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Gefährliche Schwäne?

Vor zwei Jahren wurden im Brixner Lido zwei schwarze Schwäne eingesetzt. Nun schlagen Biologen Alarm, weil die Schwäne dem ökologischen Gleichgewicht schaden und wenden sich in einem Brief an die Gemeindeverwaltung.

von Markus Rufin

Am Brixner Lido steht das Restaurant Brix 0.1. Die Besitzer des Restaurants haben im April 2017 zwei schwarze Trauerschwäne im Biotop „Fischzuchtteich“im Lido eingesetzt. Ziel war es, einen Blickfang zu schaffen und so das Biotop attraktiver zu gestalten. Mit den Schwänen ist es ihnen auch gelungen.

Allerdings warnte die Grüne Bürgerliste bereits damals vor den Auswirkungen der Einsetzung von schwarzen Schwänen als „Ziertiere“. Damals reichten die drei Gemeinderäte der Grünen Bürgerliste auch eine Anfrage ein.

Diese wurde einsilbig und kurz beantwortet. Die Gemeinde habe die Tiere nicht angekauft und sei auch nicht für Strafen zuständig. Daher hat man bis jetzt auch nichts unternommen.

Doch nun sorgen die schwarzen Schwäne wieder für Aufsehen. Einige Biologen und Naturfreunde, die das Biotop bereits seit längerer Zeit beobachten, haben festgestellt, dass die Schwäne tatsächlich Schäden angerichtet haben.

Sie richteten nun ein Schreiben an die Gemeindeverwaltung, in dem sie auf die Lage hinweisen und darum bitten, dass die Sanierungsmaßnahmen, die vor einigen Jahren am Biotop vorgenommen wurden, nicht vollständig zunichte gemacht werden.

Auch den grünen Landtagsabgeordneten wurde das Schreiben übermittelt. Die Grünen sollen dafür sorgen, dass auch die Landesregierung sich den Sorgen der Naturschützer annimmt.

Die Grüne Bürgerliste Brixen fordert den Stadtrat dazu auf, einzugreifen und weitere Schäden für die Flora und Fauna abzuwenden.

Wie die zuständige Stadträtin Paula Bacher ankündigt, wird sie dieser Bitte auch Folge leisten, auch wenn sie glaubt, dass von den Schwänen keine Gefahr ausgeht: „Zwar schreiben die Biologen, dass die Schwäne aufgrund ihrer Herkunft das Ökosystem beeinträchtigen würden, ich glaube aber nicht, dass die Gefahr groß oder akut ist.“

Bacher erinnert daran, dass sich neben den beiden Schwänen auch zahlreiche andere Tiere wie Fische, Laufenten oder andere Schwäne im Fischzuchtteich aufhalten. Auch diese könnten das Ökosystem beeinflussen. Die Gemeinde habe die Tiere auch nicht eingesetzt. Es komme häufig vor, dass sich Tiere, um die sich die Gemeinde eigentlich nicht kümmert, im Fischzuchtteich aufhalten.

Daher werde man zunächst nur Überprüfungen anstellen, ob das Ökosystem tatsächlich beeinträchtigt oder gar zerstört wird. Man wisse ja nicht einmal genau, ob die Schwäne überhaupt noch unten sind. Erst wenn diese Überprüfung durchgeführt ist, wird man eventuell Konsequenzen folgen lassen.

„Ich rechne nicht damit, dass es besonders schlimm sein wird. Daher wird das auch nicht so ein großes Thema werden“, erklärt Bacher. Man könne schließlich nicht einen Polizisten damit beauftragen, den Teich und seine Tiere zu überwachen.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (5)

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  • george

    Paula Bacher soll schleunigst die notwendigen Maßnahmen in die Wege leiten, anstatt so zweideutig und dumm daher zu reden. Sie versteht von Ökologie und Naturausgleich wahrscheinlich gleich viel wie ein Koch von der Verwaltung.

  • george

    Ja, holt sie und den GRÜFRIS ‚einereiner‘ als Gleichberechtigung dazu, denn der stört auch dauernd die Flora und Fauna mit seiner „Sure“.

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