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„Dorfmann wird Eriberto Paesano“

„Bunga Bunga und Mussolini“: Oppositionsführer Paul Köllensperger zerpflückt das EU-Abkommen zwischen SVP und Forza Italia – und erntet dafür Kritik von der Grünen Silvia Rier.

Von Matthias Kofler

Paul Köllensperger spricht sarkastisch von einem echten „Dream Team“.

Der Oppositionsführer im Südtiroler Landtag und Chef des Teams Köllensperger nimmt auf Facebook zum EU-Wahlabkommen zwischen der SVP und Forza Italia Stellung, das FI-Chefin Michaela Biancofiore jüngst als „historisch“ bezeichnet hat. „In der Tat, es ist ein historisches Abkommen SVP/Biancofiore“, findet Köllensperger und fährt dann eine Breitseite gegen das Edelweiß aus: „In den Hauptrollen Dorfmann (ab jetzt Eriberto Paesano), die Mussolini-Enkelin, der vorbestrafte Mario Malossini, dazu Bunga-Bunga-Berlusconi, mit Tajani, der kürzlich eine Lobrede auf Benitos vermeintliche Verdienste gehalten hat. Ein echtes Dream Team. Regie führt die Autonomie-Freundin Michaela Biancofiore. Dazu: der Lega-Koalitionspartner in der Landesregierung, der den Part der bösen Populisten übernimmt, die die SVP jetzt laut eigenen Aussagen in Europa bekämpfen will (aber in Südtirol geheiratet hat). Was würde wohl Silvius Magnago zu dieser Mannschaft sagen?“, fragt sich Paul Köllensperger.

Kritik an der medialen Dorfmann-Schelte kommt von der Grünen Silvia Rier. Sie warnt – immer auf Facebook – davor, Alessandra Mussolini allein auf ihren Status als Enkelin des Duce zu reduzieren. Dies sei eine „Form von Sippenhaft“ und „weder korrekt, noch zulässig“. „Könnte sie nicht für Dinge kritisiert werden, für die sie – sie selbst, und nicht ihr Großvater (den hat sie sich ja nicht ausgesucht) – verantwortlich ist?“, meint die Grüne Rier.

Köllensperger stellt daraufhin klar, dass die FI-Kandidatin Mussolini „stolze Faschistin“ sei. „Hast du kein Google?“, stichelt der Ex-Grillino in Richtung der Grünen und listet einige Beispiele auf: „Von ,Meglio fascista che frocio’ findest du dort alles, was dein Herz begehrt… Reicht dir das nicht? Ich muss dir doch nicht wirklich erklären, dass das SVP-Abkommen (das mein Post thematisiert) einen ganz besonderen Beigeschmack erhält, weil auf der anderen Seite die Enkelin des Duce steht (unabhängig davon, was sie sagt und denkt)? Abgesehen davon, dass sie sich für Italien die Rückkehr des Faschismus wünscht, wie du ja leicht nachlesen kannst“, schreibt Köllensperger.

Der Schmutzkübel-Wahlkampf nimmt also weiter Fahrt auf. Der Landtagsabgeordnete des Teams Köllensperger schließt seinen ironisch-bitterbösen Post mit dem Wunsch, dass es mit Renate Holzeisen, die für das Team Köllensperger auf der Liste PlusEuropa kandidiert, „eine zweite SüdtirolerIn neben dem eh sicher wiedergewählten Dorfmann nach Brüssel schafft“.

Dorfmann nimmt die Schelte zum Anlass, um selbst gegen das Team Köllensperger vom Leder zu ziehen – und diesem ein „schäbiges Ablenkungsverhalten“ vorzuwerfen. Unter Köllenspergers Facebook-Posting schreibt der SVP-Politiker: „Es ist schon beeindruckend, wie schäbig Paul Köllensperger von der Tatsache ablenken will, dass es ihm nicht gelungen ist, eine eigene Minderheitenliste auf den Weg zu bringen und er seine Wähler dazu bringen will, eine rein italienische Partei zu wählen. TeamK-Wähler sind Stimmspender für andere, nothing more. Ich erspare mir einen Kommentar zu diesem niveaulosen Post. Alles Gute.“

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