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Der Drogen-Report

Foto: 123rf

In Südtirol wurden im Jahr 2018 insgesamt 1.546 Drogenabhängige behandelt – Tendenz steigend. Die neusten Zahlen.

von Lisi Lang

Die Zahlen zeigen ein klares  Bild: In den letzten drei Jahren wurden in Südtirol mehr als 1.000 Drogendelikte gemeldet. Allein im Vorjahr wurden in Südtirol mehr als 1.500 Personen aufgrund einer Substanzkonsumstörung behandelt. Tendenz steigend.

Das zeigen die neusten Daten, die der Süd-Tiroler Freiheit auf Anfrage zugeschickt wurden. „Diese Zahlen sind besorgniserregend“, kommentiert Myriam Atz Tammerle die Zahlen.

In den letzten drei Jahren wurden in Südtirol insgesamt 1.091 Drogendelikte angezeigt. Etwa 30 Prozent dieser Straftaten sind laut Auskunft des Regierungskommissariats auf Personen unter 25 Jahren zurückzuführen. „Zudem hat eine Prüfung der relevanten statischen Daten ergeben, dass keine Prävalenz bei der Herkunft der Täter dieser kriminellen Phänomene zwischen dem europäischen und außereuropäischen Raum herrscht“, so das Regierungskommissariat.

Die Landtagsabgeordnete jedoch unterstreicht die Wichtigkeit dieser Unterscheidung: „Die Landesregierung konnte oder wollte keine detaillierten Angaben darüber geben, inwiefern diese Delikte von EU- und Nicht-EU-Bürgern verübt wurden“, so Myriam Atz Tammerle. Dies sei aber wichtig, „denn sollten Asylanten bzw. Asylwerber straffällig werden, sollten sie das Recht auf Asyl mit sofortiger Wirkung verlieren und abgeschoben werden“, unterstreicht die Landtagsabgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit. Drogenhandel sei kein Kavaliersdelikt.

Neben den Drogendelikten stimmen aber vor allem die Zahlen zu den Drogenkonsumenten die Landtagsabgeordnete besorgt. „In den letzten drei Jahren mussten 3.851 Mal Menschen aufgrund von vermehrtem Drogenkonsum im Krankenhaus behandelt werden“, so Atz Tammerle mit Blick auf die Daten.

Vor allem harte Drogen wie Heroin oder Kokain sind in Südtirol weiter verbreitet als angenommen. So wurden in den letzten drei Jahren die meisten Menschen mit einem Heroin-Problem behandelt. Allein im Jahr 2018 waren es 789 Personen, 2016 waren es noch 625 Patienten. Erst an zweiter Stelle folgen Personen, die aufgrund von Abhängigkeiten in Zusammenhang mit Cannabinoiden behandelt werden mussten. An dritter Stelle finden sich – ebenfalls im Steigen begriffen – die Kokain-Abhängigkeiten (siehe Grafik).

In den letzten drei Jahren wurden aber zunehmend auch Patienten mit Crack- oder LSD-Abhängigkeiten oder Personen, die Probleme mit anderen synthetischen Drogen wie Ecstasy oder Speed hatten, behandelt.

Myriam Atz Tammerle bedauert diese Daten und sieht die Gründe für den zunehmenden Drogenkonsum in den ansteigenden Überforderungen der Menschen. Bei Jugendlichen seien es oftmals auch die Neugierde und der Gruppenzwang, aber auch Schul- und Lernprobleme eine Ursache. „Es ist unabdingbar, Jugendliche intensiver darüber aufzuklären, welche erhebliche Schäden Drogenkonsum anrichtet und sogar zum Tode führen kann“, betont Myriam Atz Tammerle.

Deshalb will die Landtagsabgeordnete bei der Landesregierung nachhaken, um herauszufinden, wie viele Jugendliche unter 25 und wie viele unter 18 Jahren aufgrund eines Drogenkonsums in den letzten drei Jahren behandelt werden mussten.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (6)

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  • andreas

    Wenn Tammerle wirklich ein Interesse hat, dass sich manche Situationen verbessern, soll sie aufhören zu versuchen, immer die „Ausländer“ anschwärzen zu wollen.

    In den 90gern, wo der italienische Carabinieri in den Dörfern der einzige Ausländer war, hatte Südtirol ein massives Problem mit Drogen mit jährlich einigen Toten und das waren nicht irgendwelche Unbekannte, sondern unter anderem einige deutschsprachige Südtiroler aus Bozen und Umgebung.

    Das Problem ist also nicht importiert, sondern war in Südtirol immer präsent und im Bezug auf die Toten ist es viel besser geworden.
    Den derzeitigen Handel kann ich nicht beurteilen, in den 90gern war es jedenfalls kein Problem in Haslach, Gries oder Reschenstraße jegliche Art und Menge zu bekommen.

  • watschi

    nein andreas, auslànder nehmen keine drogen und sie verkaufen sie auch nicht. und die welt ist eine scheibe. dai dai, nennt endlich die zahlen

  • stefan1

    Die Lösung auf das Problem : endlich legalisieren um Qualität zu kontrollieren, Schwarzmarkt austrocknen und Betroffenen zu helfen statt zu verfolgen.

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