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„Kein Fahndl im Wind“

Philipp Achammer (Foto: Oliver Oppitz)

SVP-Obmann Philipp Achammer über die Versöhnung mit Arno Kompatscher, öffentliche Parteienfinanzierung, die Polemik um die EU-Wahl – und warum er eine Koalition mit den Rechtspopulisten auf europäischer Ebene ausschließt.

Tageszeitung: Herr Achammer, nach einigen eisigen Momenten zwischen Ihnen und dem Landeshauptmann stand die SVP-Landesversammlung auch im Zeichen der Versöhnung, der Einigkeit. Nur eine öffentliche Inszenierung im Hinblick auf die EU-Wahlen?

Philipp Achammer: (lacht) Man kann mal unterschiedlicher Meinung sein, was bei uns in einigen Punkten aufgrund unserer jeweiligen Funktionen durchaus so war. Was aber außer Frage stand und steht, ist, dass wir für die gemeinsame Sache und für die SVP arbeiten. Wir haben Ziele, die alle – und auch uns – verbinden. Für mich war es einfach wichtig, das bei der Landesversammlung nochmal deutlich zu machen.

Sie sprachen sich bei der Landesversammlung dafür aus, dass Parteien künftig wieder etwas kosten dürfen. Was meinten Sie damit?

Im Moment heißt es, die Parteien müssten sich neu erfinden – gerade jene Parteien, die schon lange Verantwortung tragen. Andere Parteien ändern die Farbe, den Namen oder stellen sich nur mehr unter eine Person, aber von alledem halte ich wenig. Ich halte auch wenig davon, dass man ständig versucht, der Öffentlichkeit den Eindruck zu vermitteln, Parteien dürften nichts kosten – vor allem der öffentlichen Hand nichts kosten. Das finde ich demokratiepolitisch sehr bedenklich. Solange wir ein Parteiensystem haben, ist es auch gut, dass Politik, politische Bildung und Demokratie etwas kosten. Es ist gut in die Demokratie investiertes Geld, wenn Parteien auch öffentlich finanziert werden, wie in den allermeisten Ländern – auch Europas – der Fall ist. Dass Italien die Parteienfinanzierung komplett abgeschafft hat, finde ich für die Demokratie absolut falsch.

LESEN SIE IN DER DIENSTAG-AUSGABE DER TAGESZEITUNG DAS VOLLSTÄNDIGE INTERVIEW:

  • Achammer über die Kandidatur mit Forza Italia
  • Der Seitenhieb gegen die Südtiroler Kontrahenten
  • Zuerst PD, dann Lega, dann Forza Italia – was denn nun?
  • Warum er eine Koalition mit den Rechtspopulisten auf europäischer Ebene ausschließt
Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (19)

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  • tiroler

    Kein Windfahndl?
    Die SVP hat innerhalb eines Jahres 3x die Seiten gewechselt. Bei den Parlamentswahlen wurde Renzi angehimmelt um seine Boschi durchzubringen, im Landtag koaliert man mit der Salvini partei und jetzt legt man noch eins drauf mit den Südtirolhassern Biancofiore und Co mit dem Namen Mussolini! Kein Windfahndl?

    • yannis

      @tiroler,
      Richtig, damit zeigt sich dass dieser Typus es scheinbar glaubt (oder ist doch vielleicht so) dass die Südtiroler es nicht merken wer der wirkliche Populist und Wirklichkeitsverdreher ist.
      Aber bei solchen „Macht-Apparatschik’s“ / Polit-Judase ist es eben ganz normal.
      Frei nach Walter Ulbricht: Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen.

  • kurt

    @tiroler
    Vor allem ist er einer der mit Vorliebe das Volk für blöd verkauft und anderen Populismus vorwirft ,wo genau er der Größte ist wenn er den Mund vor den Wahlen aufmacht und nachher natürlich alles abstreitet auch das gehört zu einem Fahndl – im Wind Politiker !!!!!.
    Jetzt will er noch die Partei öffentlich finanziert haben auch das gehört laut Achammer zur Demokratie aber der Glaubwürdigkeit seiner Partei kommt es sicher nicht zu gute, auch weil es um den Schuldenstand seiner Partei verdächtig ruhig geworden ist !!!.
    Für die direkte Demokratie ist er interessanter Weise nicht so zugänglich !!!!.

