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Die Galgenfrist

Die Käufer des Meraner Siliziumwerks Solland Silicon bekommen noch zehn Tage Zeit, um die Betriebs- und Sicherheitskosten für Juni zu überweisen.

„Die Sicherheit des Siliziumwerks in Sinich, für die das Land Südtirol Verantwortung trägt, ist zu hundert Prozent gewährleistet. Wir haben uns heute Nacht nach direkten Verhandlungen mit den Arbeitern darauf verständigt, dass die Beschäftigten des Werkes weiterhin für die Sicherheit sorgen und die Entleerung in die Wege leiten werden. Gleichzeitig wird den an der Übernahme interessierte Unternehmen B.S.T. aus Katar eine Frist von 10 Tagen eingeräumt, um die Betriebs- und Sicherheitskosten für den Monat Juni in Höhe von 500.000 Euro zu überweisen. Bis zum Monatsende bleibt dann Zeit, die restlichen 4,5 Millionen Euro für die Betriebsübernahme zu bezahlen“, erklärte der Landeshauptmann am Samstag Vormittag.

Erfolgt dies nicht innerhalb der genannten Fristen werde die Entleerung abgeschlossen und der Betrieb definitiv stillgelegt.

Landeshauptmann Kompatscher und Landesrat Schuler informierten am Samstag über die jüngsten Entwicklungen in Sachen Solland Silicon

Nach der Insolvenz des Sinicher Betriebs MEMC im Jahr 2016 hatte das Gericht mehrmals versucht, Käufer für den Siliziumbetrieb zu finden. Die jüngste und siebente Ausschreibung schien erfolgreich. Das Unternehmen B.S.T. aus Katar gewann die Versteigerung und sicherte sich die Übernahme des Nachfolgeunternehmen der MEMC, der Solland Silicon. Nachdem das Unternehmen aus Katar seinen Zahlungsverpflichtungen allerdings nicht nachgekommen war, lehnte das Konkursgericht am Samstag vergangener Woche eine Verlängerung der Zahlungsfrist ab, sodass in der vergangenen Nacht um 24 Uhr mit der Entleerung des Betriebs begonnen werden sollte.

„Über die Vorgehensweise zur Entleerung haben wir uns am Freitag Abend bei einer Sitzung am Sitz der Landeszivilschutzzentrale auch mit allen Gewerkschaften geeinigt“, informierte Landeshauptmann Kompatscher,

Arno Kompatscher im Gespräch mit den Mitarbeitern (Foto: Sergio Armanini)

Die Arbeiter hätten aber erklärt, sie fühlten sich von den Gewerkschaften nicht vertreten. In der Nacht führte der Landeshauptmann also die Verhandlungen direkt mit den Arbeitern am Sitz der Solland in Sinich fort. „Im Einvernehmen mit allen Beteiligten haben wir uns nun auf die zehntägige Fristverlängerung verständigt. Bis dahin muss das Unternehmen die 500.000 Euro für den Betrieb des Werks für den Monat Juni bezahlen und kann auf diese Weise auch seine Glaubwürdigkeit bestätigen. Bis zum Monatsende bleibt dann Zeit, die restlichen 4,5 Millionen Euro für die Betriebsübernahme zu bezahlen“, erklärte der Landeshauptmann.

Derzeit befinden sich noch 260 Tonnen von ursprünglich 800 Tonnen Trichlorsilan im Siliziumwerk in Sinich. Die farblose, rauchende Flüssigkeit ist hochentzündlich. „Da die Dämpfe schwerer als Luft sind, breiten sie sich am Boden aus, was die Gefahr einer Fern- und bei Kontakt mit Luft einer Selbstentzündung in sich birgt. Aus diesem Grund gelten für den Betrieb hohe Sicherheitsauflagen“, informierte der für Bevölkerungsschutz zuständige Landesrat Schuler.

Für diese Sicherheit gab das Land täglich 15.000 bis 20.000 Euro und bisher rund 20 Millionen Euro aus.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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