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Bauer sucht Versicherung

Nach dem Kuh-Urteil: Wie sich Südtirols Bauern vor Schadenersatzzahlungen schützen können. 

von Markus Rufin

Es war absehbar: Der Tiroler Bauer, der vor einigen Wochen zu einer Schadenersatzzahlung von rund 180.000 Euro verurteilt wurde, weil dessen Mutterkühe den Tod einer deutschen Touristin verursacht haben, hat gegen die Verurteilung Berufung eingelegt. Zur Erinnerung, der Bauer wurde verurteilt, weil er seine Kühe nicht eingezäunt hatte. Zwar hatte der Bauer Warnschilder angebracht, das reiche aber nicht aus. Für viele war dieses Urteil nicht nachvollziehbar. Neben dem Betroffenen selbst zeigten auch viele Südtiroler Bauern kein Verständnis dafür. Das wurde auch nocheinmal bei einem Treffen zwischen Bauernbund und Landesrat Arnold Schuler klar, das gestern stattfand.

Dennoch machten sich viele Südtiroler Landwirte darüber Gedanken, ob man sich für eventuelle Freizeit-Unfälle versichern kann. Der SBB-Präsident, Leo Tiefenthaler erklärt, wie sich die Bauern am besten schützen können.

Tageszeitung: Herr Tiefenthaler, wie sollten sich Bauern vor Schadenersatzzahlungen wie beim Kuh-Urteil zu schützen?

Leo Tiefenthaler: Wir empfehlen allen Bauern eine Betriebshaftpflichtversicherung abzuschließen. Der LTS–Landesverband für Tourismusorganisationen – hat eine Polizze abgeschlossen, mit der alle privaten Wanderwege Südtirols versichert sind. Damit ist man auf Landesebene recht gut abgedeckt. Die Versicherung hat sich recht gut etabliert. Dennoch empfehlen wir unseren Mitgliedern zusätzlich eine Betriebshaftpflichtversicherung abzuschließen, denn diese greift auch bei anderen Schäden, wie Beregnungswasser auf der Straße, oder wenn beim Mähen ein Stein auf die Straße rutscht. Das empfehlen wir allen unseren Mitgliedern.

Kann man durch diese Versicherung ausschließen, dass man für solche Schadenersatzzahlung aufkommen muss?

Man muss schauen, was inkludiert ist, was diese Versicherung abdeckt. Im Normalfall deckt diese Versicherung Freizeitfälle ab, aber jede Versicherung hat Konditionen, die eingehalten werden müssen.

In Tirol übernimmt das Land die Kosten für die Wegeversicherung. Ist das auch in Südtirol der Fall?

Ja, das ist auch hier der Fall. Der LTS ist über das Land versichert und schließt diesbezüglich Versicherung ab. Soweit ich weiß, übernimmt das Land 90 Prozent der Kosten und den Rest der LTS.

Möchte man die Betriebshaftpflichtversicherung nach dem Kuh-Urteil stärker bewerben?

Nein, auf das Abschließen dieser Versicherung machen wir bereits seit vielen Jahren aufmerksam. Das hängt mit dem Kuhurteil also nicht zusammen, es ist nur ein zusätzlicher Aufhänger. Die Betriebshaftpflichtversicherung deckt ja viel mehr Schäden ab, als nur solche Freizeitunfälle.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (2)

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  • rota

    Jeder fragt nach Absicherung und Versicherung der Weidetiere und Grundeigentümer. Wo bleibt, schon im Verhaltensmuster, der Gedanke für Eigenverantwortung?
    Wenn ich mich auf fremden oder öffentlichen Grund begebe, mit Fahrrad, Kinderwagen ,Auto- mit oder ohne Hund, Katzen, Papageien oder neulich auch Lamas, Esel, Alpakas und Hängebauchschweine oder als Wanderführer mit Touristen oder gar Politikern dann sollte in erster Linie ich selbst dafür moralisch und gesetzlich verantwortlich sein.
    Ich, Fremder, bin es ja der plötzlich damit ein konsolidiertes Gleichgewicht stört.

  • ahaa

    Er sollte sich umschauen ob er nicht eine Versicherung findet die ihm trotzdem hilft.Die Wahrscheinlichkeit ist meiner Meinung gross!

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