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Südtiroler Zimmerservice

© Manzoni/NordicFocus

Auf den letzten Drücker hat es doch noch geklappt: Nur mit der Unterstützung der Pusterer Hoteliers konnte auch Cortina genügend Zimmer für die olympische Bewerbung zusammenkratzen.

von Silke Hinterwaldner

Bis vor zehn Tagen war die Lage alles andere als entspannt. Trotz der intensiven Suche nach Zimmern für die angepeilte Olympiade 2026 hatte es nicht den Anschein, als ob man das Soll des Internationalen Olympischen Komitees erfüllen könnte.

Dann wurde sozusagen in einem letzten Kraftakt noch einmal nachgelegt: Im Teamwork haben Thomas Plank vom DME Ost und Raffael Mooswalder, Vizedirektor des HGV, die Tourismusvereine in den einzelnen Ortschaften darauf eingeschworen, für die fehlenden Zimmer zu sorgen. Das scheint die erhoffte Wende gebracht zu haben. Denn seit dem Wochenende steht fest, dass die benötigte Anzahl an Zimmern im Hinblick auf die Bewerbung für olympische Winterspiele in sieben Jahren erreicht wurde – fast zumindest.

Das, was zusammengekommen ist, genügt, ist man beim Wintersportverband Coni überzeugt. Zwar konnten nicht überall die geforderten 100 Prozent erreicht werden, aber alles, was über 80 Prozent liegt, reicht für eine Bewerbung.

Nun der Reihe nach: Um sich für Winterspiele bewerben zu können, muss eine große Anzahl an Hotelbetten bereits Jahre zuvor garantiert werden. Entsprechend groß war der Kraftakt für Südtirol – aber auch für die anderen Austragungsorte. Schließlich musste alles sehr schnell gehen. Innerhalb von wenigen Wochen musste die Bewerbung von Mailand und Cortina mit insgesamt 27.821 Hotelzimmern untermauert werden. Normalerweise benötigt das IOC für seine Funktionäre, für die Fachsportverbände oder für die Schiedsrichter rund 25.000 Zimmer. Aber weil die Austragungsorte in Italien weit über das Territorium verstreut sind, werden mehr Zimmer verlangt.

Im Detail werden von Mailand 12.300 Zimmer, von Cortina 7.124 Zimmer, vom Fleimstal mit Baselga di Pinè 3.649 Zimmer, von Livigno und Bormio 3.625 Zimmer und von Antholz 898 Zimmer verlangt. Dazu kommen noch einige wenige Zimmer andernorts. Eines vorweg: Die meisten Austragungsorte haben ihre Hausaufgaben gemacht. Fehlende Betten gibt es nur noch in Livigno und eben in Cortina. Abersogar in Cortina hat man mit 5.771 Zimmern einen stattlichen Prozentsatz von 81 Prozentpunkten erreicht.

Allerdings darf man dabei nicht außer Acht lassen, dass dies nicht ohne Südtiroler Beteiligung geglückt wäre. Denn: Im Raum Cortina, sogar in der gesamten Provinz Belluno, ist die Anzahl an zur Verfügung stehenden Hotels beschränkt. Insgesamt verfügt man dort nur über 8.000 Zimmer. Deshalb musste die Nachbarprovinz Südtirol einspringen. Zwischen Toblach, Innichen und weiter bis Vals, Natz und Brixen hat man in den vergangenen Tagen 1.854 Zimmer organisiert. Diese werden dem Austragungsort Cortina zugerechnet. Nur so konnten die Nachbarn im Süden eine Quote von über 80 Prozent erreichen.

Der Austragungsort Antholz hat seine Hausaufgaben vergleichsweise locker geschafft. Für die Biathlon-Bewerbe benötigt das IOC „nur“ 898 Zimmer, Antholz hat gemeinsam mit den Nachbarorten 944 Zimmer geliefert und liegt damit über dem Soll.

In dieser Rechnung nicht bedacht werden die Zimmer für die Athleten. Diese sollten auch noch zur Verfügung gestellt werden. Dies noch vor der Entscheidung im Juni zu organisieren, wäre eine Fleißaufgabe gewesen, ist aber für die Bewerbung nicht unbedingt erforderlich.

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