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„Ruft den Notstand aus!“

Das Team Köllensperger will in Südtirol den Klimanotstand ausrufen. Was dahintersteckt und was künftig getan werden soll.

Bereits Anfang Juli hat das Team Köllensperger einen Beschlussantrag zur Ausrufung des Klimanotstands eingereicht und konkrete Maßnahmen vorgeschlagen. „Ein Appell, den Klimawandel als ernstzunehmende Bedrohung wahrzunehmen und zu erklären, dass seine Eindämmung höchste Priorität hat“, sagt der Abgeordnete Peter Faistnauer als Erstunterzeichner.

Er betont: „Die Klimakrise ist die zentrale Herausforderung unserer Zeit. Die Gefahr, einen Punkt ohne Wiederkehr zu passieren, ist real und greifbar – wir sind die letzte Generation, die die Klimakatastrophe stoppen kann.“

Die bisher ergriffenen globalen, nationalen und lokalen Maßnahmen zur Bekämpfung der Klimakrise seien bei weitem nicht ausreichend. „Die internationale Gemeinschaft sowie Italien und Südtirol dürfen nicht länger zögern, sondern müssen schnell und konsequent handeln, und zwar jenseits von politischen Parteien und Ideologien“, so das Team K.

Angesichts der Aktualität des Themas und um die Behandlung im Landtag vorzuziehen, werde das Team Köllensperger seinen Beschlussantrag als Tagesordnungspunkt in den Nachtragshaushalt eintragen.

Was impliziert aber die Ausrufung des Klimanotstandes?

„Dies ist kein Ausnahmezustand im rechtlichen Sinne“, erklärt Faistnauer, „es ist in erster Linie ein politischer Appell, die globale Erwärmung als ernsthafte Bedrohung anzuerkennen und zu erklären, dass ihre Eindämmung ein vorrangiges Ziel ist. Natürlich beinhaltet unser Vorschlag aber auch gezielte konkrete Maßnahmen, denn in unserem Beschlussantrag verpflichten wir die Landesregierung unter anderem:

  • Maßnahmen zu entwickeln, die über das bereits Erreichte hinausgehen, einschließlich der Verpflichtung, die Auswirkungen der einzelnen Entscheidungen auf die klimaschädlichen Emissionen zu überprüfen und dabei so weit wie möglich auf das Ziel der Klimaneutralität und des Umweltschutzes hinzuarbeiten;
  • für das Land Südtirol das Ziel zu setzen, bis zum Jahr 2035 klimaneutral zu werden und alle dazu notwendigen Maßnahmen glaubwürdig und systematisch zu planen und umzusetzen.“

Trotz der vorhandenen Sensibilität vonseiten der Südtiroler für dieses Thema – eine aktuelle Umfrage des ASTAT zeigt, dass mehr als 50 Prozent der Befragten besorgt sind – sei es notwendig, mehr Akzente zu setzen, etwa auch in Form von Infokampagnen: „Der Wandel beginnt mit dem tugendhaften Verhalten eines jeden von uns“, so die Haltung des Team K.

„Ein einstimmiges Votum im Landtag für diesen Beschlussantrag wäre ein Signal an die vielen jungen Menschen, die an der Fridays-for-Future-Bewegung und am Volksbegehren Figli Costituenti teilnehmen, um mehr politische Sensibilität für Umweltthemen zu wecken“, meint die Partei.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (17)

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  • andimaxi

    Ja wenn man sonst nicht viel tut dann ruft man halt mal den Klimanotstand aus. Im Landtag. Und der Landtag kann dann die Klimaerwärmung aufhalten. Solche Forderungen, die man dann nicht selbst Umsetzen muss, kann man ruhig stellen.

  • jennewein

    Klimawandel hat es immer schon gegeben sogar vor 5000 jahren
    Zu özis zeiten.
    Da gab es noch keine umweltverschmutzung nicht einmal möchtegern grüne

  • fronz

    …jaja, die Möchtergerngrünen!!

  • morgenstern

    Ein muss in der heutigen Zeit sich einen leicht grünen Anstrich zu verpassen.
    Ob das reicht für die kommenden GW sei dahingestellt.

  • rowe

    ich bin froh dass es jetzt mal richtig warm ist, im Herbst wird es wieder kühler.
    Panik ist nicht notwendig.

  • andreas

    Dieser Pseudoaktionismus ist mehr als lächerlich.
    Der Einzelne und auch Südtirol können genau gar nichts gegen die Klimaveränderung machen.
    Glaubt wirklich jemand, dass wenn er von nun an Glas- statt Plastikflasche verwendet, sich auch nur das Geringste ändert?

    Südamerika müsste die Viehaltung komplett einstellen, China alle Kohlekraftwerke schließen, Indien seine komplette wirtschaftliche Entwicklung einstellen und kein Container- oder Kreuzfahrtschiff dürfte mehr starten, dann würde sich das Klima vielleicht merkbar ändern.
    Doch gewiss nicht, wenn TK den „Klimanotstand“ in Südtirol ausruft.

    Ich finde es gut, wenn die Jugend für das Klima protestiert, weniger gut finde ich es aber, wenn sie dann für 19,90 Euro mit Ryanair am Wochenende nach Barcelona fliegen bzw. von der Politik fordern, dass billiges Reisen ein Recht ist und diese deshalb eine umweltverträglichere Alternative und nicht teurere Alternative für Barcelona anbieten muss. Dümmer geht es wohl kaum. .

