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Rudolf Stingel

Rudolf Stingel: Untitled (After Sam), 2006
 Öl auf Leinwand, 335.3 x 457.2 cm © Rudolf Stingel
 (Foto: Ellen Page Wilson)

Die Fondation Beyeler widmet ihre Sommerausstellung dem in Meran geborenen und in New York lebenden Maler Rudolf Stingel.

Die Ausstellung in der Fondation Beyeler in Basel ist die erste grosse Präsentation des malerischen Œuvres des Künstlers in Europa nach derjenigen im Palazzo Grassi in Venedig (2013) und die erste in der Schweiz seit jener in der Kunsthalle Zürich (1995). Sie stellt Rudolf Stingels bedeutendste Werkserien aus allen Schaffensperioden der letzten 20 Jahre vor und gewährt so einen umfassenden Überblick über seine vielfältige künstlerische Praxis.

Von Beginn seiner Karriere in den späten 1980er-Jahren nähert sich Rudolf Stingel in einer konzeptuellen und selbstreflexiven Weise der Malerei und erkundet deren Möglichkeiten und medienspezifische Grenzen im Wechselspiel der künstlerischen Verfahren, Materialien und Formen. Neben verschiedenen Serien abstrakter und fotorealistischer Malerei auf Leinwand entstehen grossformatige Werke aus Styropor oder aus Metall gegossene Bilder, in denen Spuren für die Ewigkeit konserviert sind. Zudem gestaltet Stingel ortsspezifische Installationen, für die er einzelne Wände mit hochflorigem, monochromem Teppich bespannen lässt, den die Besucher mit ihren Händen, grossen Pinselstrichen gleich, glätten und aufrauen können. Auch lässt er ganze Räume mit reflektierenden, silbernen Celotex-Isolationsplatten auskleiden, die dazu einladen, in dem weichen Material Botschaften, Initialen und sonstige Gesten zu hinterlassen. Was all diese Werke ungeachtet ihrer materiellen Unterschiedlichkeit verbindet, sind die zufälligen oder bewusst gesetzten Spuren des Malerischen, die auf der Oberfläche in Erscheinung treten. Zudem formulieren sie ganz grundsätzliche Fragen zum Verständnis und der Wahrnehmung von Kunst, zu den Themen von Erinnerung und Vergänglichkeit.

Neben wertvollen Leihgaben aus privaten Sammlungen stammt ein Teil der Werke aus dem Besitz des Künstlers. Einige Gemälde sind erst in diesem Jahr entstanden und werden im Rahmen der Ausstellung erstmals gezeigt. Zudem werden neue ortsspezifische Werke aus Teppich und Celotex-Isolationsplatten präsentiert. So wird u. a. das komplette Restaurant der Fondation Beyeler temporär mit silbernen Platten ausgekleidet.

Die Auswahl sowie die Installation der Werke sind speziell auf die von Renzo Piano entworfenen Räume der Fondation Beyeler abgestimmt worden. Von Raum zu Raum konzipiert, folgt die Ausstellung keiner chronologischen Reihenfolge, sondern konzentriert sich vielmehr auf die spezifische Gegenüberstellung einzelner bildnerischer Werke.

Gastkurator der Ausstellung ist Udo Kittelmann, ein ausgewiesener und langjähriger Kenner der Kunst Rudolf Stingels. Er hat bereits zwei Ausstellungen mit Stingels Werken organisiert, 2004 Home Depot im Museum für Moderne Kunst in Frankfurt am Main und 2010 LIVE in der Neuen Nationalgalerie in Berlin. Die Ausstellung in der Fondation Beyeler entsteht in enger Zusammenarbeit zwischen Künstler und Kurator.

Zur Ausstellung erscheint ein umfassender Katalog, der als Künstlerbuch konzipiert ist und mit mehr als 400 Abbildungen auf über 350 Seiten einen einmaligen Einblick in Rudolf Stingels Schaffen gewährt.

Termin: Die Ausstellung wird am 26. Mai eröffnet und bleibt bis 6. Oktober zugänglich.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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