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Platter bleibt stur

Foto Autobahn: Leonhard Angerer

Tirols LH Günther Platter erklärt: „Die Lkw-Blockabfertigungen bleiben weiterhin eine Notmaßnahme Tirols und werden fortgesetzt.

Das vergangene Pfingstwochenende hat sich wie erwartet als eines der reisestärksten Wochenenden erwiesen.

Die Situation auf Tirols Straßen hätte sich mit großer Wahrscheinlichkeit noch dramatischer dargestellt, wenn das Land Tirol nicht auf Blockabfertigungen als Notmaßnahme zurückgegriffen hätte, wie LH Günther Platterund LHStvin Ingrid Felipe am Dienstag erklären:

„Wir alle erinnern uns noch an Pfingsten vor zwei Jahren, als ein totaler Verkehrskollaps entlang der Inntalautobahn im Unterland den Verkehr lahm gelegt hat und es selbst für Einsatzkräfte kein Durchkommen mehr gab. Auch an diesem Pfingstwochenende war das Verkehrsaufkommen extrem hoch. Dennoch ist es gelungen, mit Hilfe der Blockabfertigungen die Verkehrsflüssigkeit im Unterinntal sowie die Verkehrssicherheit insgesamt zu gewährleisten.“

Konkret wurden bei der Blockabfertigung am Freitag, die von 12 bis 19.45 Uhr aktiv war, 1.284 LKW gezählt. Am Samstag waren es zwischen 5 und 17.30 Uhr 2.075 LKW, die beim Checkpoint Kufstein Nord blockweise abgefertigt wurden.

Der Schwerverkehrs-Rückstau war an beiden Tagen enorm: So belief er sich am Freitag auf 20 Kilometer bis zum Bereich Brannenburg in Deutschland, am Samstag waren es sogar 54 Kilometer bis in den Bereich des Inntaldreiecks bzw. Weyarn. Als Nadelöhr erwies sich in weiterer Folge die Baustelle „Europabrücke“, die Sperre der Reschenstraße verschärfte die Situation rund um Innsbruck zusätzlich: „Dieses Wochenende wies aufgrund mehrerer Faktoren eine außergewöhnliche Verkehrssituation auf. Wenn sich derart viele Personen gleichzeitig auf den Weg in den Süden machen, können und müssen wir darauf reagieren. Das haben wir in Zusammenarbeit mit der Exekutive im Bereich unserer Möglichkeiten gemacht“, betont Bernhard Knapp, Vorstand der Abteilung Verkehrsrecht des Landes.

Blockabfertigungen nur Teil eines Maßnahmenbündels

Sowohl das Pfingstwochenende als auch die erheblichen Verkehrsbehinderungen am 29. Mai – dem Tag vor Christi Himmelfahrt – sind für LH Platter und LHStvin Felipe der Beweis dafür, wie unverzichtbar die Blockabfertigungen sind. Zugleich stellen diese jedoch nur einen Teil eines Maßnahmenbündels zur Verkehrsentlastung dar.

Neben den Blockabfertigungen braucht es vor allem auch eine Verlagerung von der Straße auf die Schiene sowie eine einheitliche Korridormaut zwischen München und Verona: „Die Dosierungen sind wichtig und richtig. Doch um langfristig endlich eine Lösung für das verkehrsgeplagte Tirol erreichen zu können, braucht es das Zutun und das Wohlwollen unserer Nachbarstaaten. Tirol kann nicht alleine das steigende Mobilitätsbedürfnis von ganz Europa im Zaum halten. Eine Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene ist das oberste Ziel. Das gilt nicht nur für den Güterverkehr, sondern erfordert auch eine Attraktivierung des grenzüberschreitenden Öffi-Verkehrs“, stellt LHStvin Felipe klar.

Blockabfertigungen gehen weiter

Bereits kommende Woche werden rund um Fronleichnam jedenfalls am Montag, Dienstag, Mittwoch und Freitag wieder Blockabfertigungen durchgeführt. Dabei dürfen ab den frühen Morgenstunden maximal 300 LKW pro Stunde den Checkpoint Kufstein Nord passieren. Je nach LKW-Aufkommen kann bei Bedarf die Blockabfertigung zeitlich verlängert werden.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (5)

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  • andreas

    Außer eine Schikane für die LKW Fahrer bringt die Blockabfertigung gar nichts, es fährt ja nicht ein LKW weniger.
    Nachtfahrverbot aufheben und nachts die LKWs und tagüber die PKWs durchschleusen.

    Nebenbei würde ich den Schlaumeier mal bei 30 Grad stundenlang in einen LKW einschließen, dann weiß er wie angenehm das ist.
    Aber die Fahrer sind ja egal, sind ja nur aus dem Osten und bringen den Tirolern keine Einnahmen, bei Tieren würden die Tierschützer und Platter sofort auf die Barikaden gehen.

    • george

      Gut so, Herr LH von Tirol! Und ‚andreas‘ will es wieder einmal besser wissen, dass das nichts bringt und behauptet einfach, dass damit nicht ein LKW weniger fährt. Welch andere Änderungsmaßnahmen dies hervorrufen kann und welchen Handlungsbedarf erzwingt u. viel anderes mehr, was daraus folgt, unterdrückt er einfach. All die Obergescheiten (nicht die Fahrer!) kann der ‚andreas‘ mal bei 30 Grad stundenlang in einen LKW einschließen und sich selber mit, und zwar alle, die bis heute aus diesem subventionierten Hin- und Hergekarre und der Umwegfahrerei noch nichts gelernt haben und nicht imstande sind entsprechende Lösungen anzubieten, mitzutragen oder sie auch nicht mit den Nordtirolern mittragen wollen. Die Luftreinheit und eine mindesterträgliche Wohn- und Lebensqualität der Einwohner der durchquerten Täler ist euch wohl nichts wert.

      • andreas

        Die Aussage, dass kein LKW weniger auf der Straße ist, stammt von Tiroler Frächtern. Auch die, dass es eine bodenlose Frechheit den Fahrern gegenüber ist.

        Dein substanzloser Schwachsinn ist schon deshalb falsch, weil es die von dir propagierten Alternativen gar nicht gibt.

        Platter ist ein elender Heuchler, er schikaniert ja nur den Durchzugsverkehr, welcher den Tirolern wirtschaftlich nichts bringt, Ziel- und Flugverkehr ist ja herzlich willkommen.

  • gurgiser

    Es geht nicht darum, was Tiroler Frächter sagen oder ob ein LKW mehr oder weniger fährt, sondern darum, dass auf der A12 und A13 die „Sicherheit, Leichtigkeit und Flüssigkeit des Verkehrs für alle aufrecht gehalten wird“. Wer das immer noch nicht kapiert hat, sollte so gut sein, sich mit Mindestregeln des Verkehrs auseinander zu setzen. Es gibt kein Recht auf freien Personen- und Warenverkehr, sehr wohl ein Grundrecht auf Gesundheit. Fritz Gurgiser, Transitforum

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