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„Maschine ist normal gelandet“

Der Zwischenfall mit dem Pelikan-Hubschrauber: Der Chef der Flugrettung, Ivo Bonamico, redet jetzt Klartext und erklärt, was am vergangenen Samstag in Gröden wirklich passiert ist.

TAGESZEITUNG Online: Herr Bonamico, bei einer Übung der Flugrettung am Samstag in Gröden ist es zu einem Zwischenfall gekommen. Was ist passiert?

Ivo Bonamico: Es war eine Übung mit dem Pelikan 2 und den Bergrettungsdiensten. Dabei wurde ein Schwebeanflug im steilen Gelände geübt, bei dem der Hubschrauber ganz nahe am Terrain in der Luft steht und die Bergretter einsteigen. In dem Moment haben die Rotorblätter ganz leicht das Terrain gestreift.

Der Hubschrauber wäre fast abgestürzt?

Überhaupt nicht, das ist eine Fehlinformation. Die Rotorblätter haben ganz leicht das Terrain berührt, und zwar so leicht, dass die Besatzung gar nicht mitbekommen hat, was passiert ist. Nur die beiden Piloten haben den Vorfall bemerkt.  

Und dann?

Der Hubschrauber ist dann wie geplant im alpinen Ausbildungszentrum der Carabinieri im Langental gelandet. Aus Sicherheitsgründen wurde die Übung nicht fortgeführt. Die Betreiberfirma hat uns dann sofort – wie im Vertrag vorgesehen – eine Ersatzmaschine zur Verfügung gestellt.

Der TAGESZEITUNG wurden Fotos zugespielt, auf denen zu sehen ist, wie der mit Isolierband abgeklebte Hubschrauber antransportiert wird …

Ivo Bonamico (Foto: WK)

Es entspricht dem Protokoll, dass bei einem Hubschrauber, der abtransportiert wird, sämtliche Logos zugeklebt werden. Und die Rotorblätter sind auch nicht abgebrochen, sondern sie mussten abgenommen werden, damit der Hubschrauber transportiert werden kann. So viel Hausverstand müsste man schon haben! Und ich sage Ihnen noch etwas: Ich weiß nicht, wer Ihre Informanten sind, aber es kann keine Rede davon sein, dass wir den Vorfall schönreden wollten. Im Gegenteil: Wir selbst haben über diesen Vorfall berichtet, und zwar auf unserer Facebook-Seite. Wie hätte auch nichts schreiben können. Aber wir sind ein öffentlicher Dienst, daher sind wir der Öffentlichkeit auch Rechenschaft schuldig. Allerdings gibt es offenbar Leute, die ein Interesse haben, die Südtiroler Flugrettung in ein schiefes Licht zu stellen. Es wurde fälschlicherweise behauptet, der Hubschrauber wäre umgekippt. Das ist nicht richtig.

Hat bei dem Unfall Gefahr für die Besatzung bestanden?

Nein, die Maschine ist ganz normal gelandet. Der Vorfall wird aber natürlich aufgearbeitet. Es ist nicht so, dass die Akte in einer Schublade verschwinden wird. Ich möchte dieser Untersuchung nicht vorgreifen, aber ich kann sagen, dass der Hubschrauber bereits morgen (Donnerstag, Anm. d. R.) schon wieder im Einsatz sein wird.

Hat der Pilot einen Fehler gemacht?

Dazu kann ich nichts sagen, da dieser Aspekt von der Betreiberfirma und von den zuständigen Flugsicherheitsbehörden aufgearbeitet werden muss. Ich kann dazu nur sagen: Wir machen 116 Übungen im Jahr, damit wir fit sind. Das ist wahnsinnig viel! Und jetzt ist halt einmal etwas passiert. Dieser Fall wird aufgearbeitet.

Wurde der Hubschrauber an der Karosserie beschädigt, so wie es auf den Fotos scheint?

Nein, die Karosserie wurde nicht beschädigt. Auf den Fotos sind die abgeklebten Flächen der Logos zu sehen, mehr nicht. Bei diesem Zwischenfall wurden nur zwei Rotorblätter leicht lädiert. Diese wurden mittlerweile ausgetauscht.

Interview: Artur Oberhofer

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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