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Geschredderte Küken

Foto: VGT.at

Die SVP-Senatorin Julia Unterberger hat einen Gesetzentwurf zur Bekämpfung der vielfältigen Formen der Tierquälerei eingebracht.

„Die Misshandlung von Tieren muss mit mehr Entschlossenheit bekämpft werden“, betont SVP-Senatorin Julia Unterberger, die auch Mitglied der übergreifenden parlamentarischen Gruppe für Tierrechte ist. In einer Aussendung teilt sie mit: „Deshalb habe ich im Senat einen diesbezüglichen Gesetzentwurf eingebracht, der schon bald in der zuständigen Kommission behandelt werden soll – dies mit anderen Gesetzesvorschlägen zur Gewährleistung der Tierrechte.“

„Industrielle Verfahren fügen Tieren viel unnötiges Leid zu“, man denke nur an das Kükenschreddern, unterstreicht Julia Unterberger.

Sie erinnert aber auch an die illegal durchgeführten Hundekämpfe, hinter welchen die Wett-Mafia stecke – und an die Grausamkeiten, die Tiere oft grundlos von Privatpersonen erleiden müssen. „

Alle diese Phänomene zeigen, dass die geltenden Bestimmungen zu wenig abschrecken. Auch eine höhere Sensibilität in der öffentlichen Wahrnehmung scheint nicht zu neuen Verhaltensweisen und zu einem respektvolleren Umgang mit Tieren zu führen.“

„Mit diesem Gesetzentwurf sollen vor allem die vorgesehenen Freiheitsstrafen für Misshandlungen von Tieren angehoben werden“, erklärt Julia Unterberger. “Außerdem soll die Möglichkeit einer alternativen Geldstrafe, wie bisher vorgesehen, ganz gestrichen werden.“

Die Mindeststrafe für Tierquälerei solle von drei auf sechs Monate erhöht werden, die Höchststrafe von 18 Monaten auf vier Jahre Haft.

Bei widerrechtlicher Tötung eines Tieres sehe der Gesetzentwurf einen Freiheitsentzug von vier bis zwölf Monaten (Mindeststrafe) bzw. von zwei bis fünf Jahren (Höchststrafe) vor.

SVP-Senatorin Julia Unterberger

„Darüber hinaus sollen auch Maßnahmen eingeführt werden, die der Veröffentlichung von Bildern von Tierquälerei etwa in den sozialen Netzwerken entgegenwirken“, betont Julia Unterberger. „Und vor allem soll ein neuer Straftatbestand geschaffen werden: Auch die Anstiftung zu irgendeiner Form von Gewalt gegen Tiere wird zur strafbaren Handlung, die mit einer Freiheitsstrafe zwischen einem und vier Jahren und einer Geldstrafe von 5.000 bis 15.000 Euro geahndet werden soll.“ Vorgesehen sei zudem die vorläufige Sicherstellung des Tieres, wenn schwerwiegende Indizien für Misshandlungen vorliegen, mit Verwahrung des Tieres in einer entsprechenden Einrichtung.“

Ein ausführlicher Teil des Gesetzentwurfes beschäftigt sich mit der Einschläferung und Schlachtung von Tieren: „Explizit vorgesehen sind die Pflicht zur Betäubung und das Verbot des so genannten Küken-Schredderns“, sagt Julia Unterberger.“ Jegliche unnötige Form der Verstümmelung von Tieren, wie Schnabelkürzungen bei Legehennen oder Enthornung von Kälbern, solle verboten werden – und wenn unbedingt nötig, dann müsse jeder Eingriff unter Narkose durchgeführt werden. Ein Verbot sei auch für die ‚lebendigen Lockmittel‘ vorgesehen: „Diese grausame Praxis sieht das Einfangen von kleinen Vögeln vor, um diese dann für die Jagd auf größere Vögel zu nutzen.“

„Ich hoffe, dass das Parlament diese Themen endlich angeht“, unterstreicht Julia Unterberger. „In der Bekämpfung des Phänomens der Tierquälerei in ihren verschiedenen Formen gibt es ganz offenkundig einen dringenden Nachholbedarf. Hierfür gibt es verschiedene Ursachen – nicht zuletzt das geringe Interesse von gesetzgeberischer Seite für den Tierschutz.“ Die italienische Rechtsordnung sehe Tiere noch immer als eine bewegliche Sache an, während die Europäische Union Tiere schon lange als empfindende Wesen definiert. „Der Moment, einer nachhaltigen Gesetzesänderung ist gekommen“, betont Julia Unterberger.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (11)

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  • owl

    Bravo Julia!

    Ich hoffe der Gesetzentwurf hat eine Chance.

  • latemarbz

    Halten von Hunden und Katzen in Stadtwohnungen ist Tierquälerei.
    Welchen Unterschied gibt es, ob man ein Kücken schreddert oder ob man einen ausgewachsenen Hahn oder einen Henne Tötet?

    • pushtrabui

      „Halten von Hunden und Katzen in Stadtwohnungen ist Tierquälerei.“ Na dann fragen Sie mal meine Katzen 🙂 Hätte ich sie auf dem elterlichen Hof gelassen wären sie längst schon überfahren worden oder wieder trächtig, damit wieder 6-8 neue Kätzchen da sind für die niemand sorgt. Aber hauptsache mal das Maul aufreißen obwohl man keine Ahnung hat.
      Ich bin für die höheren Strafen bei Tierquälerei wie oben beschrieben, aber wenn es in der Fleischindustrie eine Änderung geben soll dann ist der Verbraucher gefragt. Kaufe ich Schweinefleisch für 5€ das KG oder für 10€? Momentan stimmt immernoch noch der Geldbeutel ab, weil viele nicht wissen wie gut Fleisch aus guter Haltung schmecken kann.

  • einereiner

    Könnte es eventuell, aber nur vielleicht, möglicherweise sein, dass die Julia mal eine deutsche Zeitung gelesen hat?

  • criticus

    Bravo Frau Unterberger!!

  • paulus

    Und die geschredderten Gemeindebediensteten?

    Die Gewerkschaften Südtirols habe diesen Unterschied zwischen den öffentlich Bediensteten nicht mal angesprochen (!) Das heißt, sie sind damit einverstanden, wenn die Gemeindebediensteten gegenüber den Landesbediensteten in Sachen Nebentätigkeit diskriminiert werden! Daran sieht man was Gewerkschaften wert sind. Nämlich? Nichts!

    Die Landesbediensteten (auch jene mit Vollzeitbeschäftigung) können auch eine Nebentätigkeit in einem zweiten lohnabhängigen Arbeitsverhältnis eingehen, oder sich nebenbei auch selbstständig machen. Den Gemeindebediensteten mit einem Arbeitsverhältnis über 50 % ist es grundsätzlich verboten ein zweites lohnabhängiges Arbeitsverhältnis einzugehen. Auch eine Selbstständigkeit ist einem Gemeindebediensteten verboten. Kann mir mal jemand von den Politikern hier erklären warum das so ist, warum die Gemeindebediensteten hier so benachteiligt werden?

  • kurt

    Aha ,nach den Männern sind jetzt die Küken dran, aber in positiven Sinne !!!!,das ist dann der grüne Ansatz der Frau Julia !!!!!.

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