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Berufung gegen Kuh-Urteil

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Der Tiroler Bauer, der wegen einer tödlichen Kuhattacke zu einer Schadenersatzzahlung verurteilt worden ist, geht jetzt in Berufung. 

Der Fall des Bauern aus dem Tiroler Pinnistal, der für seine Kühe wegen Fahrlässigkeit mit rund 180.000 Euro Schadenersatz und Hinterbliebenenrenten haften soll, da er seine Tiere nicht eingezäunt hatte, ist noch nicht abgeschlossen.

Denn der Bauer, dessen Mutterkühe den Tod einer deutschen Touristin verursacht haben, hat nun gegen die Verurteilung Berufung eingelegt. Laut Tiroler Tageszeitung liege die 69-seitige Berufung jetzt vor.

Immer laut TT Online bekämpft Anwalt Ewald Jenewein die Entscheidung gleich in mehreren Punkten. Demnach habe der Bauer die Warntafeln wegen weidender Mutterkühe bereits vor dem Unfallgeschehen für jedermann sichtbar angebracht. „Achtung Mutterkühe. Mitführen von Hunden nur auf eigene Gefahr!“, stand dort teils illustriert zu lesen. „Dies entspricht exakt der vom Obersten Gerichtshof bis zu seiner letzten Entscheidung geforderten Terminologie“, so erklärte Rechtsanwalt Jenewein gegenüber der Tiroler Tageszeitung.

In der Urteilsbegründung war außerdem die Rede, dass dem Bauern bekannt gewesen sei, dass seine Kühe im Unfalljahr 2014 aggressiv gewesen wären. Rechtsanwalt Jenewein hält in der TT dagegen: „Es ist uns völlig unerfindlich, wie der Richter darauf kommt. Dafür gibt es im ganzen Verfahren nach all den Zeugenaussagen keinerlei Beweisergebnisse – weder Feststellungen noch Erkenntnisse.“

Ein weiterer Aspekt, der in der Berufung vertieft werden soll: Das Gericht sah als Ursache für die Aggression der Kühe zuvor vorbeiwandernde italienische Urlauber mit Hunden. Die Anwälte sagen nun, dass man diesen Zufall nicht dem Bauern anlasten könne.

Die Kläger haben jetzt vier Wochen Zeit, um auf die Berufung zu antworten. Dann entscheidet das Oberlandesgericht.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (18)

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  • schinger

    Für ein solches Urteil, sollte man den Richter anzeigen dürfen!!!! Die Dummheit der Menschen sollte nicht vom Gesetzt geschützt werden!!! Plus sollte der Bauer einen Schadensersatz für dieses ungerechte Urteil erhalten. PS: ich bin kein Bauer!!

  • susi

    Warum sorgt der Bauer nicht einfach dafür, daß seine aggressiven Kühe keine Menschen bedrohen, und schließlich sogar töten, indem er seine Tiere, für die alleine er verantwortlich ist, entsprechend überwacht und nicht dorthin bringt, wo sie eine tödliche Gefahr für die Wanderer sind?

    Wo war der Bauer, als das passiert ist? Wieso ist er nicht eingeschritten? Die Wanderer waren auf einem öffentlichen Wanderweg, nicht etwa auf privatem Grund, wo sie nichts zu suchen hätten.

    • keinpolitiker

      @susi
      alles ok wenn du diese Meinung vertritts, aber würdest du als Bauer auf einer Alm immer vor Ort sein, wenn Menschen bei deinen Kühen vorbei wandern?
      Würdst du die Verantwortung tragen, wenn Wanderer mit Hund an einer Kuhherde vorbeigehen und der Hund deine Kühe verschreckt, sodaß die Kühe ganz wild werden.

      Ich glaube schon, dass die Almen noch immer den Bauern gehören und diese das Recht haben, ihre Kühe dort alleine zu lassen und dass die Wanderer (sofern sie etwas im Hirn haben), selbst aufpassen müssen, dass ihnen nichts passiert. Und sollte ein Hund wirklich durchdrehen und die Kühe narren, dann muss ich ihn halt von der Leine loslassen, die Tiere untereinander wissen schon selber wann genug ist, da braucht es nicht uns Menschen.

