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„Keine Pauschalurteile“

Bischof Ivo Muser

Nach der Vergewaltigung des 15-jährigen Mädchens in Bozen warnt Bischof Ivo Muser: „Nicht kräftige Sprüche bringen uns weiter, sondern nur ein persönliches und gesellschaftliches Umdenken.“

Hunderte Menschen haben am Donnerstag an einer Mahnwache am Bozner Talferufer teilgenommen, um nach der Vergewaltigung eines 15-jährigen Mädchens ein Zeichen gegen Gewalt zu setzen.

„Die Vergewaltigung macht viele Menschen sehr betroffen. Zu Recht! So ein Verbrechen verletzt unsere ganze Gesellschaft“,so Bischof Ivo Muser.

„Meine ganze Solidarität und mein Mitgefühl gelten diesem Mädchen und seiner Familie. Dieses Verbrechen muss uns alle dazu führen, dass wir uns gegen jede Form von Gewalt und Unterdrückung gegenüber Frauen aussprechen: Sie ist ein tagtäglich präsentes Thema! In meinem Hirtenbrief zum Marienfesttag am 15. August 2018 habe ich geschrieben: ‚Es beschämt mich, dass wir vor diesem Problem allzu oft die Augen verschließen. Gewalt gegenüber Frauen reicht von psychischer Unterdrückung bis hin zu schwersten körperlichen Angriffen, die manchmal in familiären Katastrophen enden. Auch die sexuelle Ausbeutung ist eine schwere Verletzung der Würde der Frau. Sie kann in der eigenen Familie ebenso stattfinden wie durch Prostitution.‘“, erklärt Bischof Muser.

Klares Bekenntnis zu Gewaltfreiheit und keine Generalverdächtigungen

„Dieser schwerwiegende Vorfall soll uns alle aufrütteln. Nicht Pauschalurteile und Generalverdächtigungen gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund führt uns weiter, sondern ein klares Bekenntnis zur Gewaltfreiheit in unserem Denken, Reden und Tun. Der weitaus größte Anteil von Gewalt an Frauen geschieht bei uns und weltweit im Kreis der Familien und unserer nächsten Beziehungen“, schreibt der Diözesanbischof weiter.

Gewalt gegen Frauen darf nicht verharmlost werden

„Wer solche Gewaltverbrechen begeht, muss zur Rechenschaft gezogen werden – unabhängig davon, wer sie verübt hat. Niemand aber hat das Recht, solche Verbrechen für eigene Zwecke zu missbrauchen. Auch damit wird unserem Zusammenleben und dem Zusammenhalt in unserer Gesellschaft Gewalt angetan. Nicht kräftige Sprüche bringen uns weiter, sondern nur ein persönliches und gesellschaftliches Umdenken und Umkehren! Gewalt gegenüber Frauen darf nie gerechtfertigt und verharmlost werden“, unterstreicht Bischof Ivo Muser.

Muttertag soll uns auch daran erinnern, Würde einer jeden Frau zu schützen

„Der bevorstehende Muttertag erinnert uns daran, dass wir alle unser eigenes Leben in einer ganz besonderen Weise einer Frau verdanken: unserer Mutter. Die dankbare und liebende Erinnerung an unsere eigene Mutter möge uns helfen, dass wir uns einsetzen für die Würde einer jeden Frau und dass wir mutig, entschlossen und gemeinsam unsere Stimme erheben gegen jede Form von Gewalt gegenüber Frauen. Die Gewalt gegen Frauen geht uns alle an und sie verletzt uns alle“, so der Bischof abschließend in seiner Stellungnahme.

 

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (19)

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  • tomtomgo

    Wieder so ein obergescheiter der des gesindl glab do verteidign zu miasn! Woas nit wos do nu ols passiern muas bis endlich a Umdenken stottfindet und ma kapiert dass des pack nit zu ins kimp um do friedlich zu lebm! Dia kemmen lei zun rabm und stehln do he! Ober wennma selbr nit betroffn isch nitamol ansatzweise in die nähe kimp fa dia problemviertl nor isch leicht groaße Töne zu spuckn!

    • silverdarkline

      Ach bitte. Zuerst mal, was ein Bischof, Priester, Papst oder sonst was sagt, ist mir egal. Hier allerdings geht es nicht um die Farbe, hier geht es um ein generelles Problem. Wie viele Frauen werden von den eigenen (einheimischen und weißen) Männern vergewaltigt oder auf andere Weise gedemütigt? Darüber redet oder postet niemand irgend was, sind ja alle brav unsere Landsleute, nicht wahr?

      • keinpolitiker

        @silverdarkline, du hast schon recht mit deiner Behauptung, jedoch wenn dies bei einer Einheimischen Frau passiert, muss sie es melden und derjenige Ehepartner oder Partner wird und soll auch bestraft werden und er wird auch dementsprechend von der Gesellschaft bestraft.

        Was hier passiert ist, ist noch einmal etwas anderes, denn diese 2 Täter haben sich in ein minderjähriges Mädchen am hellichten Tag, vergriffen. Da muß ich aber schon sagen, sind wir hier noch einigermaßen sicher, auch auf dem Land, wo weitaus weniger los ist wie in einer Stadt?

