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Das vergessene Tal

Südtirol feiert den Zuschlag für die Olympischen Winterspiele 2026. Und vergisst dabei sich international zu vermarkten.

von Silke Hinterwaldner

Seit IOC-Präsident Thomas Bach am Montag ziemlich genau um 18.00 Uhr bekanntgab, dass Italien den Zuschlag für die Austragung der Winterspiele 2026 bekommt, überschlagen sich die Meldungen in den Südtiroler Medien: Antholz sei die Trumpfkarte im Ärmel für die Bewerbung von Mailand und Cortina gewesen. Südtirol habe nicht nur die allerbeste Anlage für die Austragung der Biathlon-Bewerbe, sondern auch allerbeste Kontakte auf allen Ebenen.

Nur: Davon ist in den Tagen nach dem Triumph auf dem internationalen Parkett nicht viel zu merken. In Zeitungen, Radio und Fernsehen wird zwar viel davon berichtet, dass Italien den Zuschlag bekommen hat. Aber Südtirol mit Antholz kommt dabei praktisch gar nicht vor.

Beispiel Bild-Zeitung: Sie hatte am Dienstag die Frage aufgeworfen, wie eine Stadt ohne Schnee wie Mailand Olympische Winterspiele austragen soll. Als Antwort wird darauf hingewiesen, dass die allermeisten sportlichen Veranstaltungen verständlicherweise in den Bergen stattfinden. Und sie zählt auf: In Valtellina befinden sich die Pisten für Ski Alpin der Männer, Freestyle-Ski und Snowboard, in Cortina gibt es Ski Alpin der Frauen, Bob, Rodeln Skeleton, Curling und Biathlon. Und Ski nordisch sowie die Schanze für das Skispringen werden im Fleimstal sein.

Den für die internationale Sportwelt kleinen, aber für Südtirol großen Fehler gefunden? Die Biathlon-Bewerbe wurden kurzerhand von Antholz nach Cortina verlegt. Aus marketingstrategischer Sicht sind solche Dinge für das Tourismusland Südtirol eine Art Supergau.

Dabei hat Landeshauptmann Arno Kompatscher noch in einem Interview mit der TAGESZEITUNG erklärt:

„Ich habe von Anfang an gesagt, dass wir nur unter einer Bedingung mitmachen. Diese lautet: Ich will in Bezug auf Südtirol auf Augenhöhe mitreden, ich will eine Entscheidungsbefugnis auf demselben Niveau.“

Völlig klar ist dabei, dass damit auch die werbewirksame Ausschlachtung der Olympischen Winterspiele eine wichtige Rolle spielt. Aber warum war man zumindest bisher nicht imstande, den Austragungsort Antholz und die Rolle Südtirols richtig zu kommunizieren? In der internationalen Presse werden Valtellina, Verona oder Bormio neben Mailand und Cortina hin und wieder genannt. Antholz nicht. Dabei hatte Südtirol sogar dazu beigetragen, dass die Nachbarprovinz Belluno genügend Hotelzimmer aufweisen kann, um überhaupt eine gute Bewerbung abgeben zu können. Ein Insider sagt: „Was mich am meisten stört ist, dass die  IDM, die ja für die Südtiroler Werbung zuständig wäre, keinerlei Anstalten macht diese Schlagzeilen zu nutzen, um für Südtirol zu werben. In diesem Falle wäre es auch noch kostenlose Werbung gewesen auf die man, durch geschickte Verhandlungen, einfach bestehen hätte müssen.“

Hat man es diesbezüglich tatsächlich versäumt, sich um mehr Sichtbarkeit zu bemühen? „Für uns war es überraschend“, sagt Thomas Plank, Manager der DME Ost, „dass Mailand und Cortina tatsächlich den Zuschlag bekommen haben. Der Prozess zum Thema Marketing und Kommunikation startet erst.“ Zum jetzigen Zeitpunkt, sagt er, könne man sich noch gar nicht erwarten, dass Südtirol ganz vorne mit dabei ist: „Später werden wir alles daran setzen, dass Südtirol in der Wahrnehmung gestärkt wird. Daran arbeiten wir.“

Tatsächlich ist derzeit noch gar nicht klar, wer sich um das Marketing rund um die Winterspiele 2026 kümmern soll:  IDM, eine eigene Arbeitsgruppe des Lands oder Elmar Pichler Rolle, der in den vergangenen Monaten die Bewerbung vorbereitet hatte.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (10)

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  • andreas

    Einerseits wir über eine Tourismuskontigentierung diskutiert, andererseits darüber, dass wir zu wenig in den Medien vorkommen.

