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„Massiv getäuscht“

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Etikettenschwindel bei Fleischwaren: Die Verbraucherzentrale fordert, dass die Betriebe beim Namen genannt werden.

Bereits zum zweiten Mal innerhalb eines Monats haben die Carabinieri falsch etikettierte bzw. nicht rückverfolgbare Fleischwaren beschlagnahmt. Die Verbraucher und Verbraucherinnen sind noch immer nicht ausreichend vor betrügerischen Praktiken geschützt, kritisiert die Verbraucherzentrale Südtirol (VZS).

Im laufenden Monat haben die Behörden fast 20 Tonnen an Fleischwaren in Südtiroler Betrieben beschlagnahmt. Beim ersten Einsatz wurden über sechs Tonnen sichergestellt, weil die Herkunft des verwendeten Fleisches nicht rückverfolgbar war. Beim zweiten Einsatz waren es über 13 Tonnen: wegen Etikettenschwindels und – wieder – wegen fehlender Rückverfolgbarkeit des Fleisches. Die verantwortlichen Betriebe haben offenbar Fleischwaren, die im Ausland verarbeitet worden sind, als Produkte „Made in Italy“ und Speck fälschlicherweise als Südtiroler Markenspeck g.g.A. ausgegeben.

Walther Andreaus, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Südtirol, meint dazu:

„Die Vorfälle zeigen, dass Transparenz und Authentizität für einige Lebensmittelhersteller nur Makulatur sind. Wenn die Verbraucher und Verbraucherinnen so massiv getäuscht werden, darf man sich nicht wundern, wenn das Vertrauen in die Lebensmittelbranche weiter abnimmt.“

Zur Begriffserklärung:

„Made in Italy“ bedeute, dass ein Produkt in Italien konzipiert/entwickelt, verarbeitet und verpackt wurde. „Made in Italy“ ist nicht auf den Lebensmittelbereich beschränkt, sondern wird für viele verschiedene Produkte, darunter auch Textilien, verwende, so die VZS.
Der Südtiroler Markenspeck g.g.A. (geschützte geografische Angabe) werdenach einem traditionellen Verfahren und unter Einhaltung der entsprechenden Herstellungsspezifikation in Südtirol hergestellt. Die verarbeiteten Schlegel stammten nur zu einem sehr geringen Anteil von in Südtirol aufgezogenen Schweinen.

Der Großteil der Schweinehammen werde aus dem norditalienischen Raum und aus Deutschland bezogen.

Die Verbraucherzentrale fordert vor diesem Hintergrund:

  • Schluss mit der Geheimniskrämerei der Behörden.
  • Die verantwortlichen Betriebe müssen beim Namen genannt werden, damit die Verbraucherund Verbraucherinnen eine bewusste Kaufentscheidung treffen können und damit dieBetriebe, die korrekt arbeiten, nicht mit den Betrügern in einen Topf geworfen werden.
  • Die Verbraucher und Verbraucherinnen müssen darüber informiert werden, ob falschetikettierte bzw. nicht rückverfolgbare Fleischwaren bereits in den Handel gelangt sind.
  • Für verarbeitete Lebensmittel muss endlich auf EU-Ebene eine verpflichtende Herkunftsangabe, zumindest für die Hauptzutaten, eingeführt werden. Die Verbraucher und Verbraucherinnen haben ein Recht darauf zu erfahren, woher die verwendeten Zutaten stammen.
Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (6)

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  • franz1

    Dann muß in Zukunft jedes Stück Fleisch mit einem Mikrochip versehen sein, wie kann ich ansonsten beim „Kaiserteil“ die Herkunft feststellen?

  • goggile

    goggile fordert:
    – bioschweinehaltung nur auf weide
    – weideschlachtung
    – nur unter diesen bedingungen und nur suedtirol aufgewachsene schweine duerfen suedtirol markenspeck heisen

  • vogel

    Wo liegt das Problem? Woher sollten die Schweinerl wohl kommen?
    Mit Sicherheit daher, wo auch die Orginal Südtiroler Speckseiten herkommen.
    Aus Deutschland, Holland oder Norditalien.

    • ahaa

      Aujeszkysche Krankheit.Vogel kenns du die?
      Ps.Bei Schweinekonsum reagiert der Menschliche Kòrper wie wenn er selbst Wunden hàtte.Er versucht sich zu heilen.Die Leukozyten ehòhen sich ernorm.Dauerhafter Konsum,besonders abends, der Magen brauch min.48 Sunden bis alles verdaut ist,auch lànger bei Gammelfleisch,bis zur einer Woche, macht das krank!Wenn das Fleisch lànger bei ùber 5 Grad liegt bilden sich Sarmonellen ec.
      Darum wird es in warmen Làndern als unrein bezeichnet.Weil man davon sterben kann.Wenn sie keinen Kùhlschrank haben.Bei Rind ist das anders!
      Wer das nicht glaubt und denkt die Kontrollen sind umsonst,bitte!
      Ich will fùr mein Geld wissen wo es herkommt!

      • meintag

        Aah deshalb sind meine Leukzytenesterase immer positiv obwohl negativ der Normalwert sein sollte. Hat wahrscheinlich aber mit den Medikamenten zu tun welche ich durch meine Erkrankung seit Jahren zu mir nehme. Am Fleischverzehr kann es nicht liegen da ich höchstens zweimal die Woche Fleischgerichte zu mir nehme und auch Diese in einem normalem Bereich.

  • kira2000

    1. Wer ist so blauäugig und glaubt, dass der Speck in Südtirol nur von Südtiroler Schweinen stammt? Das ist schon seit Jahren bekannt, dass sehr viel importiert werden muss – so viel Speck wie in Südtirol angeboten und verzehrt wird, hätten so viel Schweine gar nicht Platz…
    2. Soll Ross und Reiter genannt werden, damit man als Endverbraucher weiß, was los ist!

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