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„Brot des Lebens“

Im Bozner Dom feierte am Sonntag Bischof Ivo Muser das Fronleichnamsfest mit einem zweisprachigen Gottesdienst.

Dabei sagte der Bischof, dass die Feier der Eucharistie darf nicht auf den Kirchenraum beschränkt werden dürfe: „Draußen in der Stadt, in unserem Leben, gilt es Christus zu bekennen – durch unsere Lebenseinstellung und unsere Lebensgestaltung.“ Im Anschluss an den Gottesdienst folgte die Fronleichnamsprozession durch die Bozner Altstadt. 

„Fronleichnam heißt wörtlich Herren-Leib. In der Mitte dieses Festes steht ein Stückchen Brot, das von Musik, Blumen, Trachten, Gesängen und Gebeten begleitet durch die Straßen unserer Städte und Dörfer getragen wird“, sagte Bischof Muser bei seiner Predigt im Bozner Dom, bei der er die Bedeutung von Fronleichnam erklärte und aufzeigte, hat, worin der Kern dieses Hochfestes liegt: „Wir feiern eine besondere Gegenwart. Gott ist gegenwärtig in der Größe und Schönheit der Schöpfung und in jedem Menschen, da wir alle nach Gottes Ebenbild geschaffen sind. Ganz eigen aber ist seine Gegenwart im Sakrament, im Brot und im Wein, die zum Leib und Blut des Herrn geworden sind.“

Nach der Eucharistiefeier folgte die traditionelle Fronleichnamsprozession durch die Straßen und Gassen der Altstadt als Bild des „wandernden Gottesvolks“, dessen Mitte Christus, das „Brot des Lebens“, ist. Die konsekrierte Hostie wurde – allen sichtbar – in der Monstranz mitgeführt. „Das ist es, was uns heute bei der Fronleichnamsprozession bewegen muss: Er, Christus, ist mit uns auf dem Weg. Er hat mit unseren Fragen, mit unseren Wunden, mit unseren Sorgen und Herausforderungen und mit unserer Zeit zu tun“, sagte der Bischof.

Weiters erinnerte Bischof Muser daran, dass die Feier der Eucharistie Konsequenzen haben muss und nicht auf den Kirchenraum beschränkt werden darf. „Draußen in der Stadt, in unserem Leben, gilt es Christus zu bekennen – durch unsere Lebenseinstellung und unsere Lebensgestaltung“, betonte der Oberhirte. Die Eucharistie sei nur dort richtig gefeiert, „wo die Gegenwart Christi unser Leben erreicht, wo wir dieses Leben mit anderen teilen und wo wir Barmherzigkeit leben – mit den Nahen und den Fernen, mit unseren Landsleuten und genauso mit jenen, die uns noch fremd sind“, so der Bischof abschließend.

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