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„Unser Wort hat Gewicht“

Jürgen Wirth Anderlan (Foto: SSB)

Der neue Landeskommandant Jürgen Wirth Anderlan über seinen Bart, seine Patchwork-Familie – und über die Macht des Schützenbundes.

TAGESZEITUNG: Herr Wirth Anderlan, verraten Sie uns, wer der Mann hinter dem wunderbaren Andreas-Hofer-Bart ist?

Jürgen Wirth Anderlan: Ein Skilehrer, ein Landwirt, ein kleiner Rebell, ein Mann, der mit beiden Füßen im Leben steht und in einer Patchwork-Familie mit zwei leiblichen Kindern und zwei Kindern, die dazugekommen sind, lebt. Und der bereits Opa ist …

 Opa mit 48?

Nicht leiblicher Opa, ich fühle mich auch nicht als Opa, aber das Kind nennt mich Opa (lacht).

Sie sind ein Mann der Süd-Tiroler Freiheit …

Nein, bin ich nicht, ich bin total überparteilich. Ich bin Volkstumspolitiker, und das will ich bleiben.

Was werden Sie anders machen als Ihr Vorgänger?

Ich werde da die altbewährte Linie fahren: Das Gute mitnehmen und die eigenen Ideen umsetzen. Im Endeffekt entscheidet aber immer die Bundesleitung.

Wie mächtig ist der Schützenbund in Südtirol?

Ich denke schon, dass der Südtiroler Schützenbund eine gewisse Macht hat. Wenn wir rufen, dann sind wir imstande, mehr Leute zu mobilisieren als jeder andere Verband im Lande. Unser Wort hat immer gegolten, es hat Gewicht. Uns wird Aufmerksamkeit geschenkt.

Bei den EU-Wahlen wählen Sie Herbert Dorfmann, Renate Holzeisen oder Norbert Lantschner?

Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht, weil ich total mit der Landesversammlung beschäftigt war. Ich werde sicher wählen gehen …

Ist einer der drei genannten Kandidaten für Sie wählbar?

Das weiß ich noch nicht.

Der Schützenbund hat mit Ihnen 5007 Mitglieder. Warum wird man Schütze?

Man muss nicht Schütze werden, um seine Heimat zu lieben oder den Vorfahren dafür Respekt zu zollen, dass wir in so einem Paradies leben dürfen und dass wir unsere Kultur und Sprache erhalten haben. Wir Schützen sind die, die dieses Heimatgefühl mit unseren wunderschönen Trachten zeigen. Wir pflegen unsere Kultur besonders.

Das Durchschnittsalter im Schützenbund liegt bei knapp 41 Jahren. Was macht den Bund so attraktiv auch für jüngere Leute?

Weil draußen in den Kompanien hervorragende Jugendarbeit geleistet wird. Wir sind sehr stolz darauf, dass sich unsere Jugend immer mehr für die Heimat interessiert.

Margareth Lun ist als Kultur- und Bildungsreferentin ausgeschieden. Wer wird ihre Nachfolgerin oder ihr Nachfolger?

Das kann ich Ihnen leider nicht sagen, weil diese Personalie erst noch von der Bundesleitung bestätigt werden muss.

Interview: Artur Oberhofer

 

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (9)

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  • batman

    Was sagt der neue Landeskommandant zum AUSverkauf der Heimat an internationale Investoren?
    (Diese Frage hat der Herr Oberhofer vergessen zustellen)

    https://m.youtube.com/watch?v=-XownkYvf2s

  • batman

    Liebe junge Schützen, in diesem Film könnt ihr sehen, was gerade mit euerer Heimat passiert.
    Gute Unterhaltung!

  • besserwisser

    er hat eine chance verdient, man muss nicht immer alles schlechtreden. der stil mit dem filmchen und das pseudotirolergehabe wird es wohl hoffentlich nicht sein.

  • silverdarkline

    Herr Oberhofer, Sie fragen einen Landwirt, wen er bei den EU-Wahlen wählen wird?? Auch unsere gestandenen „Pseudo-Tiroler“ in Uniform werden ihre Prinzipien über Bord werfen und Mussolini wählen wenn sie sich dadurch ein paar Euros von der EU erwarten dürfen.

  • sabine

    Der Schützenbund sollte sich mehr einbringen, mehr Stellung beziehen zu den jüngsten Entwicklungen in der Politik, welche nicht immer zum Wohle der Bürger sind, vor allem was Kultur, Tradition und Sprache angeht. Diese Werte zu erhalten steht über allem anderen.

    • ostern

      @sabine
      das würde man am besten mit den Kultur(?)-Landesrat besprechen
      müssen. Aber unsere Politiker sprechen auch lieber in englischer
      Sprache, denn die deutsche Sprache ist nicht „IN“.
      Sportliche und kulturelle Veranstaltungen ( Plakate) findet
      man immer mehr nur in englischer Spraache.
      Schlimmstenfalls könnte man es zweisprachig (deutsch-italienisch)
      sein, aber nicht immer englisch.
      So sig holt is!

  • sabine

    Ich sage jetzt nicht dass nichts anderes zählt, aber in der jetzigen SVP Politik haben diese Werte einen so marginalen Stellenwert, dass man sagen muss, in einem Land mit Sonderautonomie ist dies so nicht mehr tragbar.
    Vom Schützenbund wünsche ich mir, dass er ein wachsames, kritisches Auge auf diese Entwicklungen wirft.

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