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Stilfser Wein

Wo früher auf 1200 Meter Meereshöhe nur Getreide und Gemüse gediehen, wächst heute Wein. Wie Hobby-Winzer Andreas Pinggera an den sonnigen Stilfser Hängen mit Erfolg Reben setzt.

von Karin Gamper

Andreas Pinggera ist 30 Jahre alt und von Beruf eigentlich Tischler. Privat geht der Stilfser Handwerker jedoch einem ganz anderen Hobby nach. In seiner Freizeit tauscht er seine Arbeitsschuhe gegen Gummistiefel aus und widmet sich dem Weinbau. Das Besondere daran: Andreas Pinggera pflanzt seine Reben nicht etwa in den typischen Südtiroler milden Weinlagen, sondern in seinem Heimatdorf auf 1200 Meter Meereshöhe. Doch gedeihen in dem rauen Bergklima auch solch zarte Pflänzchen?

„Ja“, sagt Andreas Pinggera stolz, „es klappt gut“. Stilfs ist klimatisch begünstigt, die Sonne scheint von früh bis spät und die Hänge sind südseitig gelegen. Ideale Bedingungen also um einen guten Tropfen zu erzeugen. Dass der Klimawandel dahintersteckt, glaubt Andreas Pinggera nicht: „Ich denke eher, dass es eine Frage der frostresistenten Sorten ist“. Sein Großvater habe ihm erzählt, dass bereits vor Jahrzehnten Reben im Dorf gewachsen seien.

Ein Rentner aus Stilfs war denn auch der eigentliche Pionier. Er hat bereits vor längerem eine kleine Rebfläche für den Eigenbedarf angelegt. Andreas Pinggera dagegen hat seine ersten Versuche vor drei Jahren gestartet. Damals hat er die ersten Pflänzchen gesetzt. „Zum Probieren, ob es funktioniert“, wie er sagt. Den ersten Wein aus den Trauben hat er im Herbst hergestellt. „Fünf Liter waren es und der Wein hat gut geschmeckt“, versichert der Hobby-Winzer, der sich das nötige Fachwissen durch Kursbesuche und das Ausprobieren beigebracht hat. 

Nun hat Andreas Pinggera seine Produktionsflächen erweitert. In den vergangenen Wochen hat der Stilfser im Unterdorf 600 neue Reben gesetzt, für weitere 300 ist Platz. Pinggera hat sich für die zwei Weißweinsorten Solaris und Muscaris sowie eine Rotweinsorte (Cabernet Cantor) entschieden. „Es sind pilzresistente Sorten“, erklärt Pinggera, „dadurch müssen die Reben nicht chemisch behandelt werden und es entsteht Bio-Wein“. Den steilen Hang, bisher von Stauden und Büschen überwuchert, hat Pinggera händisch gesäubert und bearbeitet. Alles in allem eine anstrengende Arbeit, die er jedoch nicht ungern macht. „Für mich ist es ein Ausgleich zu meinem Job“, erzählt er und freut sich über die vielen positiven Reaktionen der Stilfser. „Alle haben eine große Freude mit dem Weinberg und viele kommen vorbei und schauen sich die Reben selbst vor Ort an“, erzählt Pinggera. 

Dass er irgendwann einmal professionell als Winzer arbeiten wird, glaubt der Stilfser eher nicht. „Das wird wohl immer nur mein zweites Standbein bleiben“, schmunzelt er.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (7)

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  • gestiefelterkater

    Ein Klimaerwärmungsgewinnler?
    Da opfern die indoktrinierten Anhänger der Klimagretasekte ihre wertvollen Schulstunden, um gegen die katastrophale Klimaerwärmung zu protestieren und dieser Ketzer pflanzt Weinreben auf 1200 Meter Seehöhe.
    Die Sektenanhänger der Klimagreta können sich ja zum Sneeschaufeln auf den Nordpol zurückziehen, die Ungläubigen werden inzwischen die Weinberge auf über 1000 Meter Seehöhe bestellen.

  • george

    Ach schon wieder Wein! Wo bleibt denn hier die so viel zitierte Diversität? Wieviel Wein sollen wir nocht trinken, wenn es sonst schon „Säufer“ genug gibt.

  • ahaa

    I’m pustertal fand man auf über 2000 meter wkz für die Getreidegewinnung. Sowie stellen die bearbeitet wurden. Holz das.nur in Tropen vorkommt und auf über 10000 Jahre geschätzt wird. Nur für die Klimapropheten.

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