    Armes reiches Südtirol, schon dumm, wenn es bei 500.000 Einwohner 500.000 verschiedenen Meinungen und es Leute wie Michil Costa gibt, welcher über die Kommerzialisierung der Dolomiten wettert, aber die Maratona dles Dolomites mit 10.000 Teilnehmern organisiert, welche alle mit dem Auto hinfahren.

    • kurt

      @andreas
      Das wäre halt zu schön um wahr zu sein dass alle deiner und der SVP Meinung wären oder ????.das würde euch so passen
      Die halbe Welt verschlafen und dann Forderungen stellen:
      Seit ihr paar Hanseln noch nicht mitgekommen dass Antholz nur dazu da wahr um die Kohlen aus dem Feuer zu holen !!!!:
      Antholz wird bei der Olympiade eine der wenigen Orte sein wo etwas funktioniert der Rest ist nur Freunderlwirtschaft dass wird sich sicher noch zeigen !!!!.

      • andreas

        Die 4 Hängebauchschweine eines Bekannten haben mehr Hirn als du und das nicht nur zusammen, sondern jedes einzeln…. 🙂

        • yannis

          2013 haben die Psychologen Buckels, Trapnell und Paulhus von der University of Manitoba in Winnipeg (Kanada) die Persönlichkeit von sogenannten Internet-Trollen untersucht. Bei einer Befragung von 418 Personen, die regelmäßig eine Seite ansurften, welche zugleich die Möglichkeit bot, über Kommentare mit anderen zu kommunizieren, konnten 5,6 Prozent von ihnen als Trolle identifiziert werden und durchliefen anschließend weitere Persönlichkeitstests. Bei diesen entdeckten die Wissenschaftler dann hauptsächlich Alltagssadismus, aber auch weitere Merkmale der sogenannten Dunklen Tetrade; für Psychologen ein bestimmtes Persönlichkeits­profil, das sich aus verschiedenen sozial unerwünschten Eigenschaften zusammensetzt (Erweiterung der Dunklen Triade zu einer Tetrade aus vier negativen Eigenschaften).Besonders häufig wurde bislang ein derartiges Profil bei Menschen gefunden, die als Jugendliche, aber auch als Erwachsene, andere schikanieren. Dazu gehören außer dem Sadismus der Narzissmus, der Machiavellismus und die Psychopathie.

        • kurt

          @andreas
          Hatte mir ja nichts anderes erwartet ,bei dir scheint auch alles schön langsam auszutrocknen !!!!!.

  • franz1

    @ andreas,

    du hast wohl nicht mitbekommen, das in der Wirtschaft hier um genau zu sein der Tourismus – auch des Michil Costa – sein „Brot“ ist?
    Es hilft nicht der Umwelt „Grün“ zu sein um auf der anderen Seite mit dem „Unerwünschten“ Touristenstrom das Gedl einsacken.
    Daher ist jeder Südtiroler „Grün“ – das h. Umweltbewust- der die Natur nicht zertrampelt.

  • schwarzesschaf

    Die IDM ist nur ein Postenschacherinstution, hauptsache abkassieren, hausverstand null und ist überflpssung wie ein Hühnerauge.

  • holzmichl

    War gestern das erste mal in diesen Dörfchen. Bin positiv überrascht. Zuerst das Positive ein wunderbarer Ort, ein See klar wie Trinkwasser, ringsherum eine Bergwelt zum Staunen.Erste Einkehr in einen wunderschönen alten Gasthof, dort wurde nur italienisch gesprochen was mich überhaupt nicht störte, zweite Einkehr in einen netten Lokal fühlte nicht besonders wohl, dachte jeden Augenblick bekomme ich einen Pfanne um die Ohren, die Wirtsleute hatten Wohl einen kleine Streit passiert ja auch in meiner Familie. Am Ende ging die Fahrt weiter, hoch ins Obertal…. am Strassenrand ein
    trauriges und verwahrlose Haus, aber einen netten Chef ,in 10 Minuten wussten wir Bescheid über das ganze Tal.Am Ende das Biathlonzentrum mit Gastbetrieb, ein Ort zum Verweilen und Träumen, wunderschön. Liebe Mitmenschen aus Antholz, dieses Örtchen könnte man zum Weltwunder zählen.

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