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hds contra Gewerkschaften

Sandro Pellegrini

Die Ausweitung der Saisonverträge auf alle Gemeinden Südtirols bereitet dem hds Sorgen. „Unsere Sektoren sind auf Flexibilität angewiesen.“

Südtirols Betriebe im Handels- und Dienstleistungsbereich tun sich derzeit bei der Suche nach Personal schwer. „Umso gravierender ist der Umstand seit dem Inkrafttreten des sogenannten „Würde“-Gesetzesdekret („Decreto dignità“) vom letzten Sommer, der die Regelung bei befristeten Verträgen reformiert hat“, erklärt Sandro Pellegrini, der Vizepräsident des hds – Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol.

Im Wesentlichen schränkt diese Bestimmung die Verwendung der befristeten Verträge stark ein und bringt gleichzeitig höhere Kosten für die Betriebe mit sich. Betriebe, die bisher in den Sommermonaten Personal befristet angestellt haben, um so die saisonbedingte Intensivierung der Arbeitstätigkeit zu bewältigen, können dies nicht mehr ohne Weiteres machen.

„Gerade für die Bereiche des Handels und der Dienstleistungen sind diese Einschränkungen schwer zu bewältigen. Betriebe, die konjunkturell von der Saisonalität abhängig sind, benötigen flexible Instrumente“, berichtet Pellegrini. „Unsere Betriebe benötigen eine gewisse Flexibilität, um den wirtschaftlichen Schwankungen der Saisonalität gerecht zu werden. Das darf nicht zum Verhängnis für den Betrieb werden“, so Pellegrini.

Um dieser Problematik entgegenzuwirken, hat nun der hds den Landesfachgewerkschaften ASGB Handel, Filcams/CGIL-AGB, Fisascat/SGB-CISL und UILTuCS/UIL–SGK vorgeschlagen, die Anwendung der Saisonverträge, die im Landeszusatzvertrag von 2016 bereits in 25 touristischen Gemeinden möglich sind, auf ganz Südtirol auszuweiten. Die Vertragsform sieht vor, dass Betriebe mit normaler Jahrestätigkeit, neben den üblich befristeten Verträgen auch Saisonverträge abschließen können, um die wirtschaftliche Schwankung zu bewältigen. Die Saisonverträge sind im Unterscheid zu den herkömmlichen befristeten Verträgen von den zeitlichen und mengenmäßigen Einschränkungen befreit und unterliegen auch nicht der Notwendigkeit einer Begründung.

„Mit dieser Ausweitung auf alle Gemeinden könnten wir die Personalaufnahme von Seiten der Betriebe unproblematisch und unbürokratisch erleichtern“, erklärt der Vizepräsident.

„Mit Unverständnis müssen wir jetzt feststellen, dass die Gewerkschaften nach wochenlanger Verhandlungen diesen Vorschlag ablehnen und darauf nicht eingehen. Es kann nicht sein, dass aus Sorge eines möglichen Missbrauchs durch einige wenige ein ganzer Sektor im Land bestraft wird“, so Pellegrini.

Der hds kritisiert dieses Verhalten der Arbeitnehmerseite zum Schaden der Betriebe, aber auch der Mitarbeiter. „Wir brauchen gemeinsame Gespräche und Lösungen, nur so können wir Betriebe stärken und Arbeitsplätze sichern“, sagt der Vizepräsident abschließend.

 

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