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Die Komasäufer

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Im Jahr 2018 hat es in Südtirol 349 Fälle von Alkoholvergiftungen bei den Jugendlichen unter 25 Jahren gegeben – ein Plus von 21 Fällen im Vergleich zum Vorjahr, bedeutet ein Anstieg von 6,4 Prozent.

Das hat die Landtagsfraktion der Süd-Tiroler Freiheit mittels einer Anfrage erhoben.

Im Vergleich zum Jahr 2015 konnte man eine Zunahme 45,4 Prozent feststellen. Schockierend aber: Im Vorjahr mussten sogar fünf Patienten aufgrund übermäßigen Alkoholkonsums wiederbelebt werden.

Spitzenreiter war mit 128 Einlieferungen das Landeskrankenhaus Bozen, gefolgt vom Krankenhaus Meran mit 68 Fällen und mit 51 belegt das Krankenhaus Brixen den dritten Platz.

Vor und an Feiertagen steigen die Behandlungen aufgrund Alkoholmissbrauchs in den Notaufnahmen. Von den 349 behandelten Alkoholvergiftungen mussten 37 Patienten stationär aufgenommen werden.

Äußerst besorgniserregend findet die Landtagsabgeordnete Myriam Atz Tammerle, dass fünf Jugendliche sogar wiederbelebt werden mussten. Außerdem mussten einige Jugendliche bis zur Besserung ihres Gesundheitszustandes mehrere Tage im Krankenhaus verbringen. Zudem befanden sich unter den Patienten Jugendliche, die die stationäre Aufnahme verweigerten.

Unter den jungen Patienten befanden sich unter anderem 22 Fälle (16 im KH Bozen, 6 im KH Brixen), in denen neben Alkohol auch andere Substanzen wie Cannabis, Kokain o.ä. konsumiert wurde. Im Vergleich zum Vorjahr (sieben Fälle) hat sich diese Anzahl mehr als verdreifacht. Aus den Antworten von den Süd-Tiroler Krankenhäusern geht hervor, dass nicht alle Patienten einem Test zur Bestimmung von weiteren Substanzen im Körper unterzogen wurden.

Aus den übermittelten Daten der Landesregierung geht hervor, dass die jüngsten Patienten mit Alkoholvergiftung 13 Jahre alt waren (vom KH Bozen wurden diesbezüglich keine Daten übermittelt).

Es sei zwar begrüßenswert und wichtig, so Atz Tammerle, dass die einzelnen Krankenhäuser bereits unterschiedliche Betreuungen bei Alkoholvergiftungen anbieten, doch gibt es dabei eine Lücke: An Wochenenden, bei denen es unter Jugendlichen verstärkt zu Alkoholvergiftungen kommt, steht kein Psychologe zur Verfügung.

Die Patienten würden mit einem Termin oder einer Telefonnummer des Psychologen vom Krankenhaus nach Hause geschickt. Aus der letztjährigen Landtagsanfrage der Süd-Tiroler Freiheit geht jedoch hervor, dass 90 Prozent der Jugendlichen diesen psychologischen Dienst ohnehin meiden.

 

 

 

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