das JA und das NEIN haben würde.
        Diese Argumente wurden wohlgemerkt von den GEGNERN ausgearbeitet. Was die Wähler hineininterpretiert oder herausgelesen haben wollen ist – leider für sie – unerheblich. Wenn natürlich die Gegner das Referendum als „Aus für den Flughafen“ verkauft haben, dann muss man dort nach den Verantwortlichen suchen.

        Bezüglich des Interesses der Hochpustertaler und Vinschger an einem Referendum um den Bozner Flughafen, beschränkt sich dieses wohl ausschließlich auf die öffentliche Finanzierung, denn es ist auch ihr Steuergeld. Und genau diese öffentliche Finanzierung gibt es nicht mehr. Sie müssten also zufrieden sein. Der Lärm oder die Umweltbelastung trifft sie letztlich nicht oder kaum, denn laut einer Studie steigt bei einem regelmäßigen Linienverkehr die Umweltbelastung in venachlässigbarer Größe (Lesen Sie hier: http://www.provinz.bz.it/service/resdownload.aspx?source=VIA-UVP&ID=2FCDE333EE0A94A2E050007F01005C46).

    • owl

      @andreas:
      Die Foppa geht natürlich zu Fuß nach Georgien.

      • meintag

        Foppa wird sicher auf Staats-äh Landeskosten dort dort auftreten. Sie hat als Landesangestellte von ihrem ehemaligem Chef Luis gelernt wie man solche „Besuche“ Daheim wieder Medienwirksam vermarktet.

        • cif

          @meintag gibt es für deine Aussage auch Beweise, oder wieder so eine billige Rufschädigung?

          • meintag

            Im Herbst werde ich darauf zurückkommen. Wieso eine Abgeordnete der Grünen medial ihre Urlaubsinteressen in ferne Länder hinausposaunen muss ist mir sowieso ein Rätsel.

          • cif

            Was sie hier bringen sind persönliche Vermutungen. Wie würden sie reagieren, wenn ich Vermutungen über Sie ins Netz stellen würde?

          • meintag

            Ich bin kein gewählter Abgeordneter*in. Ich hasse es aber wenn Politiker welche das ganze Jahr über dem Wähler vormachen wollen wie Sie/Er zu leben hat um in der globalen Misswirtschaft zurecht zu kommen. Wohlwissend dass mit einem Flug der persönliche Fussabdruck aus dem Ruder kommt und als Grüne Politikerin damit Lügen einhergehen, finde ich dass Frau Foppa hier besser geschwiegen hätte.

    • george

      ‚andreas‘, verdrehen Sie doch nicht schon wieder alles. Das, was sie anderen vorwerfen, tun Sie bewusst selber und versuchen damit selber zu kaschieren, was wirklich Sache ist. Sind Sie etwa am gesamten Deal beteiligt oder zumindestens von der gesamten Flughafenrige abhängig oder bezahlt, dass Sie dauernd sich für dieses „Hafele“ mit so „hinterlistigen“ Gedankengängen einsetzen?

      • kurt

        @george
        Was solls,der Andreas ist ausgewiesener Flugplatzexperte und muss ,zumindest vor seinem Arbeitgeber, diese Sachen so darstellen dass es in ihren Kram passt ,bei ihm und seinen Konsorten ist es nicht so wichtig ob etwas der Wahrheit entspricht oder nicht , aber Recht müssen sie haben !!!!,

  • pingoballino1955

    Ja ,ja ,die Wahrheit tut weh,gel SVP (das reimt sich sogar hahaha)

  • andimaxi

    Die Opposition arbeitet im Landtag? Warum tut sie dann nichts beim Flughafen, warum lässt sie dann zu, dass der LH sein Finanzdokument im Landtag durchbringt, obwohl mehr Oppositionelle als Regierungsabgeordnete anwesend waren? Warum ist dann das einzige, was man vom Landtag hört, die Schlappenregelung?

  • mannik

    @george – Ich arbeite weder für eine Partei noch für eine Lobby. Aber was wahr ist muss wahr bleiben. Lesen Sie die Broschüre doch selbst, weiter oben finden Sie den Link. Wenn Sie ehrlich sind, müssen Sie zum gleichen Schluss kommen: Es wurde in das Referendum mehr hineininterpretiert als es eigentlich war.

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