      @susi, versetze dich in die Situation des Bauern, dann weißt du was ich meine, ich bin auch kein Bauer, aber viel in den Bergen unterwegs und sehe viele dumme Leute, welche meinen ihnen gehört die Welt.

    • drago

      Es hat sich um einen Wanderweg auf privatem Grund gehandelt, so wie die meisten Wanderwege. Kaum ein Wanderweg befindet sich in öffentlicher Hand, im besten aller Fälle gibt es ein eingetragenes Durchgangsrecht.
      Im gegenständlichen Falle gab es nur eine Abmachung zwischen dem örtlichen Tourismusverein und dem Grundbesitzer.
      @Schinder: Ganz unbedarft war der Richter nicht; seine Urteilsbegründung war 100 Seiten lang und ein Punkt war, dass sich der Unfall in der Nähe der Bergstation befand und es bekannt war, dass der entsprechende Wanderweg stark frequentiert war.
      Dass allgemein gesprochen der vielzitierte Hausverstand und Selbstverantwortung in der heutigen Zeit vor Gericht kaum mehr Bestand haben, ist leider wahr und eine Zeiterscheinung. Es muss für alles einen Verantwortlichen geben und der darf man nicht selbst sein.

  • rota

    Ich bin Bauer und hab eine Kuh die auf den Namen Susi hört.

  • thefirestarter

    Ich glaube schon, dass die Almen noch immer den Bauern gehören und diese das Recht haben..

    Im Ernst die Almen gehören den Bauern? und ich dachte sie haben eine Weiderecht aber nicht mehr…
    Hoffe nur sie zahlen auch Steuern für soviel Land.

    • silverdarkline

      Bauern und Steuern zahlen? Das wäre ja ganz was Neues! Wenn du mit einem Bauern über Steuern zahlen sprichst musst du aufpassen, dass er nicht verbrennt, so wie ein Vampir wenn er Tageslicht sieht…

    • einereiner

      @the fire
      Für den bloßen Besitz eines Grundstücks zahlt man keine Steuer (ausser Baugrundstück). Steuern zahlt man erst, wenn mannauch was verdient, z.B. Jausestation (GIS, Irpef usw…..das volke Programm!)

  • wisoiundnetderfranz

    Des Bauern Sorgfaltspflicht ist die eine Sache, aber was sich Hundehalter alles leisten passt bald auf keine Kuhhaut (sic!) mehr.
    Die Köter laufen frei herum, scheißen und fetzen überall hin, verärgern und verängstigen andere Leute – und wenn man sich traut auch nur ein kleines Wort dagegen anbringen zu wollen, wird man angeschnauzt oder sogar aufs übelste beschimpft.
    Was würdet ihr Hundehalter sagen, wenn ich an eure Hausecke fetzen würde, wie es euer Hund an meine Hausecke macht?
    Versteht ihr Hundehalter denn nicht, dass ich nicht möchte, dass euer frei laufender Hund an meinen Knöcheln schnufflt oder sogar an meinen Beinen hochspringt, weil er ja „nur spielen will“?
    Kapiert ihr eigentlich etwas?
    Schuld ist niemals der Hund, schuldig sind immer die Zweibeiner am anderen Ende der lose baumelnden Leine!

    • markp.

      Ich wüßte nicht, daß mein Hund mal an deine Hauswand gemacht oder in deinen Garten geschissen hat. Auch ist mir unbekannt, daß mein Hund an dir mal gerochen hat.
      Wann hätte das sein sollen?

      Aber es ist ja schön wie man alles pauschalisiert und man jetzt alle Hundehalter in einen Topf werfen kann.

  • goggile

    eine schande solch eine gestzesinterpretation denn eine solche ist es. richter die Gesetze durch urteile machen anstatt Politiker!

    in erster Linie schuld die laschn von Politiker die so was zulassen!

  • annamaria

    Wenn schon Hunde auf die Alm gehen, dann nicht an die Leine, Der Hund weiss sich schon zu verhalten gegenüber grösseren Tieren, die Menschen leider nicht!!!

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