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Galeottis Sex-Business

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Der ehemalige Tierporno-Experte Christian Galeotti hat wieder zugeschlagen: Er wurde wegen Zuhälterei verhaftet. 

von Thomas Vikoler

Sein Sozialdienst, die letzte Phase zur Ableistung einer mehrjährigen Haftstrafe, stand wenige Monate vor dem Abschluss. Doch Christian Galeotti, 48, schien dies wenig zu kümmern. Er betätigte sich zunächst in Eppan dann in Bozen als Zuhälterei von drei Frauen. Seiner eigenen Freundin und zwei weiteren Frauen, die er an Freier vermittelte.

Und so musste der Mann, der insbesondere bei Tierschützern verhasst ist, wieder zurück ins Gefängnis. Der Überwachungsrichter strich kurzerhand seine Hafterleichterung.

Ausgegangen war alles von einer Anzeige von Galeottis Ex-Freundin. Sie hatte den Bozner über einen Bekannten kennengelernt und öfter im Gefängnis besucht. Daraus wurde eine Liebschaft – und ein Sex-Business. Laut der Anzeige der Frau aus Süditalien zwang sie Galeotti über den Zeitraum eines Jahres regelmäßig zur Prostitution.

Die Freier kamen in die gemeinsame Wohnung, angeblich betätigte sich Galeotti während der Besuche zuweilen als Voyeur.

Er hatte die von seiner Partnerin erwirtschafteten Einnahmen offenbar dringend nötig, denn er hatte in Bozen – in guter Lage – eine zweite Wohnung gemietet. Dort empfingen zwei Frauen, die Galeotti engagiert haben soll, ebenfalls zahlende Kunden.

Vom Tier zum Menschen, denn früher war Galeotti auf Tiere, vor allem Hunde, spezialisiert. Im Jahre 2006 erlangte er italienweite Bekanntheit. Auf seiner „Dog Ranch“ in Afing in der Gemeinde Jenesien waren acht Porno-Filme mit der Beteiligung seiner eigenen Hunde gedreht worden. Für die Dreharbeiten war die englische Porno-Darstellerin Stray X eigens nach Afing gekommen.

Die Staatsanwaltschaft Bozen erhob Anklage gegen Galeotti wegen Tier-Misshandlung. Vor Gericht bezeichnete der Angeklagte den Zooporno-Dreh auf seinem Hof als „Fehler“. Es gab dennoch einen Schuldspruch: Zwei Jahre Haft mit dem ausdrücklichen Verbot, weiterhin Tiere zu züchten und zu verkaufen.

Die Kassation erklärte den Schuldspruch schließlich für rechtens und so wurde Galeotti die italienweit erste Person, die rechtskräftig wegen Tiermisshandlung im Zusammenhang mit einem Tier-Porno-Dreh verurteilt wurde.

„Sex von Tieren mit einer Frau für die Realisierung eines Porno-Films ist als Misshandlung einzustufen, da kein Zweifel besteht, dass ein derartiges Verhalten gegen die Natur des Tieres ist“, hieß es im Kassationsurteil.

Die Vertreter von italienischen Tierschutzorganisationen feierten das Urteil als historisch: „Es macht in ganz Italien Schule und wird häufig herangezogen“, erklärte Carla Campanaro, Leiterin des Rechtsamtes des Tierschutzverbandes LAV in Rom.

Im Oktober 2016 musste Christian Galeotti ins Gefängnis: Er hatte die zweijährige Haftstrafe mit weiteren Haftstrafen wegen Betrugs im Zusammenhang mit dem Verkauf von Hundewelpen zusammengelegt und kam so auf eine Haft von drei Jahren und acht Monaten. Dann, nach Unterschreitung der Zwei-Jahres-Grenze, folgte Sozialdienst – und das erneute Geschäft mit dem Sex. Diesmal nicht mit Tieren, sondern ausschließlich mit Menschen.

Als Galeotti vor einigen Wochen ins Bozner Gefängnis zurückgebracht worden ist, soll er bitterlich geweint haben. Wie 2006. Die Ermittlungen gegen ihn zum Tatverdacht der Zuhälterei sind bisher nicht abgeschlossen.

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