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Mysteriöser Tod

Ayoub Driouache (†)

Er arbeitete bei Nespresso und hob wenige Stunden vor seinem Verschwinden 20 Euro ab. Warum ist der 24-jährige Ayoub Driouache Freitagabend in den Eisack gestürzt und verstorben? Die Staatsanwaltschaft schließt einen Mord nicht aus und hat eine Autopsie angeordnet.

von Thomas Vikoler

Es war am Montagnachmittag gegen 13.00 Uhr, als ein Passant im Eisack südlich der Reschenbrücke einen leblosen Körper entdeckte. Die alarmierten Taucher der Berufsfeuerwehr fischten bald darauf die Leiche eines jungen Mannes aus den Fluten.
Es wäre nicht zum ersten Mal, dass es sich dabei um einen Selbstmörder handelt.

Doch einen Suizid schließt die Staatsanwaltschaft, die eine Voruntersuchung zu diesem Fall eingeleitet hat, einen Tag später dezidiert aus. Was sie nicht ausschließt ist, dass der als 24-jähriger Ayoub Driouache identifizierte Mann Opfer einer Gewalttat wurde.

Am heutigen Mittwoch wird die aus dem Eisack geborgene Leiche auf Anordnung der Staatsanwaltschaft im Bozner Spital obduziert. Es soll dabei nach Verletzungen gesucht werden, die nicht von einem Sturz in den Fluss herrühren. Stiche oder andere Verletzungen, die auf (menschliche) Fremdeinwirkung schließen lassen. Zu klären ist auch, ob der Mann ertrunken ist oder bereits tot war, bevor er ins Wasser geriet.

Derweil hat die Polizei jene Personen einvernommen, welche die letzten Stunden mit Driouache  verbrachten, bevor dieser verschwand. Also den vergangenen Freitagabend, denn seitdem wurde der gebürtige Marokkaner, der in Bozen bei seinen Eltern wohnte, nicht mehr gesehen.

Die Staatsanwaltschaft schließt deshalb einen Selbstmord aus, weil die Geschehnisse vor dem Verschwinden am Freitagabend nicht darauf schließen lassen. Der junge Mann war am 3. Mai mit einigen Freunden in der Bozner Altstadt unterwegs. Ausgehen und Feiern, nichts Außergewöhnliches. Kein auffälliges Verhalten, keine Anzeichen für eine Selbstmord-Absicht.

Erwiesen ist, dass der Bozner am Freitagabend bei einem Bankomat-Schalter im Stadtzentrum 20 Euro abgehoben hat. Er war zuletzt in der Nespresso-Filiale in der Bozner Goethestraße als Verkäufer tätig. Vorher arbeitete er zweieinhalb Jahre lang im Einkaufszentrum Twenty und hielt sich zeitweise im Ausland (Kopenhagen) auf.

Ayoub Driouache wird von seinen Arbeitskollegen als umgänglich und sympathisch beschrieben. Ein weltoffener junger Mann, der viel reiste. Ein gut integrierter Sohn von Einwanderern, der sich am Freitagabend mit seinen Freunden in der Altstadt vergüngen wollte.

Neben einer Gewalttat kommen auch ein Unfall oder eine Mutprobe als Hintergrund für den Sturz in den Eisack des 24-Jährigen in Frage.

Das Ergebnis der Autopsie – und die Befragung der Zeugen – sollten hier den Ermittlern eine erste Richtung vorgeben.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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