    • pingoballino1955

      Achammer lass den Fingerzeig weg,es glaubt dir sowieso niemand mehr ! Übrigens die Inszenierung und Umarmung mit Kompatscher war mehr als peinlich! (2 Politclowns????)

  • criticus

    Herr Achammer, wir Südtiroler möchten jetzt gerne einmal das Schriftstück sehen, das anscheinend die Lega vor der Koallitionsverhandlung im Herbst unterschreiben „hätte müssen“. Zur Erinnerung: Die Lega hätte vor einem halben Jahr ein Schriftstück für die EU und die Menschenrechte unterschreiben sollen, ansonsten haben Sie ausdrücklich in der Tagesschau erwähnt, gebe es keine Verhandlungen. Da Sie anscheinend „kein Fahndl im Wind“ sind, dürfte es für Sie wohl kein Problem sein, dieses Schriftstück den Südtirolern wie versprochen, zu zeigen. Oder hat da nie niemand was unterschrieben?

  • besserwisser

    forza italia: heute zwei festnahmen in der lombardei: 43 festnahmen, „tra cui il cnsigliere comunale e candidato FI alle Europee e il sottosegretario forzista della regione“ wegen „istigazione alle corruzione“ … partner unserer partei … (milan.corriere.it)

  • drago

    „und warum er eine Koalition mit den Rechtspopulisten auf europäischer Ebene ausschließt.“
    Ja natürlich, aber erst nach den Wahlen.
    Und die SVP ist kein Fähnchen im Wind; sie ist und war immer für das, was für sie selbst und ihre Spitzenfunktionäre am besten ist und war.
    Ich sage absichtlich „ihre Spitzenfunktionäre“, weil ich von den meisten kleinen Parteifunktionären, die sich ihre Hacken abrennen für die Bevölkerung ihrer Gemeinde, eine weitaus höhrere Meinung habe.

  • batman

    HIER IST DAS BESTE „REZEPT“ GEGEN FANDLN IM WIND:

    https://kenfm.de/die-macher-democracy-app/

  • george

    „Fahndl im Wind“ nicht, aber Fahndl sehr wohl, für die es keinen Wind braucht um dauernd die Richtung zu wechseln.

  • politikverdrossener

    Meine Generation wird es nicht erleben,doch Ihre Kinder werden,Dank Ihrer verpfuschten Politik,sich nur noch mit Zuwanderern abfinden müssen.Für jedem ausser Euch erhabenen Politiker leicht erkennbar nach Der Veröffentlichung der Istat Zuwandererdaten. Noch mehr schreit zum Himmel die Mehtheit davon gebärfreudige und arbeitslose Frauen! Es lebe Suleiman der Erste von Südtirol anno 2050.Bis dahin wird sich auch das Wolfsproblem gelöst haben,denn die Essen Hauptsächlich Schafsfleisch und das lassen sie sich nicht von den Wölfen stehlen..

    • mannik

      Und was hätte diese Aussage mit dem Thema zu tun?

      • meintag

        Unter Anderem dass das Deutsch in Südtirol nur mehr die Alten sprechen. Die Neubürger sind dann in 3. Generation Bürger mit italienischem Slang denn die Sprache ihrer Eltern wird zum Grossteil in den neuen Zentren gesprochen. Könnte sein dass der LH 2050 Einer der Ihren ist.

      • kurt

        @mannik
        Ich dachte sie verstehen alles und nur die anderen sind die dummen ,blöden deppen und co.,sie scheinen sich da angepasst zu haben ??!!.
        Vielleicht versuchen sie es mit nochmal nachlesen .

        • mannik

          Es ist nicht so, dass grundsätzlich die anderen die Dummen sind. Nicht alle Kurt, nicht alle…
          Wen Sie einen logischen Zusammenhang zwischen den Ausführungen des politikverdrossenen Roland Mair und dem Tema des Artikels finden, dann los, erklären Sie ihn.

  • checker

    Die Achammer Methode. Er dementiert einfach alles was man ihm so vorwirft. Toll. Leadership und erfolgreiche Politik schauen anders aus. Hoffe die Leute wählen diesen Schaumschläger so schnell wie möglich ab. Jeder Tag mit Achammer schwächt Südtirol

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