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„Tigermücke ist heimisch geworden“

Foto: 123RF.com

Von Mai bis Oktober sollen zur Eindämmung der Tigermücke verschiedene Maßnahmen umgesetzt werden. Auf Privatgrund sind die Eigentümer für die Vorsorge zuständig.

Zwischen Salurn und Meran ist die Tigermücke zum Dauergast geworden. Das geht aus den Erhebungen des Biologischen Labors der Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz hervor, dass die Verbreitung des Insekts in Südtirol seit 2013 beobachtet.

Im Zeitraum 2014-2017 hat sich die mittlere Anzahl an Eiern in den eigens aufgestellten Eiablagefallen verfünffacht. Immer früher im Jahreslauf wurden hohe Besiedelungsdichten nachgewiesen.

Die Tigermücke ist bis in den Oktober hinein aktiv. Damit nehmen jährlich auch die Belastungen für die Bewohner der Tallagen zwischen Meran und Salurn zu.

„Der beobachtete Anstieg der Populationen spricht dafür, dass sich die Tigermücke vom Unterland über das Etschtal bis ins Burggrafenamt ausgebreitet hat und mittlerweile beinahe heimisch geworden ist“, sagt Edith Bucher, Expertin des Biologischen Landeslabors.

Das Vorkommen der Tigermücke in Südtirol hat ein Niveau erreicht, dass sie kaum mehr ausgerottet werden kann. Umso wichtiger ist es jedoch, das Anwachsen der Populationen durch gezielte Vorsorgemaßnahmen bereits ab dem Frühjahr einzudämmen.

Dieses Jahr wird die Entwicklung der Tigermücken-Populationen bereits seit Mitte April systematisch beobachtet. Die Arbeitsgruppe „Tigermücke“ unter der Leitung der Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz und mit Vertretern der Sanitätseinheit und der Gemeinden Bozen und Meran hat sich 2019 bereits mehrmals getroffen, um die Maßnahmen zum Tigermücken-Management durch die öffentlichen Einrichtungen möglichst optimal aufeinander abzustimmen.

Brutstellen vermeiden, spezifische Produkte einsetzen

Zu den Vorsorgemaßnahmen zählen Information und Sensibilisierung der Bevölkerung zur Vermeidung von Brutstellen und – als letzte Maßnahme – der Einsatz von Larviziden. Larvizide sind biologische oder chemische Mittel, welche die Entwicklung der Larven eindämmen. Es handelt sich dabei um Substanzen, die nach Ausbringung über einen Zeitraum von einer bis vier Wochen wirken.

Mit Ansteigen der Temperaturen im Frühjahr erscheinen erste Tigermückenlarven, die den Winter in Form kälteresistenter Eier überdauert haben, heißt es aus dem Biologischen Landeslabor. Aus einer einzigen, im Frühjahr ausgeschlüpften Tigermücke, können im Laufe der Sommermonate Milliarden von Tigermücken entstehen. Daher gilt es, die Entwicklung der Larven zu erwachsenen, stechenden Tigermücken möglichst frühzeitig zu unterbinden. Nur so könne das Anwachsen der Population während der Saison und die daraus resultierenden Belastungen wirksam eingeschränkt werden.

Jeder einzelne ist aufgefordert, in seinem Umfeld Brutstellen zu vermeiden. Die Tigermücke legt ihre Eier in kleinen Wasseransammlungen im Freien ab – sei es im Garten, im Hof oder auf dem Balkon. Das können gelagerte Autoreifen, ein vergessenes Kinderspielzeug, verstopfte Regenrinnen, eine nicht regelmäßig geleerte Vogeltränke oder Hundeschüssel, eine Gießkanne oder eine ungespannte Abdeckplane sein, die sich nach einem Regenguss mit Wasser füllt. „Auch Baumhöhlen oder Stammachseln können zur Brutstelle werden“, so die Experten.

Überall dort, wo sich Wasseransammlungen nicht vermeiden lassen (zum Beispiel in Straßenabläufen, Gullys, Schächten, Regenwassereinläufen), sind von Mai bis Oktober regelmäßig Larvizide zu verwenden. Bei der Auswahl dieser Larvizide ist besondere Vorsicht geboten, Angaben dazu finden sich auf der Webseite der Landesumweltagentur.

Damit die Behandlung wirksam ist, müssen die Larvizide im gesamten Siedlungsgebiet gezielt eingesetzt werden. Auf öffentlichen Flächen ist die Gemeindeverwaltung zuständig, auf privatem Grund müssen sich die Eigentümer selbst kümmern. Die Landesumweltagentur fordert eindringlich auf, bei Ausbringen eines Larvizides die Gebrauchsanleitungen und die nötigen Vorsorgemaßnahmen einzuhalten.

Über die Tigermücken-Vorsorge informiert kurz und kompakt ein Video auf YouTube und auf Facebook sowie ein Radio-Spot auf Soundcloud.

Weitere Informationen und Tipps zur Tigermücke sowie die Daten der Tigermücken-Erhebung finden sich auf der Webseite der Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (2)

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  • heinz

    Der Bauernbund könnte durch das Auftreten dieser nicht bei uns heimischen Tierart tigermückenfreie Zonen ausweisen lassen. Bei ganz hartnäckigen Problemtieren sollte ohne weiteres bereits jetzt eine geregelte Entnahme möglich sein.

  • wisoiundnetderfranz

    Ich bekenne mich schuldig, bereits mehrfach eine heimliche Entnahme durchgeführt zu haben und musste auch schon oft beobachten, wie in aller Öffentlichkeit Tigermücken ohne Scheu zur Strecke gebracht worden sind.

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