        Diese Leute sind skrupellos, egal welcher Hautfarbe, die wissen auch, dass ihnen nicht viel passiert und sollten sie eingesperrt werden, geht es denen meistens noch besser, als wenn sie den ganzen Tag in einem Park sitzen und nicht wissen wie sie sich ernähren sollen.

        Man darf nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.

        Es ist nicht lange her, da auch in unserem Dorf eine Fravon einem Afrikaner bis zum Bancomat verfolgt wurde und 2 einheimische im letzten Moment noch zur Hilfe kamen.

        • mannik

          Es hat hier noch keiner geleugnet, dass Einwanderer auch ein Problem darstellen können. Der Unterschied zwischen Realisten und rechten Schreiern ist der, dass erstere nicht alle über einen Kamm scheren (bitte erklärt jemand dem Kurt was das bedeutet).
          Von den üblichen Verdächtigen hier hat aber keiner seiner Empörung Luft gemacht als im Vorjahr eine Nigerianerin von vier Personen vergewaltigt wurde…
          Die Gewichtung der Straftaten ist bei vielen hier indirekt proportional: nicht-weiße Täter verdienen härtere Strafen, während nicht-weiße Opfer weniger Anteilnahme verdienen.
          Irgendwie nicht ganz normal. Hatten wir schon mal und kommt gerade wieder.

          • cicero

            @mannik
            1.Ein Problem ist die Gewalt gegen Frauen in allen Schichten der Bevölkerung, die meist in der Familie passieren und Beziehungstaten sind, und wo deshalb noch viel dagegen getan werden muss.
            2.Ein anderes Problem sind die vielen ILLEGAL AUFHÄLTIGEN in Südtirol, Italien und der gesamten EU bzw. die Straftaten, die sie begehen u.a. AUCH Gewalt gegen Frauen. Warum sind Leute die keinen Aufenthaltstitel haben mitten unter uns? Warum müssen Asylwerber nicht erst einmal in einem Zentrum abwarten ob sie überhaupt ein Recht zugesprochen bekommen hier zu bleiben? Warum müssen abgelehnte Asylwerber nicht ebenfalls in eine Einrichtung um von dort abgeschoben zu werden? Warum sind Menschen ohne Aufenthaltsrecht mitten in der Gesellschaft? Das soll einmal jemand erklären. Wären sie nämlich in einem Einreise-oder Ausreisezentrum, dann wären viele Straftaten nicht passiert, auch nicht jene gegen Frauen, wo es sich, was noch einmal erschwerend hinzukommt, um reine Zufallsopfer handelt. Laut Gesetz dürfen sich in einem Staatsgebiet nur jene aufhalten und frei bewegen, die ein Recht dazu haben, das ist überall so. Die Straftaten sexueller Natur und auch andere, die von dieser Seite kommen, wären also ALLE zu vermeiden gewesen, wenn Bestimmungen eingehalten würden. Das ist Staatsversagen und der Unterschied zu Punkt 1.

          • yannis

            >>>während nicht-weiße Opfer weniger Anteilnahme verdienen.

            kann es sein dass diese Nigerianerin dem ältesten Gewerbe der Welt nach ging /geht ?

          • kurt

            @mannik
            Ich bin schon da ,mit Kamm und Schere !!!!!!:

  • ostern

    Kehre vor deiner eigenen Tür!

  • josef

    Bei dem, was die Kirche in Sachen Sexualität an Kindern geleistet, verzapft und vertuscht hat, würde ich mich als Bischof IVO MUSSNER hier ein bisschen zurückhalten.

  • arnold

    Ganz leise Herr Bischof. Die Vergewaltigung einer Frau ist echt entsetzlich, sich an Knaben und Kindern vergehen noch schlimmer.

    • pingoballino1955

      arnold-perfekt treffender Kommentar. Und der Bischof hat sich noch nie öffentlich für diese Missbräuche entschuldigt,warum denn??? Schliesst die Kirchentüren,es kommt eh niemand mehr!

  • wollpertinger

    Mit dem Hinweis auf sexuelle Gewalt im Kreis der Familien (den „Kreis der Kirche“ erwähnt der Bischof nicht) wird das Verbrechen von Bozen relativiert. Dass sexueller Missbrauch auch in der Familie stattfindet, darf doch niemals zur Rechtfertigung dieses Verbrechens verwendet werden. Jeder Missbrauch, ganz gleich von wem begangen, muss hart bestraft werden, wobei die Brutalität strafverschärfend mit berücksichtigt werden muss.

  • brutus

    „Wer solche Gewaltverbrechen begeht, muss zur Rechenschaft gezogen werden!“
    …wann fängt dann die Kirche damit an?

  • yannis

    @cicero
    10. Mai 2019 um 20:21 Uhr

    Meine volle Zustimmung !

  • kurt

    @cicero
    Meine AUCH!!!!!.

  • mannik

    @Yannis, berechtigt die Tatsache, dass jemand dem ältesten Gewerbe der Welt nachgeht, bzw. in diesem Fall nachgehen muss, dass es egal ist, wenn sie vergewaltigt wird? Wollen Sie das damit sagen?

  • roger

    Kameltreiber und ähnliche raus…und olle Multikulti glei mit!!!

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