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Die Impf-Kehrtwende

Gesundheitsministerin Giulia Grillo will die Impfpflicht auf Masern beschränken – und rügt Südtirol wegen der langen Wartezeiten in den Krankenhäusern.

Von Matthias Kofler

Derzeit gibt es in Italien zehn Pflichtimpfungen für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren. Nicht geimpfte Kinder werden ab Herbst von den Kindergärten und Kindertagesstätten ausgeschlossen. Bis zu 500 Euro Strafe werden laut Impfdekret fällig, wenn ein Schuldkind nicht die nötigen Pflichtimpfungen hat.

Ob die Sanktionen tatsächlich verhängt werden, ist mehr als fraglich. Gesundheitsministerin Giulia Grillo ist nämlich gerade dabei, eine große Kehrtwende in der italienischen Impfpolitik einzuleiten. Dies sickerte gestern nach einer Aussprache zwischen den regionalen Fünf-Sterne-Vertretern mit der Ministerin durch.

Grillos Plan: Die Impfpflicht soll auf Masern beschränkt werden. Für alle anderen Krankheiten im Impfdekret – von Kinderlähmung über Keuchhusten bis hin zu Röteln – wird die Pflicht aufgehoben, kann aber im Falle von Epidemien jederzeit reaktiviert werden. Somit greifen auch die Sanktionen nur mehr bei nicht erfolgter Masernimpfung.
Das römische Parlament wird sich bereits in den Sommermonaten mit den Gesetzesänderungen auseinandersetzen. „Es ist die Kompetenz des Parlaments, Regelungen im Bereich der Impfungen vorzunehmen“, betont der Landtagsabgeordnete Diego Nicolini. Allerdings würde der Koalitionspartner Lega auf die Bremse drücken, da er in der Frage, ob man die Impfpflicht beibehalten oder aufweichen soll, intern gespalten sei.

Ein negatives Urteil stellt die Gesundheitsministerin den Regionen bei der Umsetzung des nationalen Plans zum Abbau der Wartezeiten in den Krankenhäusern aus. Keine Region habe die vorgesehenen Ziele erreicht. Im Gegenteil: Die Wartezeiten für Spezialvisiten und chirurgische Visiten seien weiter angestiegen. Besonders schlecht schneidet Südtirol ab. „Am Beispiel der Wartezeiten zeigt sich, dass die Autonomie nicht immer hilft, sondern – im Gegenteil – die Situation noch weiter verschlechtert“, kritisiert Nicolini. Der Ministerin sind weitestgehend die Hände gebunden, denn die Umsetzung der Maßnahmen zum Abbau der Wartezeiten ist Kompetenz der Regionen. Mit den Fünf-Sterne-Vertretern verständigte sich Grillo darauf, eine Sensibilisierungskampagne zu starten, um die Bürger über die Rechte zu informieren. Zudem soll der Einsatz von Gesundheitsinspektoren verstärkt werden, vor allem in jenen Regionen, wo es besonders große Unregelmäßigkeiten gibt.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (15)

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  • steve

    Natürlich würden es die 5S schaffen dass der Patient zuhause kontaktiert wird falls es ihm schlecht geht: sie haben es ja auch geschafft Italien in die Rezession zu treiben und ordentlich Schulden zu machen.

  • mannik

    Die Tatsache, dass sich Grillo von 1% der Bevölkerung vor sich hertreiben lässt zeigt schon wie geeignet sie für diesen Posten ist.
    Bei Epidemien soll die Impfpflicht wieder eingeführt werden… wenn bereits zig Menschen von einer Krankheit befallen oder sogar daran verstorben sind. Und so etwas von einer Ärztin.
    Es ist wohl für alle Belange besser, wenn diese Regierung so schnell als möglich den Bach runter geht.

  • fronz

    …hahaha, die Grünspezialisten!

  • mannik

    Vrebesserung: „Zu vermeiden“

  • freemind

    Die Impf-Kehrtwende ist sehr, sehr positiv. Leider kommt sie für viele zu spät. Alle Eltern die an Impfungen gezweifelt haben, aber nicht die Stärke hatten sich zu wehren, haben bereits ihre Kinder impfen lassen. Übrig geblieben sind nur noch die Kinder der Eltern, die unter keinen Umständen hätten impfen lassen. Ich denke, das war auch der Regierung bewusst.

  • sabine

    5 stelle wird vor allem im Süden gewählt. Je lauter geschrien wird, um so mehr Stimmen bekommt. Was dann unterm Strich rausschaut, ist eigentlich Nebensache. Hauptsache sich erstmal gut verkaufen. Es wird dann höchstens weitergeschrien. Biancofiore würd auch perfekt in die 5 Stelle passen….:-) Autonomie-feindlich gesinnt sind die ja auch.

  • kritiker

    Einmal hü, dann wieder hott! sehr konsequente Politik

  • petersageraeugstamalbis

    Herr Mannik sind sie immer noch tätig mit ihren Lügen und ihren schmutzigen Tricks die Bürger zu Impfungen zu bewegen.
    Die USA ist jetzt bei 72 Impfungen bis ein Kind Volljährig ist inkl. Grippe Impfung. Die USA haben die höchste Autismusrate und gut 54% aller jugendlichen sind chronisch Krank.
    Die Schweiz baut ein Kinderspital, dass 5 mal so gross ist wie das alte. Unsere System gehen alle auf die Hunde und nur weil die Impfungen das schlimmste Verbrechen an der Menschheit sind seit der Geschichte.

  • petersageraeugstamalbis

    Herr Mannig wie haben sie die Lüge entwickelt mit 0,7 % Impfgegner. Die MMR 2 Impfung haben in den deutschsprachigen Gebieten zwischen 96% (ehemalige DDR) und gut 80% wie Appenzell und auch Täler vom Südtirol. Somit müssten 20% Impfgegner sein der Eltern, wie kommen sie auf 0,7% sagen sie es der Welt?

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