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Die Adamello-Charta

Der Prorektor für Forschung an der unibz, Prof. Johann Gamper, hat die Adamello-Charta gemeinsam mit Kollegen anderer italienischer Universitäten direkt am Gletscher unterzeichnet. 

„CFC – Climbing For Climate“. Am vergangenen Freitag haben Rektoren, Prorektoren und Delegierte von elf italienischen Universitäten den dreitausend Meter über dem Meeresspiegel liegenden Adamello-Gletscher, ein Symbol für Klimaschäden auf unserem Planeten, bestiegen, um dort die „Adamello-Charta“ zu unterzeichnen. Diese wurde von der Universität Brescia, dem Netzwerk nachhaltiger Universitäten (RUS), dem Club Alpino (CAI) und dem Italienischen Gletscherausschuss (CGI) gefördert. Für die Freie Universität Bozen hat Prof. Johann Gamper, der Prorektor für Forschung teilgenommen.

Der Aufstieg zum Adamello-Gletscher und die Unterzeichnung der Adamello-Charta gelten als deutliche Zeichen für Maßnahmen gegen den Klimawandel. Mathematische Modelle, die von Forschern der Universität Brescia entwickelt wurden, glaziologische Untersuchungen und Projektionen globaler Klimamodelle deuten darauf hin, dass der größte italienische Gletscher (15 Quadratkilometer) bis Ende des Jahrhunderts infolge der globalen Erwärmung ganz verschwinden wird.

Die Adamello-Charta ist eine Erklärung, die die teilnehmenden Institutionen dazu verpflichtet, mit der Zivilgesellschaft zusammenzuarbeiten, um der globalen Erwärmung durch eine fachspezifische Ausbildung von Studierenden, die Entwicklung von Forschung zur nachhaltigen Entwicklung und das öffentliche Bewusstsein entgegenzuwirken. Insbesondere wird die Notwendigkeit betont, „die globale Erwärmung zu bekämpfen, indem die Umstellung zur Nutzung fossiler Brennstoffe und erneuerbarer Energiequellen gefördert und die sensibelsten Gebiete wie Berge und Küstengebiete geschützt werden“, „die Ozeane, Meere und Meeresressourcen für eine nachhaltige Entwicklung zu erhalten und nachhaltig zu nutzen, die Verschmutzung und die Auswirkungen des steigenden Meeresspiegels zu kontrollieren“ und „die Entwicklung friedlicher und integrativer Gesellschaften zu fördern, um durch Dialog zwischen den Völkern die möglichen Gründe für Meinungsverschiedenheiten zu lösen“.

„Climbing for Climate“ wurde vom Forschungs- und Dokumentationszentrum für die Agenda für nachhaltige Entwicklung 2030 der Università Brescia (CRA2030), dem CAI und dem Netzwerk nachhaltiger Universitäten (RUS) organisiert. Die anderen Universitäten, die die Charta unterzeichnet haben, sind neben der Freien Universität Bozen: Università di Pisa, Università Cà Foscari Venezia, Università degli Studi di Trieste, Università degli Studi di Milano Bicocca, Università di Trento, Università Iulm, Università degli Studi di Milano, Università degli Studi di Padova, Università degli Studi di Cagliari e Università Roma Tre.

„Das Abschmelzen des Adamello-Gletschers ist ein deutliches Zeichen für die Notwendigkeit, konkret und schnell zu agieren. Auch die Gletscher unserer Berge werden ein ähnliches Schicksal erleiden und die Freie Universität Bozen, für die Nachhaltigkeitsforschung ein zentrales Thema ist, will gemeinsam mit anderen italienischen Universitäten die Dringlichkeit konkreter Maßnahmen zur Erhaltung der wertvollsten Güter, über die das Territorium verfügt, fördern“, so der Prorektor der unibz, Prof. Johann Gamper, bei der Unterzeichnung der Charta.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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