    • stefan1

      Flugverkehr macht 2 Prozent der globalen Abgasbelastung aus, also gar nichts im Vergleich zu Wohnen, Energie, Bauen, Landwirtschaft.
      Wie üblich viel zu kurz gedacht, im besten SVP Stil.
      Ja sicher, Südtirol kann nicht viel beitragen, also schon vor dem Anfangen aufgeben, das kann auch nur vom SVP Lakaien kommen, so schnell wie sie ihre Prinzipien aufgegeben haben.
      Besser sie reden mal mit ihren Partner der Lega, die leugnen immer noch den Klimawandel, ist ihre Zeit besser investiert.

      • kurt

        @stefan
        Weißt du überhaupt was Flugverkehr ist ?????,Klicke dich mal in Flugradar 24 ein dann wirst du was lernen zum Thema Abgasbelastung des Flugverkehrs !!!!.

      • andreas

        @stefan1
        Du hast zwar die Aussage meines Kommentars nicht verstanden, aber als Fan von TK; was du ja nach deiner Aussage bist, sei dir verziehen.

        Wenn wir schon beim Ausrufen sind, könnten wir auch den Saurer Regen-, Waldsterben- und Ozonnotstand ausrufen.
        Gut, das wirst jetzt auch nicht verstehen. 🙂

        • thefirestarter

          Ich gehe davon aus das ein Klimanotstand auch jene Bereich abdeckt die du genannt hast.
          Vorarlberg hat am 05.07.2019 den Klimanotstand ausgerufen!
          Ein wesentlicher Punkt: Alle Gesetze, Verordnungen und Förderungen werden auf ihre Vereinbarkeit mit Energieautonomie und Klimaschutz geprüft. …
          …dass Parlamente oder Verwaltungen feststellen, dass es eine Klimakrise gibt und dass die bisher ergriffenen Maßnahmen gegen die menschengemachte globale Erwärmung nicht ausreichen, diese zu begrenzen.

          Mit dem Beschluss werden Regierung und Verwaltungen beauftragt, Maßnahmen auszuarbeiten, die über den derzeitigen Stand hinausgehen und versprechen, die globale Erwärmung aufzuhalten. Durch die Einführung und den Gebrauch des Begriffs „Notstand“ in diesem Zusammenhang wird diesen Maßnahmen höchste, nicht aufschiebbare Priorität zugeschrieben

          https://vorarlberg.orf.at/stories/3003146/

        • stefan1

          Nein ich bin nicht Team K Fan, auch wenn ich sie der SVP mittlerweile klar vorziehe, da diese leider eine reine Macht und Postenpartei ist, das letzte Jahr hat das leider unwiderruflich klar gemacht.
          Und wie unter jedem K Artikel mit ihren sinnlosen Argumenten, alles was K ist nicht genug, nicht auf dem hohen SVP/Leganiveau, sinnlos etc. wir haben es verstanden.
          Kennst dich sicher aufs genaueste aus mit nachhaltigem Wirtschaften, Klimaforschung, sollen wir ihnen deine Nummer vermitteln wenn sie den Notaustand ausgerufen haben, darf deine graue Eminenz das Team K und alle unfähigen, nicht auf SVP Niveau befindenen Parteien mit gescheidem Gerede belehren.
          Alle zittern wenn andreas seine Lebensweisheiten auspackt, da er und die SVP eh alles besser wissen.

  • thefirestarter

    Wäre ein Anfang.

    Die weiteren Schritte müssten z.B. sein:
    einschneidende Reduktion der Abgase (LKW-Transit-Verbote, Begrenzung der Anzahl der Touristen bzw. eine Sondermaut für jene die mit den PKW/Camper nach Südtirol kommen, Verbot jeglichen Flugverkehr von und nach Südtirol außer Rettungs/Polizei Einsätze, usw.)
    Verbot von Ölheizungen und später auch von Methangasanlagen
    Pflicht von PV-Systemen bei Neubauten

    ja Südtirol mit seiner Vorzeige Autonomie und seine fast uneingeschränkten Gesetzesbefugnissen könnte da vieles tun.

  • marting.

    ein Notstand herrscht in Südtirol wirklich: wir haben zu viele dumme Politiker!

  • der_brottler

    Am besten 2 Meter hohen Zaun um Südtirol mit Schild: bitte keine Bananen füttern

  • thefirestarter

    Auch wäre eine Begrenzung des Wasserverbauchs anzudenken.
    Wie man da bewerkstelligen könnte ist mir noch nicht klar.
    Entweder wird zu gewissen Tages- oder Nachtzeiten kein Wasser eingeleitet oder mittels eines Prämien/Aufschlag-Systems je nachdem ob man einen festzulegenden Grenzwert überschreitet oder nicht.
    Natürlich müsste auch das Wasser der Ziggl und „Privatquellen“ berücksichtigt werden.
    Jegliche „unnötiger“ Wasserverbrauch wie etwa für Autowaschen oder private Schwimm- und Wellnesbäder sind zu unterbinden und saftig zu strafen.

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