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Die schöne Lega

Massimo Bessone

Der Trentiner Lega-Politiker Alessandro Savoi muss nach einem Gerichtsurteil seinen Stuhl im Regionalrat räumen. Rückt nun eine ehemalige Miss-Italia-Kandidatin ins Präsidium nach?

von Matthias Kofler

Das Trentiner Verwaltungsgericht hat entschieden, dass der Trentiner Lega-Abgeordnete und Präsident des „Carroccio“ Alessandro Savoi seinen Stuhl im Landtag räumen muss. Für ihn rückt der Mitterechtspolitiker Giacomo Bezzi nach, der das Wahlergebnis vor Gericht beanstandet hatte. Das Verwaltungsgericht stellte fest, dass Bezzi beim Urnengang im Oktober mehr Stimmen als Savoi eingefahren hatte. Savoi zeigte sich über das „politisch gefärbte und gegen die Lega gerichtete Urteil“ enttäuscht und kündigte an, vor dem Staatsrat zu rekurrieren. Bis zum rechtskräftigen Urteil rückt Bezzi in den Trentiner Landtag nach.

Der Gerichtsentscheid hat auch Auswirkungen auf Südtirol. Savoi ist nämlich erst vor kurzem zum Präsidialsekretär des Regionalrats gewählt worden. Dieser Posten muss nun nachbesetzt werden. Die Opposition drängt darauf, dass dieses Mal auch eine Frau ins derzeit rein aus Männern bestehende Präsidium kommt. Als aussichtsreichste Kandidatin der Minderheit gilt Lucia Coppola, die bei der ersten Wahl auf elf Stimmen kam – und damit nur knapp hinter dem Gewählten Alessandro Urzì landete. „Wir müssen uns erst noch intern absprechen“, sagt Oppositionsführer Paul Köllensperger.

Die Lega dürfte darauf bestehen, ihren Stuhl im Präsidium zu behalten. Als aussichtsreichste Kandidaten gelten Denis Paoli und Alessia Ambrosi. Sollte die Mehrheit dem Wunsch der Opposition (sowie der SVP-Frauen um Magdalena Amhof) stattgeben, wird sie eine Frau fürs Präsidium nominieren. Somit käme Alessia Ambrosi zum Zug.

Die 36-jährige gebürtige Veroneserin gewann 2008 den Schönheitswettbewerb „Miss Predazzo“ und schaffte es in die Endrunde von „Miss Italia“. „Ich hoffe nicht, dass Alessia ins Präsidium gewählt wird, denn sonst würde ich sie nicht mehr so oft sehen“, scherzt ihr Banknachbar im Regionalrat, der Lega-Landesrat Massimo Bessone.

Indes schöpft Alessandro Savoi neue Hoffnungen. Da der Trentiner Lega-Kommissär Mirko Bisesti im Mai fürs Europaparlament kandidiert, könnte er schon vor dem Urteil des Staatsrates in den Landtag zurückkehren.

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